Frankreich Reiseblog

Château, Festung, schönes Dorf – 3 Geheimtipps im Département Moselle

29. März 2022

Moselle ist ein französisches Département und gehört zu Lothringen. Lothringen ist Dir als Reiseregion bekannt? Wenn Du Metz und das moderne Kunstmuseum Centre-Pompidou, die Barock-Stadt Nancy mit dem eleganten Place Stanislas und Verdun, Gedenkstätte des Ersten Weltkriegs schon kennst, dann besuche diese Geheimtipps.  Im Herzen Europas, nur ein paar Kilometer von Schengen entfernt, liegen eines der schönsten Dörfer Frankreichs, ein Schloss und eine beedinruckende Festung. Genaueres verrate ich Dir nun.

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Château de Malbrouck – Schloss Malbrouck

Ich setze mich ans Steuer, fahre mit dem Auto über die Landstraße, durchquere Grenzland. Streuobstwiesen, sanfte Hügel, Bauernhöfe.

Von Deutschland nach Frankreich ist es aus dem Saarland nur ein Katzensprung. Zu Fuß könnte ich auch zum Schloss Malbrouck wandern. 20 Kilometer in knapp 4,5 Stunden. Allerdings nicht auf einem Wanderweg. Vielleicht kommt der ja noch.

Nach einer halben Stunde biege ich um eine Kurve. Das Château thront auf einer Anhöhe. Durch den Dorfkern Manderen-Ritzing, dann der Rue du Château den Hügel von Meinsbeg hinauf.

Vier Türme, drei quadratische und ein runder, werden von hohen Mauern flankiert. Schiefergedeckte Giebeldächer. Das schwere Tor aus Eisenstäben ist zu meinem Bedauern geschlossen. Pandemie.

Das komplett restaurierte Denkmal aus dem 15. Jahrhundert veranstaltet Ausstellungen und Festivals. Führungen vermitteln einen Einblick in 600 Jahre Geschichte.

Du verstehst kein Französisch, aber hast Muße?

Dann kannst Du mit einem Online-Übersetzer interessante Fakten über das Schloss erfahren: chateau-malbrouck.com

Festung von Sierck-les-Bains

Ich fahre durch das Manderen-Tal weiter zur Mosel hinab. Während ich den Flussabschnitt zwischen Koblenz und Perl mittlerweile wie meine Westentasche kenne, ist der französische Flussabschnitt Neuland.

Umso mehr staune ich beim Anblick der mächtigen Festung aus dem 11. Jahrhundert. Auf einem riesigen Felsen scheint sie mit Landschaft und Dorf zu verschmelzen. Erst beim Spaziergang durch die steilen Gassen, die „Buergstroos“ hinauf, wird mir das Ausmaß des imsposanten Baus bewusst.

Massive Türme mit Schießscharten, Festungsmauern, Bastionen und Kasematten. Reinkommen – unmöglich, oder?

Die Burg der Herzöge von Lothringen zählt zu den imposantesten Festungen Ostfrankreichs. Hinweistafeln entlang des Rundgangs durch die Stadt vermitteln Wissenswertes. Auf einer Tafel steht, dass es sich um die Lieblingsresidenz der Herzöge handelte. In deren Abwesenheit verwaltete die Familie von Sierck die Festung.

Außerdem erfahre ich, dass Recollet Mönche im Jahr 1633 ein Kloster mit Oberschule gründeten. Wurden von der Franzöischen Revolution verjagt, das Kloster verkauft. Im Laufe des Jahrhundete wurde das Gebäude immer wieder genutzt, bis es schließlich 1974 durch einen Abriss verschwand.

Leider habe ich am Eingang der Burg kein Glück. Pandemiebedingt ist die Festungsanlage von Sierck-les-Bains geschlossen. Meinen geplanten Rundgang auf dem restaurierten Wehrgang hole ich ein anderes Mal nach.

Wander-Tipp mit Panoramablick auf Sierck-les-Bains

Wenn Du gerne wanderst, dann empfehle ich Dir den grenzüberschreitenden Rundweg „Traumschleife Schengen Grenzenlos“ . Los geht’s in Schengen, an Weinbergen vorbei, durch Wälder, durch Ackerflächen und an Kalkrasen vorbei.

Meine Sommer-Wanderung habe ich mit outdooractive.com getrackt. Hier kannst Du Dir den Streckenverlauf anschauen: https://out.ac/sUUJt

Im Ortskern von Sierck-les-Bains erblicke ich diverse Schilder, darunter der Wanderweg „Curcuit de Stromberg“ und „Moselle³-Trail“. Letzterer führt als Rundweg knapp 33 Kilometer durch die Grenzregion. In ein paar Stunden entdeckst Du Frankreich, Deutschland und Luxemburg.

Lesetipp: Einen sommerlichen Reisebericht aus Sierck-les-Bains findest Du auf travelsicht.de

Rodemack – eines der schönsten Dörfer Frankreichs

Ich kann mich vom nahenden Sonnenuntergang und dem Flusslauf der Mosel losreißen. Denn ein Stopp und Ausflugsziel im Département Moselle wartet noch auf mich: Rodemack – das „kleine Carcassone Lohtringens„.

Rodemack ist ein mittelalterliches Dorf mit gerade einmal 1.249 Einwohnern . Das Dorf ist eines der 158 schönsten Dörfer Frankreichs und trägt damit eine kulturtouristische Auszeichnung. Genau wie Gordes und Roussillon in Südfrankreich etwa.

Lesetipp: 10 bezaubernde Orte in Südfrankreich

Die Hauptsehenswürdigkeit in Rodemack ist das Siercker Tor (Porte de Sierck) aus dem 14. Jahrhundert.

Zwei stattliche Halbtürme flankieren einen Torbogen. Rechts und links führt eine 700 m lange Befestigungsmauer um den Dorfkern. Beleuchtet am Abend ist dies ein stimmungsvolles Fotomotiv.

Mein Highlight in Rodemack, im „Pays des Trois Frontières“ , ist allerdings ein anderes: der Mittelaltergarten des Dorfes.

In der Abendsonne spaziere an der Außenmauer entlang, folge dem Bachlauf des Ruisseau de Faulbach und überquere eine Holzbrücke. Plötzlich stehe ich auf hellen Kalksplittern, mittendrin in einem duftenden und blühenden Garten.

Im Jardin Médiéval de Rodemack wachsen Heilpflanzen, Gewürz- und Duftpflanzen. Kamille, Salbei, Pimpinelle. Estragon, Lavendel und Bohnenkraut. Und bunte Schmuckblumen, wie Sommerastern und Rosen. An ein Arboteum mit Kirsche- Mispel- und Quittenbäumen wurde auch gedacht.

Die Beete werden von Buchsbaumhecken, Steinmauern oder geflochtenen Weidezweigen begrenzt. Für jedes Wehwehchen findet sich sicherlich das passende Kraut.

Durch die Stadtmauer gelange ich zum verschlafenen Dorfkern.

Hier ein paar Bilder aus Rodemack:

Veranstaltungstipp für Rodemack: Blumenmarkt (1. Mai 2022) und Trödelmarkt (4. September 2022)

Cattenom

Auf der Rückfahrt dann doch ein wehmütiger Blick auf die Region. Diese wunderschönen Ausflugsziele stehen immer auch im Schatten des störanfälligen Atomkraftwerks Cattenom.

Schon während meiner Schulzeit wurde das Gebiet „hinter’m Berg“ als Risikogebiet betitelt.

Fakt ist: Cattenom gilt nur bis zu einer Erdbebenstärke bis 5,4 als sicher. Erdbeben gibt es in den ehemaligen Bergbau-Gebieten, auch im Saarland, häufiger. In der lokalen Presse wird regelmäßig über Proben im Ernsfall berichtet.

Bei einem nuklearen Zwischenfall sind die Nachbarländer Luxemburg, das Saarland und zum Teil auch Rheinland-Pfalz ebenfalls betroffen. Aktuell gilt ein Evakuierungsplan für den Radius 15 km rund um das Kernkraftwerk. Je nach Windlage können die Auswirkungen 20 bis 30 km weiter spürbar sein. Zudem liegt Cattenom unweit der Mosel.

Ich bin gespannt, wann Widerstand und Sorgen der Bevölkerung und Pendler*innen aus der Großregion, im nahen und gleichzeitig doch so fernen Paris Gehör finden.

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