Buchempfehlungen, Weihnachten 2023

5 Buchtipps für die Weihnachtstage

10. Dezember 2023

Same procedure as every year… Dicke Flauschsocken überstülpen, ins Bett lümmeln, heiße Schoki oder dampfenden Tee auf dem Nachttisch abstellen und dann abtauchen in andere Welten. Je turbulenter das Zeitgeschehen, desto mehr suche ich nach Ankern, dir mir Halt schenken. Einer dieser Anker ist das Bücher lesen. Auch in diesem Jahr teile ich wieder Buchtipps für die Weihnachtstage mit Dir. Meine hier vorgestellten Empfehlungen entdeckte ich beim Schlendern in den Hamburger Bücherhallen. Einem Ort, an dem ich bereits ganz viel Inspiration fand und immer eine Ecke zum Nachdenken finde. Viel Spaß beim Stöbern!

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Buchtipps für die Weihnachtstage

Identitätskrise

von Alice Hasters

Identitätskrise, Alice Hasters - Buchtipps für die Weihnachtstage

In Deutschland scheinen wir uns bewusst darüber zu sein, dass Klimakrise, Rechstradikalismus und die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird. Keine neuen Phänomene und doch konsumieren wir weiter wie gehabt, brüsten uns mit einer vorhandenen Erinnerungskultur und schreiben uns auf die Fahne westliche Tugenden wie Freiheit und Frieden schützen zu wollen. Doch diese Erzählung hinkt. Das Konzept der persönlichen Identitätskrise übertragt Journalistin und Autorin Alice Hasters auf unser westliches politisches System und deckt Spannendes auf. Hasters findet, dass es Zeit ist sich der Identitätskrise zu stellen und herauszufinden, wer wir wirklich sind.

„Es ist unmöglich, mit Menschen zu verhandeln, die das Problem verdrängen. Anstatt über Lösungsansätze wollen Leute über die Realität verhandeln. Darüber, ob Probleme überhaupt existieren oder nicht. Und immer wieder hört man: Das sind Einzelfälle, Anekdoten, das Resultat schlechter individueller Entscheidungen.

Genauso unmöglich ist es, von Menschen zu verlangen, ihre Menschlichkeit aushandeln zu müssen. Doch nichts weniger verlangt man den Vulnerabelsten dieser Welt.“ (S. 193)

Infos zum Buch:

Identitätskrise von Alice Hasters, Hanser Verlag, Erscheinungsdatum:23.10.2023, ISBN:978-3-446-27391-7


Zuhause. Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen

von Daniel Schreiber

Nachdem ich Schreibers Bestseller „Allein: Warum wird in einer Gesellschaft von Individualisten das Alleinleben als schambehaftetes Scheitern wahrgenommen?“ aufsog, setzte ich sein neuestes Werk „Die Zeit der Verluste“ umgehend auf meine Wunschliste. Aktuell fühle ich mich in dieser dunklen Jahreszeit noch nicht bereit, dieses Buch zu lesen. Stattdessen gebe ich „Zuhause“ den Vorrang. Denn mich als Frau mit globalen Wurzeln, die multilokal aufwuchs und ständiges Fernweh verspürt, treibt die Frage nach dem „Wo gehöre ich überhaupt hin?“ immerzu um. Ich bin gespannt, ob Schreiber einen Platz gefunden hat, an dem er bleiben kann. Nach diesem Ort suche ich stärker und dringlicher denn je. Und Grund hierfür ist für mich auch die Rechtsradikalisierung in Deutschland.

Infos zum Buch:

Zuhause von Daniel Schreiber, Hanser Verlag, Erscheinungsdatum: 20.02.2017, ISBN:978-3446254749

Lies auch:

Alltagsrassismus in Deutschland


In der Ferne

von Hernan Diaz

Auch Diaz widmet sich der Suche nach einem Zuhause und erzählt von Erfahrungen wie Fremdheit und Einsamkeit, die entwurzelte Menschen zu allen Zeiten machten. Der Unklassische-Western-Roman „In der Ferne“ handelt von zwei Brüdern, die aus ihrer schwedischen Heimat nach New York geschickt werden. Der Jüngere verliert den Älteren, landet auf der komplett anderen Seite des Kontinents in San Francisco. Fest entschlossen, seinen Bruder wiederzufinden, ahnt er noch nicht, dass eine lebenslange Suche beginnt.

Infos zum Buch:

In der Ferne von Hernan Diaz, Hanser Verlag, Erscheinungsdatum: 15.03.2021, ISBN:978-3-446-26781-7


Vom Ende der Nacht

von Claire Daverley

Sehnen wir uns nicht alle mal nach Romatik, der Liebe auf den allerersten Blick, diese unbeschreibliche Anziehungskraft zwischen zwei Menschen? Vielleicht griff in einem rosaroten Moment genau deshalb zu diesem Buch, denn auf dem Klappentext steht: „Will und Rosie. Sie könnten gegensätzlicher nicht sein, und doch verlieben sie sich ineinander: verstohlene Blicke, Sonnenuntergänge am Lagerfeuer, Gespräche bis spät in die Nacht. Sie sind kurz davor, etwas Wunderbares zu beginnen. Bis eines Tages ihre Welt zerbricht. Auch wenn die Jahre vergehen, finden sie immer wieder zueinander und können das, was hätte sein können, nicht ganz loslassen. „Vom Ende der Nacht“ erzählt von unmittelbarer Nähe, verpassten Chancen, den vielen Lieben, die wir im Laufe unseres Lebens haben – und der einen, zu der wir immer wieder zurückkehren.“

Infos zum Buch:

Vom Ende der Nacht von Claire Daverley, hanserblau, Erscheinungsdatum: 24.07.2023, ISBN 978-3-446-27739-7 


Der Morgenstern

von Karl Ove Knausgård

Wie geht es mit den Werken des norwegischen Autors Knausgård nach seinem Mega-Erfolg weiter? Das große autobiographische Projekt in sechs Bänden (Sterben, Lieben, Spielen, Leben, Träumen und Kämpfen) wurde eine Sensation – da ich mich mit Ich-Beschauen immer recht schwer tue, habe ich den Werken bisher wenig Beachtung geschenkt. Vielleicht war es auch der Hype um seine Person, die bei mir eine Trotzhaltung einnahmen. Per Zufall bleibt mein Blick am Einband von „Der Morgenstern“ hängen und meine Neugier ist gepackt. Im ersten Band des Roman-Mehrteilers gerät ein beschaulicher Sommer in Norwegen aus den Fugen. Krabben spazieren an Land, Ratten tauchen an überraschenden Stellen auf, eine Katze kommt unter seltsamen Umständen ums Leben. Kurz: Natur und Menschen geraten aus dem Gleichgewicht, ein neuer Stern erscheint am Himmel. Vorbote des Bösen oder des Guten? Arne, Egil, Kathrine, Jostein, Turid, Iselin, Solveig, Emil und Vibeke – neun Personen erzählen aus ihrem Alltag und wie Krieg, Klimawandel und Pandemie diesen beeinflussen.

Infos zum Buch:

Der Morgenstern von Karl Ove Knausgård, Luchterhand, Erscheinungsdatum: 11.04.2022, ISBN 978-3-630-87516-3


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