Trier Reisetipps

Ein Tag in Trier – Reisetipps für die Moselmetropole

5. Oktober 2016

Kleiner Abstecher in die schöne „Moselmetropole“ Trier. In Trier studierte ich und die Stadt kenne ich seit Kindertagen. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich immer wieder mal einen Abstecher in  Deutschlands älteste Stadt unternehmen kann. Denn sie ist nicht geschichtsträchtig, sondern auch ganz schön schön. Meine Trier Reisetipps machen hoffentlich neugierig und Lust, die Stadt zu erkunden.

[Hinweis: Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Werbung und Affiliate-Links*. Aktuelle Informationen zum Thema Coronavirus in Trier, Maskenpflicht und nützliche Hinweise auf trier.de – Zugriff: 13.10.2020]

Sehenswürdigkeiten in Trier

Trier Architektur

Interessante Orte und Sehenswürdigkeiten gibt es in Trier eine Menge, denn schließlich ist sie die älteste Stadt Deutschlands und hat einiges zu erzählen.

Die „Pochta“

Trier Sehenswürdigkeit Porta Nigra

Beginnen wir an der Porta Nigra. Sie  ist wohl das Wahrzeichen schlechthin und stammt aus der römischen Kaiserzeit (200 n. Chr.). An der „Porta“ oder wie man lokal zu sagen pflegt „Pochta“ starten auch die meisten Stadtführungen.

Auf dem Porta-Nigra-Platz kann es zu den Stoßzeiten schon mal sehr voll werden. Leider hat es die Stadt Trier immer noch nicht geschafft oder ist gewillt, um die Porta Nigra eine verkehrsberuhigte Zone einzurichten. Das ist schade für alle Besucher, die gerne den Blick auf die Porta genießen oder einfach ein schönes Foto mit Abstand machen wollen. Autos oder Busse sind garantiert immer im Bild. Aber ich wage mal die These, dass auch die Bewohner sich über eine zeitgemäßere Verkehrsplanung freuen würden. An der Porta Nigra liegt auch die Tourist-Information Trier und das Stadtmuseum Simeonstift.

Karl Marx Statue Trier

Einen kleinen Geheimtipp habe ich an dieser Stelle schon für euch. Wenn ihr euch für Karl Marx interessiert, dann findet ihr schon hier an der Porta Nigra das Wohnhaus der Familie Marx. Das Geburtshaus in der Brückenstraße (heute Karl-Marx-Haus) bezog die Familie etwa einen Monat vor der Geburt Karl Marx und wohnte dort zur Miete. Bereits 1819 kaufte die Familie das kleine Wohnhaus in der Simeonstraße und lebte direkt an der Porta Nigra. Heute erinnert nur noch eine kleine Gedenktafel daran.

Auf dem Simeonstiftsplatz steht eine große Karl Marx- Statue vom Bildhauer Wu Weihan. Sie wurde 2018 zum 200. Geburtstag von Karl Marx enthüllt und ist ein Geschenk der Volksrepublik China.

Simeonstraße und Judengasse

Trier Innenstadt

Von der Porta Nigra im Norden der Stadt geht es auf der Simeonstraße zum Hauptmarkt. An der Kreuzung zur Glockengasse gibt es das beste Eis in Trier (Calchera).

Wenn ihr fast am Hauptmarkt angekommen seid, schaut noch mal nach rechts. Euch fällen vielleicht ein paar Fachwerkhäuser auf. Darunter liegt der Durchgang zur Judengasse. Eines der letzten Zeugnisse jüdischen Lebens in Trier. Außer ein paar Imbissen gibt es in der Gasse nichts Sehenswertes.

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Hauptmarkt & Trierer Dom

Der Hauptmarkt ist der zentrale Platz in Trier. Hier laufen alle wichtigen Straßen zusammen. Der Marktbrunnen mit dem Heiligen Petrus wurde wunderschön restauriert und erstrahlt nun wieder in satten Farben. Bevor ihr zum Dom geht, schaut euch noch einmal genauer um. An einer der Seiten befindet sich der Eingang zur Kirche St. Gangolf. Sie liegt fast ganz versteckt hinter Häuserfassaden und ist ebenfalls einen Besuch wert.

Die Hauptattraktion ist sicherlich der gewaltige Trierer Dom. Schließlich ist hier geschichtlich so einiges passiert (Stichworte: Kaiser Konstantin, Heiliger Rock) und die Jahrhunderte sind architektonisch sehr gut zu erkennen.

Trierer Dom und Liebfrauenkirche

Meine Empfehlung: Rein gehen und staunen, dann in die Liebfrauenkirche nebenan und den Punkt am Boden suchen, an dem man die 12 Apostel sehen kann. Anschließend könnt ihr auf dem Kreuzgang wandeln und mal tief durchatmen.

Basilika und Kurfürstliches Palais

Konstantin Basilika Trier

Zur Konstantin-Basilika ist es jetzt nicht mehr weit. Die heutige evangelische Kirche war damals die Audienz-Halle des Kaisers. Sollte man auch mal gesehen haben, denn es ist der größte Einzelraum, der aus der Antike überlebt hat.

Direkt an der Basilika liegt das Kurfürstliche Palais. Der Kontrast zwischen den Bauwerken kann kaum größer sein. Karge römische Architektur trifft schwülstiges Rokoko. Doch viel schöner noch ist der Spaziergang durch den Palastgarten, ein typisches Beispiel barocker Gartenkunst.

Kaiserthermen & Amphitheater

Fans der Antike kommen bei diesen römischen Bauwerken voll auf ihre Kosten. Die Kaiserthermen sind römische Badeanlagen und das Amphitheater, bot bei Kämpfen bis zu 20.000 Zuschauern Platz.

Wer Wissenswertes über die Bauwerke erfahren möchte, dem empfehle ich die Teilnahme an einer der Trierer Erlebnisführungen. Sie sind spannend und es bleibt sehr viel mehr Wissen hängen, als bei klassischen Stadtführungen.

Von 1997 bis 2012 fanden in Trier regelmäßig „Brot & Spiele“ statt. Im Sommer verwandelten sich die Bauwerke in ein einziges Spektakel und erwachten zum Leben. Seit dem Ende der Römerspiele konnte kein kulturelles Ereignis  mehr mit solcher Strahlkraft  auf die Beine gestellt werden. Schade eigentlich!

Essen und Trinken in Trier

Trier Kornmarkt

BioGate // Palaststraße

Hier schaue ich gerne mal zum Mittagstisch vorbei und bestelle mir, wenn möglich etwas mit einem Salat. Super lecker! Gegessen wird am Tresen. Beste Adresse für vegetarische Gerichte!

Oechsle Wein- & Fischhaus // Palaststraße

Wer es nicht zu einem der Weingüter schafft, kann hier einkehren. Meine Empfehlung: Die große Mosel-Weinprobe und Moules Frites (Miesmuscheln mit Pommes).

Weinsinnig // Palaststraße

Wein und Flammkuchen. Fein!

Skybeach Trier // Simeonstraße

Ein bisschen Strandfeeling auf dem Dach des Galeria Kaufhof mit Blick auf die Domspitzen.

Genussgesellschaft – Gesellschaft für Genuss und Buchkultur // Nagelstraße

Das Haus wurde aufwändig restauriert und gegen Ende meiner Studienzeit fertiggestellt. Heute ist es eines der schönsten Häuser in der Nagelstraße. Darin befindet sich ein Café sowie ein Feinkost- und Buchladen.

Yamamoto’s eleven // Fleischstraße

Sushi-Restaurant.

Café Hygge // Neustraße

Kaffee und Kuchen.

Der Daddy // Neustraße

Burger und Buns.

Weinhexe // Saarstraße

Urig, gemütlich, authentisch, tolle Weine und leckerer Flammkuchen. Ein Geheimtipp, da Besucher eher selten die Kaiserstraße und Südallee überqueren. Die Saarstraße ist in „heimischen“ Händen und eine beliebte Wohngegend.

Suite au Chocolat // Glockenstraße

Als dieses Café öffnete, erfüllte sich mein persönlicher Schokotraum. Erstklassige Torten und Kuchen, heiße Schokoladen, tolle Kaffeespezialitäten und eine umfangreiche Frühstückskarte. Die Plätze vorne am Fenster oder vor der Türe sind besonders gemütlich (wetterabhängig). Allerdings hängt das Ambiente auch hier stark vom Personal ab. Wenn der Besitzer bedient, ist der Service erstklassig. Bei Aushilfen kann es schon mal recht lange dauern oder trublig zugehen. Wen es interessiert: Angela Merkel war hier übrigens auch schon zu Gast.

Herrlich Ehrlich Trier // Aachener Straße

Auf der anderen Moselseite, neben der Europäischen Kunstakademie. Mit tollem Blick auf Trier und die Mosel.

Zapotex // Pferdemarkt

Getränke, Cocktails, Craftbeer und Whiskey.

Lucky’s Luke // Luxemburger Straße

Independent-Club mit Livemusik, Kneipe und Alternative Music (zu nicht Corona-Zeiten). Einfach über die Römerbrücke, auf zur West-Side.

Einkaufsbummel in Trier

Das Einkaufsangebot in Trier ist stetig gewachsen. Heute gibt es einen attraktiven Einzelhandel, der auch von Luxemburgern gerne in Anspruch genommen wird.

Die folgenden Straßen liegen alle in der Fußgängerzone:

  • Neustraße
  • Nagelstraße
  • Brotstraße
  • Fleischstraße

Schöne Läden in Trier

  • Dania – Scandinavian Design
  • Kaufhaus Popp – Allerlei Krimskrams
  • Fräulein Prusselise – zwei begabte Modedesignerinnen, die nach ihrem Studium in Trier geblieben sind und ihre Schneiderei und Showroom in einem wunderschönen Haus in der Neustraße haben.
  • Terra Viva – hochwertiger Krimskrams und tolle Textilien sowie Möbel aus der ganzen Welt.
  • Tante Guerilla – meine erste Anlaufstelle, um mich mit Vinyl zu versorgen. Straßen, Skater- und Punkrock-Mode wird ebenfalls verkauft.
  • Mayersche Buchhandlung – riesige Auswahl und ein toller Blick auf den Kornmarkt.

Kunst, Kultur & Unterhaltung

Noch mehr Trier Reisetipps

Besonders schön ist ein Blick auf Trier von einem der Aussichtspunkte aus.

Die Mariensäule thront auf dem Markusberg 150 Meter über der Altstadt auf der anderen Moselseite. Der Aufstieg dauert etwas länger und ihr solltet nur hinauf, wenn ihr auch eine klare Sicht habt. Denn dann habt ihr einen erhabenen Blick auf ganz Trier, die Mosel und den Petrisberg. Es soll wohl auch einen Bus dorthin geben (Buslinie Nr. 10). Am besten erkundigt ihr euch vor Ort oder nehmt die Beine in die Hand.

Leichter zu erreichen ist der Aussichtspunkt Petrisberg oberhalb des Amphitheaters. Wer nichts gegen Anstiege hat und seine Waden trainieren möchte, geht hierhin zu Fuß und kann ein Stück durch die Weinberge wandern. Autofahrer haben es besonders einfach, aber auch die Buslinie Nr. 4 hält hier. Der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) bietet eine interessante Audioguide-Tour/App an, mit der man eine Zeitreise durch Trier unternimmt. Die App habe ich selbst noch nicht ausprobiert, werde sie bei meinem nächsten Besuch aber mal unter die Lupe nehmen. Den Aussichtspunkt auf dem Petrisberg mag ich besonders gern.

Den Abend am Zurlaubener Ufer ausklingen lassen!

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Trier Reiseführer

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9 Kommentare

  • Antworten
    Amélie
    4. Mai 2018 at 13:03

    Hallo Sonja,

    schöne Webseite und Fotos. Nächste Wochen fahren wir für 4 Tage nach Trier und haben uns hier noch ein paar Anregungen geholt.
    Weiterhin viel Spaß beim Reisen, Fotografieren und Berichte schreiben.

    Grüße aus dem Schwabenländle

    Amélie und Hubert

  • Antworten
    Magdalena
    27. Oktober 2017 at 15:40

    Hallo Sonja,

    toller ausführlicher Beitrag. Wir verbringen im November ein Wochenende in Trier und in deinem Beitrag ist wirklich alles enthalten: Wenn das Wetter hält, dann gucken wir uns draußen um. Wenn es regnet, dann schlendern wir durch die empfohlenen Cafés 🙂

    Liebe Grüße
    Magdalena

    • Antworten
      Sonja
      8. November 2017 at 14:05

      Liebe Magdalena,
      vielen Dank!
      Ich wünsche Euch eine tolle Zeit in Trier und das Wetter spielt nicht. Falls nicht, könnt ihr neben den Cafés auch etwas Zeit bei Winzern und einer Weinprobe verbringen 😉
      LG Sonja

  • Antworten
    RadtourenChecker
    20. September 2017 at 1:19

    Schöne Zusammenfassung. Dankeschön.. Beim nächsten Mal will ich mir diese tolle Stadt unbedingt nochmal genauer anschauen. Bisher war ich vor allem immer am Karl-Marx-Haus (2 Besuche in Trier). Das letzte Mal war ich mit dem Rad da. Es gab ein Moselfest und es war eine schöne Abenstimmung dort.
    Überhaupt mag ich die Mosel unglaublich arg nach dieser Radtour!

  • Antworten
    Römisches Trier - 5 Orte, die du gesehen haben musst
    9. Oktober 2016 at 10:04

    […] Trier Reisetipps – Ein Tag in der Moselmetropole […]

  • Antworten
    Christina
    9. Oktober 2016 at 10:01

    Ach Trier, da hats mir auch richtig gut gefallen. Schöner Artikel und danke fürs Verlinken 🙂
    Liebe Grüße
    Christina

    • Antworten
      Sonja
      9. Oktober 2016 at 13:34

      Gern geschehen, Christina 🙂

  • Antworten
    Andreas
    9. Oktober 2016 at 9:48

    Hallo Sonja,

    kann Deine Gedanken vom Anfang gut nachvollziehen.

    Bin in der Nähe von Trier geboren, habe einige Jahre in Hamburg gewohnt und bin doch wieder nach Trier zurückgekehrt. Aber ich freue mich auch über jeden Besuch in der Stadt an der Elbe.

    Schöner Reisebericht von Dir !

    Liebe Grüße

    Andreas

    • Antworten
      Sonja
      9. Oktober 2016 at 13:34

      Lieber Andreas,

      vielen Dank für deine Worte!
      Es scheint wohl schon so, dass es viele irgendwann wieder in die „Heimat“ zurück zieht 🙂 Ich mache mir mal noch Gedanken, wo ich hin gehöre. Lösen mag ich mich momentan noch nicht von Hamburg.

      Dann sage ich mal bis bald an der Elbe!
      Liebe Grüße an die Mosel
      Sonja

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