Teufelsacht im Naturpark Südeifel
Aktiv Reiseblog

Naturpark Südeifel – unterwegs in der Teufelsschlucht

31. März 2022

Eifel, Teufelsschlucht, Irreler Wasserfälle. Dieser Beitrag sollte Dir eigentlich als Inspiration für die kommende Wandersaison dienen. Doch mein Highlight gibt es in dieser Form nicht mehr. Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 hatte immense Auswirkungen auf das Ahrtal. Aber auch die Prüm riss mit voller Wucht Erdreich und ein beliebtes Fotomotiv mit sich: die Holzbrücke an den Irreler Wasserfällen. Darum erinnere ich mich in diesem Beitrag an meinen Ausflug im ersten Pandemie-Sommer 2020. Die „Teuflische Acht“ kannst Du Dir ja trotzdem merken. Noch ist das Gebiet zum Wandern nicht begehbar, aber an den Bau einer Hängebrücke wird schon gedacht. Hier meine Eindrücke.

[Hinweis: Dieser Beitrag enthält unbeauftragte Werbung und Affiliate-Links*.]

Die touristische Infrastruktur im Naturpark Südeifel, dem ältesten Naturpark in Rheinland-Pfalz und dem zweitältesten in Deutschland, wurde von der Flutkatastrophe beschädigt oder zerstört. Besucher*innen werden gebeten sich bei Ihren Gastgeber*innen zu informieren, ob ein Besuch möglich ist. Ein Spendenkonto wurde eingerichtet.

Bizarre Felsen

Wie wild kann es hier schon sein? Ich starte am Parkplatz, schließe das Auto ab und setze meinen Rucksack mit Butterbrot, Himbeeren, Kirschen und Wasserflasche auf. Der GPS-Track läuft.

Dinos in Lebensgröße. Ich bin erst ein paar Meter zu Fuß gegangen und überrascht den Eingang eines Dinosaurierpark zu sehen. Ein kurzer Blick ins Naturparkzentrum Teufelsschlucht. Plausch bei Kaffee und Kuchen. Die Socken qualmen.

Hinter mir liegt der sanfte Streckenabschnitt. Auf einem breiten Weg spaziere ich unter dunkelgrünem Blätterwerk zum heutigen Outdoor-Abenteuer.

Ich bin bereit für den Abstieg. Und finde mich plötzlich zwischen meterhohen Felsen durch eine zerklüftete Felsenlandschaft wandern. Es ist feucht und kühl. Ein Handlauf gibt Halt. Konzentration.

Diese Wanderschuhe geben mir sicheren Halt ohne zu beschweren: VAUDE Damen MTN Dibona Tech*

Die sonnenbeschiene Felswand leuchtet rostrot. Auf der im Schatten liegenden Felswand gegenüber wächst Moos. An anderer Stelle scheint eine Buche das Felsplateau zweigeteilt zu haben. Wie lange sie hier schon steht?

Mal muss ich mich ducken, mal schrabbst mein Rucksack am roten Stein entlang. Eng hier. Achtsam wandere ich durch die Schlucht.

156 Stufen liegen vor mir. Führen tiefer hinab. Die Felsbrocken scheinen mir über den Kopf zu wachsen. Mir wird’s klamm um die Brust. Die letzte Stufe. Tief durchatmen.

Auf dem nächsten Streckenabschnitt wandere ich um Felsen herum, blicke durch Baumlaub auf das Städtchen Irrel auf der gegenüberliegenden Flussseite und die hügelige Südeifel und steige über eine Wurzeltreppe. Wasser plätschert. Zeit für eine Pause.

Rast an den Irreler Wasserfällen

Am Flussufer der Prüm schlage ich meinen Picknickplatz auf. Die glatt polierten Felsbrocken eignen sich prima dafür. Im Laufe von Jahrmillionen von Eis und Wasser geformt.

Abkühlen, dem Wasserrauschen lauschen, im Schatten dösen. Einen Blick von der Holzbrücke auf das Flusstal werfen. Der Bezeichnung Wasserfall ist wohl nicht mehr ganz zutreffend. Dafür fehlt es an Wasser und Höhe, wie ich finde. Clever, die Badesachen mitzubringen! Schwimmflügel an und ab ins Nass.

Flussschwimmen ist ein ganz besonderes Erlebnis. Einen Heidenspaß macht das Rhein Schwimmen in Basel. Unvergessen ist mein letztes Flussbad in einem Seitenarm des Amazonas im Naturreservat Pacaya Samiria.

Erst jetzt wird mir bewusst, dass ich ja auch wieder zurück muss. Schließlich habe ich erst den ersten Teil der „Teuflichen Acht“ erwandert.

Sachen packen und Abmarsch. Auf Asphalt an Hopfenfeldern entlang, dann zurück in den Wald. Auf schmalem Naturpfad steil bergauf, über Steine den Bachlauf überqueren.

Geschafft! Zurück auf dem Felsplateau, der Parkplatz nicht mehr weit. Die Waldterrasse des Bistros „Teufels Küche“ ist rappelvoll. Ein kühles Radler wäre jetzt toll. Ich entscheide mich allerdings dagegen. Pandemie und so.

Fazit zur Teufelsschlucht

Was für eine Tour! Mir gefällt der Streckenverlauf und das abwechlsungsreiche Terrain. Waldboden, Steintreppen, Brücken. Die Felslandschaft ist spektakulär. Wenn Du Dich wie ich für Erdgschichte begeistern kannst, dann erfreust Du Dich nicht nur an der tollen Landschaft, sondern auch an der Entstehungsgeschichte dieser Schlucht. Frost- und Tauperioden, Felstürme, Spalten und Verwitterungen bescheren Ahs und Ohs.

Allerdings:

  • Du musst trittsicher sein, solide Schuhe tragen – an manchen Stellen ist es glitschig, herumliegendes Laub macht Passagen rutschiger, und achtsam wandern.
  • Diese Tour ist kein Geheimtipp. Während sich das Wanderaufkommen zwischen Saar und Hunsrück gut verteilt, staune ich über die weitgereisten Kennzeichnen. Städter aus dem Rheinland, aber auch auch aus Trier, Saarbrücken und Luxemburg reisen an. An Wochenenden im Sommer solltest Du daher sehr früh starten, werktags oder in der Nebensaison kommen.

Quick-Tipps für die Teufelsschlucht

Hinkommen

Mein Navi hat mich hierher gelotst: Parkplatz Teufelsschlucht, Ferschweilerstraße, 54668 Ernzen

Das Wandergebiet liegt unweit der deutsch-luxemburgischen Grenze, nördlich von Echternach (8 km), südwestlich von Bitburg (22 km) und nordwestlich von Trier (30 km).

Strecke

Die Streckenlänge beträgt 6 km. Auf Ab- und Aufstieg legst Du knapp 230 Höhenmeter zurück. Dafür solltest Du Dir mindestens 3,5-4 Std. Zeit nehmen. Ich habe etwas länger an den Irreler Wasserfällen gerastet. Proviant und Lektüre mitnehmen lohnt sich, im Sommer auch Badesachen.

Auf die Ohren

Lade Dir vor Deinem Ausflug die Teuffelsschlucht-App herunter. An ausgewiesenen Stellen erfährst Du mehr über diesen besonderen Naturraum.

Du erfährst, wie die Teufelsschlucht entstand, warum im Prümtal hopfen wächst und reist in die Zeit von Kelten und Römern.

Buchtipp

Nachdem mein eigener Aktiv-Guide „52 kleine & große Eskapaden Mosel, Saar und Hunsrück“ im April 2020 erschien, habe ich mich einfach gefreut selbst mal wieder als Wander-Urlauberin unterwegs zu sein. Praktisch, dass die Eifel auf der gegenüberliegenden Seite meines Recherche-Gebiets liegt. Die Eifelausgabe meiner Eskapaden-Kollegin Loni Liebermann macht richtig Lust neue Ecken im südlichen Rheinland-Pfalz zu erkunden.

Und nun weiß ich auch, wo das Titelband entstand.

In Deiner lokalen Buchhandlung oder über den folgenden Link findest Du „52 kleine & großen Eskapaden in der Eifel„*.

Pin für Deine nächste Wandersaison

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2 Kommentare

  • Antworten
    Jochen Bake
    31. März 2022 at 15:00

    Schade um dieses schöne Stück Natur. Genau auf solche Kombinationen mit Wald und Felsen stehe ich. Hier wird auch etwas fürs Auge geboten, das mir beim Wandern wichtig ist. Wenn ich deine Bilder ansehe, erinnert es mich an das Felsenlabyrinth in Wunsiedel. Dort war ich Wandern zwischen Felsen und Wald.
    Ich werde mir trotzdem die Teufelsschlucht in meinem Google Maps Verzeichnis markieren. Ich bin mir sicher, dass hier ein Wiederaufbau stattfinden wird.

    • Antworten
      Sonja
      31. März 2022 at 16:34

      Lieber Jochen,
      ja, echt schade! Bin auch zuversichtlich, dass die Region schon bald wieder bewandert werden kann.
      Im Fichtelgebirge und dem Felsenlabyrinth war ich leider bisher noch nicht. Das stelle ich mir mir als Wanderrevier super spannend vor. Die Granitfelsen müssen beeindruckend sein. Auf der „Teuflischen Acht“ ist man ja auf und zwischen Sandstein unterwegs.
      In einem Bericht auf Deinem tollen Wander- und Camperblog schreibst Du, dass Du mit Komoot beim Tracken Probleme hattest. Ich nutze Outdooractive. Das hat mir bisher zuverlässige Dienste bei all meinen Recherchen zu meinem Aktiv-Guide geleistet und schmeiße ich immer mal wieder gerne an. VIelleicht eine Alternative für Dich.
      Bis bald & weiterhin viel Neugier wünscht Dir
      Sonja

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