Düsseldorf Sehenswürdigkeit: Gehry-Bauten am Neuen Zollhafen
Reiseblog Deutschland Düsseldorf

Düsseldorf – Sehenswürdigkeiten & Tipps für zwei Tage in der Rheinmetropole

12. April 2022

Ankunft am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Das Wetter? Geht so! Statt Sonnenschein, wechselhaftes Aprilwetter. Ich mache mich dennoch zu Fuß auf und erkunde die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt. Königsallee, Altstadt, Rheinpromenade. In diesem Beitrag verrate ich Dir, was mir in Düsseldorf gefällt und, welche Sehenswürdigkeiten Du Dir anschauen kannst. Selbstverständlich gibt’s Tipps für tolle Einkehrmöglichkeiten.

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Für was ist Düsseldorf eigentlich bekannt? Und, warum gibt es hier eigentlich so viele Bonzen? Was kann man Schönes unternehmen? Ich habe mich in Düsseldorf umgeschaut, bin zwischen Rheinpromenade, Hauotbahnhof, Flingern und Bilk rumgeschlendert. Da muss es doch noch mehr geben als „Helau!“, Altbier und Schickimicki – oder? Woher das Geld der Reichen in Düsseldorf kommt, konnte ich diesmal nicht herausfinden. Schönheitschirurgie, Medien, Stahl, DAX-Unternehmen? Verrate Du es mir!

Durch Düsseldorf bummeln

Paul-Klee-Platz, Düsseldorf
Wo dieses Foto entstand, erfährst Du später im Beitrag.

Mein Gepäck gebe ich erst einmal im Hotel ab, dann macht meine Stadterkundung um einiges leichter. Prima finde ich, dass meine Unterkunft supergünstig nur fünf Minuten zu Fuß vom Bahnhof entfernt liegt. Perfekt für einen zweitägigen City Trip. Mitten in Little Tokyo, so heißt das Stadtviertel westlich des Hauptbahnhofs, checke ich im hippen me and all hotels* in der Immermannstraße ein.

Gemütlich bummle von hier aus zur Schadowstraße, einer Einkaufsstraße mit allem, was das Normalo-Shoppingherz so mag. Ein paar Läden besuche ich auch. In der Nuts Factory bleibe ich etwas länger hängen. Getrockneter Hibiskus, Wassermelonenstücke, Cashew & Co. – was für eine Auswahl. Dann zieht es mich weiter. Gleich um die Ecke liegt das Schauspielhaus und die Kö-Bögen 1 und 2.

Fotos von architektonischen Wahrzeichen knipsen

So schön geschwungen! Von außen mag ich das Düsseldorfer Schauspielhaus, kurz D’haus genannt, sehr. Bernhard Pfau hat eines der wichtigsten Sprechtheater Deutschlands in organische Formen gepackt. Sanft, luftig, fließend. Nur ein paar quadratische Fenster und Rundpfeiler.

Ein totaler Kontrast dazu ist das 94 Meter hohe Dreischeibenhochhaus. Kühl, kantig, aalglatt. Ein schnöder Bürokomplex, der in den 1960ern als Stahlskelettbau zurecht als elegant betitelt wurde. Manch einer wird sicherlich sentimental beim Anblick. Schließlich ist es ein Zeugnis des Wirtschaftswunders. Nach längerer Betrachtung gefällt er mir doch ganz gut. Könnte auch in Chicago stehen.

Wenn Du auf dem Gustaf-Gründgens-Platz stehst, kannst Du die Komposition der beiden Häuser aus ruhig eine Weile auf Dich wirken lassen. Die beiden zusammen… ja, hat was.

Das Ingenhoven-Tal, auch Kö-Bogen II genannt, macht in ein paar Monaten sicherlich mehr her. Wenn die Heckenpflanzen grüne Blätter tragen. Ich laufe den Dreieckspavillon hinauf bis zur Spitze und wieder runter. Im Sommer lässt es sich auf der Grasfläche sicherlich schön sitzen und ein Alt zischen. Es sei denn, es gibt Glasverbot – das haber ich gerade nicht auf dem Schirm.

Apropos schön sitzen:

Wenn Du die Straßenbahnschienen überquerst, kommst Du zum Kö-Bogen I.

Ein futuristischer Bau, ebenfalls organisch, mit exklusiven Geschäften und Cafés. Wäre es etwas wärmer, würde ich auf den Treppen an der Düssel platzt nehmen. Oder weiter über die Brücke schlendern und mir ein Plätzchen im Hofgarten suchen.  

Der große öffentliche Park mitten im Stadtzentrum zieht sich von den Kö-Bögen geschwungen bis zum NRW-Forum Düsseldorf, also fast bis zum Rhein. Halte nach der Goldenen Brücke Ausschau, sie ist die älteste Fußgängerbrücke der Stadt. Die goldenen Zierelemente glänzen im Sonnenschein besonders hübsch.

Schaulauf auf der Königsallee

Düsseldorf, Fluss Düssel und Königsallee

Bevor es mich an den Rhein zieht, laufe ich eine Schleife, am Steigenberger Hotel vorbei und ab auf die Kö.

Lamborghini, Maserati, SUVs. Würde mich nicht wundern, wenn der eine oder andere Schlitten hier Panzerfenster hat.

Die Männertruppe in den knuffigen Hotrods scheinen jede Menge Spaß zu haben. Noch schnell bei Grün über die Ampfel flitzen. Fahrer und Passanten können sich ein Grinsen nicht verkneifen. Dann aber Abgase schlucken und hinter der nächsten Bonzen-Karosserie warten, bevor die Rallye weiter geht.

Die meisten Geschäfte kenn ich vom Neuen Wall in Hamburg oder der Champs-Élysées in Paris. Für mich nichts Besonderes mehr.

Viel interessanter hingegen: Passanten beobachten. Vor allem jene, die im Partnerlook unterwegs sind, Designerklamotten zur Schau stellen und naja, demonstrieren, dass teuer nicht gleich stilvoll bedeuten muss. Aber jeder, wie er mag. Karneval ist ja schließlich das ganze Jahr, oder?

Am Ende der Kö im Blumengarten fällt mir „Die Kugelspielerin“ auf. Sie ist ein Bronzeguss des Hauptwerks von Bildhauer Werner Schott. Das Original entstand in Berlin zwischen 1895 und 1897. Langes Haar, entblößte Brust, die Kugel wie beim Boule-Spiel zum Abwurf bereit.

Ich habe Lust, selbst ein paar Kugeln zu schmeißen. Dazu ein eisgekühlter Pastis… in Gedanken bin ich in meinem letzten Südfrankreich-Urlaub.

Fun fact zur Kö – schon gewusst?

Die Königsallee hieß mal Kastanienallee. Dann wurde sie Schauplatz eines Skandals. Wütende Bürger empfingen den Preußischen König Friedrich Wilhem IV mit Pferdeäpfeln. Die Umbenennung sollte den König milde stimmen.

Mich zieht es weiter. Ich schlendere durch die Altstadt, Straßen und Gassen. Kreuz und quer.

Auslagen beim Bäcker und Konditor begutachten

Landbrot, Elsässer, Vinschgauer. In der Düsseldorfer Altstadt staune ich nicht schlecht über die Brotvielfalt, die da im Fenster liegt. Sie gehört zur Bäckerei Hinkel.

Weiße Schürzen mit schwarzen Trägern, im Obergeschoss liegen ein Café und Restaurant. Ein Mann mit Tochter holt gerade die Geburtstagstorte für ihren dreijährigen Bruder ab. Pralinentheke, Törtchen- und Kuchenauslage. Es ist trubelig in der Konditorei Heinemann. Osterhasen und Ostereier aus Nougat belagern den gesamten Laden. Wie kann sich die Kundschaft bei dieser sündhaften Auswahl nur entscheiden?

Schnell weiter.

Top spot: Carlsplatz mit dem lokalen Wochenmarkt

Doch dann lande ich auf dem Carlsplatz im Stadtteil Carlstadt. Es wird einer meiner Lieblingsorte in Düsseldorf.

Ein Wochenmarkt mit festen Ständen. Blumen, Feinkost, Imbiss. Würde ich in Düsseldorf wohnen, würde ich hier wohl Stammgast werden.

Pure Pastry auf dem Carlsplatz ist sicherlich jede Sünde wert. Sekt, Törtchen oder doch etwas Warmes?

Falls Du auf dem Markt keinen Platz findest oder einfach mit etwas Abstand, das Treiben beobachten möchtest: Coffee hat eine große Fensterfront mit Blick auf den Carlsplatz.

Oder Du ziehst weiter in Richtung Haroldstraße. Pure Freude ist eine Konditorei in der Hohe Straße mit feinsten Törtchen. Aber es gibt fast an jeder Ecke eine Lokalität in der Du dem Gaumenschmaus frönen kannst.

So gut gestärkt, hast Du sicherlich Energie durch die tollen Boutiquen und Lädchen zu stöbern.

Mein Lieblingsladen ist übrigens Selekteur in der Hohe Straße. Hier hängen geknüpfte Taschen aus Kolumbien, erkenne ich sofort, und eine tolle Auswahl an Deko und Krimskrams für guten Geschmack. Ich schnappe mir zwei Pinnadeln aus Blech. Ein Ara und ein Eisvogel, beide hergestellt in Japan.

Düsseldorf Reel

Auf Instagram habe ich dieses Reel von meinen Eindrücken geteilt. Schau es Dir gerne an:

Moderne Kunst im K21 und K20

Wenn Du die Hohe Straße weiterläufst, landest Du bald schon auf der Haroldstraße. Schwanenspiegel, Kaiserteich, dahinter liegt die Kunstsammlung K21.  

Das K21 lockt noch immer mit „in orbit“, einer Kunstinstallation von Tomás Saraceno. Unter der Glaskuppel des Ständehauses ist eine Netzlandschaft gespannt. Wer mag und keine Höhenangst hat, kann die Netze begehen und unter der Decke wippend und schwebend begehen. In der Theorie. Doch dank Corona ist alles anders. Ob die Netze aktuell begehbar sind, weiß ich nicht. Informiere Dich doch einfach online oder an der Kasse, bevor Du das Ticket kaufst. Normalerweise bekam man feste Schuhe und einen Blaumann zur Begehung. Bevor Du den teuren Eintritt bezahlst und dann das Highlight aus irgendeinem Grund nicht begehen kannst, frag lieber mal nach.

Würdest Du eine Linie vom K21 gen Norden ziehen, dann triffst Du auf das K20 direkt beim Hofgarten.

Den Besuch der beiden Museen spare ich mir diesmal. Dorthin spaziere ich dennoch und mache ein paar Fotos vor der bunten Fliesenwand am Paul-Klee-Platz (siehe Foto am Anfang des Beitrags). Die Wand stammt von der britischen Künstlerin Sarah Morris und ist wird auf Instagram gerne gepostet. Schätze mal, wieviele Fliesen zum Einsatz kamen? 2.100 Fliesen wurden hinter dem K20 für das 7 mal 27 Meter Mosaik „Hornet“ montiert. Hut ab!

Craft Beer in der Altstadt

Hunger? Gleich in der Nähe liegt die Brauerei Holy Craft Beer Bar. Flüssiges Brot vom Tap auf dem Lieferplätzchen genießen, dazu ein paar Nachos mit Käse-Jalapeno-Dip. Dieser Post in der Altstadt gefällt mir.

Die „längste Theke der Welt“ mit Junggesellinnen im Tütü, hackedichte Proleten und Yuppies mit Gelfrisuren allerdings weniger.

Rheinpromande und Rheinturm

Jetzt aber mal, ab an den Rhein. Von Norden nach Süden flanieren. An der Rheintreppe vorbei.

Die Transportschiffe sind mit Kohle und jeder Menge Traktoren beladen. Den Fahrmanövern der Schiffe schaue ich gerne zu. Oberkasseler Brücke, unter der Rheinkniebrücke und durch zwei Flussschleifen hindurch schippern – das ist Können und feinste Technik im Gleichklang.

Am Stadtstrand lässt es sich im Sommer bestimmt schön sitzen. Die Sonne zeigt sich am frühen Abend zwar noch einmal, aber es ist noch ziemlich kühl, um draußen zu sitzen.

Ich nähere mich dem höchsten Gebäude der Stadt. 240,5 Meter misst Düsseldorfs Fernsehturm. Ich überlege mir kurz, ob ich trotz der geringen Sichtverhältnisse hinauf zur Plattform fahre. Denke mir aber, dass ich lieber im Spätsommer noch einmal komme und ein richtig hübsches Abendrot mit Blick auf die Stadt erleben möchte.

Extra-Tipp: Antje verrät auf ihrem Blog weltenkundler.com, dass Du im Rheinturm auch lecker Sushi essen kannst. Das Restaurant heißt Qomo und serviert Fusionküche. Sushi & Skyline – das würde mir auch gefallen.

Gehry-Bauten und Medienhafen

Am kleinen Yachthafen schlendere ich entlang zu einer weiteren architektonischen Perle der Stadt. Und dann kommt eben doch ein Hauch Metropolen-Flair auf.

Die Gehry-Bauten zieren Postkarten und werden in Suchmaschinen unter Bildern häufig angezeigt.

Was ist das Besondere an den Gehry-Bauten am Neuen Zollhafen?

Weißer Putz, Stahl, Klinker. Organische Bauformen in unterschiedlicher Höhe. Die Gehry-Bauten wirken irgendwie „putzig“ und spielerisch. Die Handschrift des kanadisch-US-amerikanischen Architekten Frank Gehry ist deutlich erkennbar. Gehry (geboren 1929) wird als so bedeutend betrachtet, wie einst Frank Llyod Wright. Vielleicht kennst Du andere Gebäude von ihm? Das Guggenheim-Museum in Bilbao stammt aus seiner Feder. 2025 soll ein weiteres Guggenheim-Museum unter dem Dach eines Gehry-Baus eröffnen – diesmal in Abu Dhabi.

Weitere bekannte Gehry-Bauten sind:

  • das Tanzende-Haus in Prag
  • die „Walt Disney Concert Hall“ in Los Angeles
  • das Kunst- und Kulturzentrum LUMA in Arles – erfahre hier mehr über meinen Sommerurlaub in Südfrankreich

Ebenfalls ein Gehry-Bau ist das ungewöhnlich bunte Biomuseo in Panama City – das würde ich mir gerne einmal anschauen.

Und so komme ich mitten in Düsseldorf am Medienhafen beim Anblick der Gehry-Bauten total ins Schwärmen und Träumen von der weiten Welt.

Und was ist drin im Gebäude-Ensemble von Frank Gehry?

Im Erdgeschoss der Gehry-Bauten findest Du zwei Restaurants. Die Meerbar (Meeresfrüchte-Restaurant) und das Rocca 800°C (Steakhaus mit Infrarot-Grill, das Fleisch kommt aus Uruguay, Argentinien, USA und Irland). Denke an das nötige Kleingeld, wenn Du hier speisen magst – sicherlich etwas für ein schönes Dinner Date und besondere Anlässe.

Fotografieren hier bei den Gehry-Bauten macht total viel Spaß. Wäre es nicht so kalt und bereits am Dämmern, würde ich an einem lauen Sommerabend einfach noch weiter durch den Medienhafen ziehen. Aber ich möchte mich aufwärmen und bin müde. Also spaziere ich zurück zu meinem Hotel, dem me and all hotel* in Little Tokyo.

Ich muss für’s Abendessen auch gar nicht mehr raus und gönne mir im Hotel-Restaurant im 11. Stock japanisches Soulfood: Vegetarische Ramen von Takumi und einen Absacker. Danach geht’s in die Koje und ich schlummere unter einem Blütenmeer sanft ein.

Am nächsten Tag bin ich in Flingern und Bilk, im Stadtbezirk 2 unterwegs. In diesem Beitrag zeige ich Dir, wie bunt Düsseldorfs Street Art ist.

Reiseführer-Tipps:

Das steht noch auf meiner Düsseldorf-Wunschliste:

  • Ein Abend im Kabaretttheater Kom(m)ödchen verbringen
  • Sabrina von Couchflucht.de empfiehlt mir das Eko-Haus in Niederkassel, also auf der anderen Rheinseite.
  • Und Nadine von Planethibbel.com denkt, dass mir Oberkassel gefallen könnte.
  • Schloss Benrath – war als fester Programmpunkt eingeplant. Bei Schneeregen hatte ich dann allerdings keine Lust loszuziehen. Lustwandeln bei Sonnenschein ist sehr viel schöner.

Du siehst also, es gibt ausreichend gute Gründe Düsseldorf demnächst mal wieder am Rhein vorbeizuschauen.

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