Kroatien, Sehenswürdigkeit Plitvicer Seen

Kroatien – unterwegs im Nationalpark Plitvicer Seen

12. März 2019

In Kroatien verbringe ich gerne meinen Urlaub. Die wunderschöne Küste vom Norden an der slowenischen Grenze bis in den Süden nach Montenegro ist mir ans Herz gewachsen. Und auch das Binnenland erkunde ich zunehmend. Zuletzt erkundete ich Kroatiens größten Nationalpark auf eigene Faust – den Nationalpark Plitvicer Seen. In diesem Reisebericht verrate ich Dir, was ich im Nationalpark Plitvicer Seen erlebte und, welche Tipps ich für Deinen Besuch habe.

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Nationalpark Plitvicer Seen – Anreise und Unterkunft

Hinter mir liegen zwei Tage in der kroatischen Hauptstadt Zagreb.

Mit der Tramlinie Nummer 6 fahre ich vom Ban-Jelačić-Platz zum Busbahnhof Autobusni Kolodvar. Mein Busticket nach Plitvice habe ich noch nicht gekauft.

Ich folge den großen Buchstaben „Ticket Office“ und spaziere durch die Glastür.

Es handelt sich um das Büro einer Busgesellschaft und nicht, wie ich annahm, um den Auskunftsschalter des Busbahnhofs. Ich frage mich durch und lande im ersten Obergeschoss.

Dort gibt es mehrere Schalter, an denen die Reiseziele angeschlagen sind. Der nette Mann an der Information, schickt mich zur Abfahrtsplattform 407.

In fünf Minuten fährt dort ein Bus nach Plitvice.

Mein Gepäck wird verstaut (Kosten: 10 Kuna). Ich bezahle noch vor Betreten des Busses den Fahrtpreis (Kosten 90 Kuna) und frage, ob sie mich am Camping Korana rauslassen könnten. Scheint kein Problem zu sein.

Erst als ich im Bus sitze, merke ich, dass ich weder eine Quittung fürs Gepäck noch ein Busticket bekommen habe. Ob der Fahrer und Ticketkontrolleur sich das in die eigene Tasche gesteckt haben? Ich grüble hin und her und bin unsicher. Auf meinen Busfahrten durch Südamerika und vom Balkan nach Istanbul erlebte ich allerhand.

Meine Sorge ist unbegründet. Wenig später bei der Ticketkontrolle, reicht mir der junge blondhaarige Mann mit blauen Augen mein Busticket. Und lächelt.

Anreise: Mit dem Bus von Zagreb zu den Plitvicer Seen

Die Busfahrt führt aus Zagreb hinaus. Wir fahren die Prachtstraßen von Novi Zagreb in Richtung Karlovac. Vor mir liegt die Autobahn, gesäumt mit kroatischen Flaggen. Hinter mir liegt der Gebirgszug Medvednica, der Bärenberg.

Nach einer Stunde erreichen wir Karlovac. Dort steigen Passagiere aus und neue Reisende ein. Alles, was ich über Karlovac weiß, ist dass hier das bekannte Bier „Karlovacko“ gebraut wird. Von der Innenstadt sehen wir nichts. Erschrocken bin ich über die zahlreichen Einschusslöcher in den Häuserfassaden. Einschusslöcher kenne ich seit meinem Besuch in Sarajevo. Sie springen mir seitdem sofort ins Auge.

In meinem Reiseführer lese ich später, dass Karlovac eine strategische Bedeutung im kroatisch-serbischen Konflikt einnahm. Durch Karlovac führte die einzige Bahnstrecke und Straße zwischen Küste und Binnenland. Ob ich Urlaub in Karlovac und der Umgebung machen würde? Lieblich mutet die hügelige Landschaft zwar an, der Hinweis „Achtung Minengefahr!“ in meinem DuMont-Reiseführer Kroatien ermuntert mich jedoch nicht sonderlich.

Unterkunft: Campingplatz mit Shuttlebus zum Nationalpark Plitwitzer Seen

Acht Kilometer vor dem Eingang des Nationalparks Plitvicer Seen (auch: Plitwitzer Seen oder Plitvička jezera), erhalte ich die Ansage: Camp Korana*.

An der Bushaltestelle direkt vor dem Campingplatz werden mein Gepäck und ich raus gelassen. „Hvala!“ – ich bedanke mich auf Kroatisch und freue mich über das Lächeln des Ticketverkäufers zum Abschied. Der Campingplatz liegt auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Mit meinem Gepäck spaziere ich auf den Drive-In des Campingplatzes zu. Die Schranke öffnet sich. Ich trete darunter hindurch und komme mir ohne Gefährt albern vor.

Bungalow Nummer 7 ist meine Herberge für die nächsten drei Nächte. Das Frühstück ist inklusive. Zudem fährt ein Shuttle-Bus (ebenfalls inklusive) vom Campingplatz zu den Eingängen des Nationalparks Plitvicer Seen (9 Uhr Abfahrt, Rückfahrt 17 Uhr). Besser könnte ich als Alleinreisende ohne Auto/Camper/Motorrad nicht versorgt sein. Funktionierendes WLAN gibt’s ebenfalls. Und warme Decken.

Zwei volle Tage nehme ich mir Zeit um den Nationalpark Plitvicer Seen zu erkundigen. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

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Eintritt, Öffnungszeiten und Besonderheiten des Nationalparks Plitvicer Seen

Nächster Morgen.

Ich sitze im Shuttlebus, der zunächst den Haupteingang, Eingang Nummer 1 (Ulaz 1) ansteuert. Hier steigen viele aus. Am Eingang erkenne ich jede Menge Besuchergruppen. Es herrscht reges Treiben rund um die Schnellstraße. Zwar gibt es eine Fußgängerbrücke, die über die Straße führt. Diese nutzen wenige. Die meisten sprinten über die Straße. Mich wundert, dass die Auto- und Busfahrer nicht vom Gas heruntergehen.

Wir fahren weiter zu Eingang Nummer 2. Dieser liegt ein paar Fahrminuten oberhalb von Eingang Nummer 1 entfernt. Ich steige aus, passiere das Hotel Jezero und folge den Schildern zum zweiten Eingang des Nationalparks. Hier werde ich zur Kasse gebeten (Kosten für zwei Tage Parkeintritt: 250 Kuna). Bezahlen kann ich Bar oder mit Kreditkarte in kroatischen Kuna. Ein Schild weist deutlich darauf hin, dass Euro nicht akzeptiert werden.

Ich frage nach einer Wanderkarte. Diese würde ich am Eingangstor erhalten. Dort frage ich nach und wundere mich über die Kosten in Höhe von 20 Kuna. Warum verkauft man die nicht gleich am Ticketschalter? Ich verzichte darauf, die Karte erscheint mir nicht sonderlich detailliert. Ich komme sicherlich auch alleine klar.

Schotterwege führen entweder über Stufen oder einem stufenfreien Weg steil bergab zum Wasser. Ich frage mich, ob der Nationalpark barrierefrei ist. Ohne Assistenz ist man hier aus meiner Sicht aufgeschmissen. Zwar gibt es Elektroboote und Busse, die bestimmte Distanzen im Park verkürzen,  das Gehen über Holzbohlen und andere schwierige Abschnitte stellt Menschen mit Beeinträchtigungen sicherlich vor Herausforderungen.

Preise für den Parkbesuch im Nationalpark Plitvicer Seen:

Plitvicer Seen Rundweg

Die Kosten variieren nach Zeitraum und Alter. Im Eintrittspreis sind Unfallversicherung, die Fahrt mit Elektrobooten und Panoramazug sowie die Nutzung der WCs inklusive. Wenn Du einen längeren Aufenthalt in den Hotels Bellevue, Jezero, Plitvice, Grabovac gebucht hast, kannst Du Deine Eintrittskarte an der Rezeption des Hotels verlängern lassen.

  • 1 Tag: 55-250 Kuna pro Erwachsener (55 Kuna November bis März; 150 Kuna April, Mai, Juni, September und Oktober; 250 Kuna Juli und August)
  • 2 Tage: 90-400 Kuna pro Erwachsener (90 Kuna November bis März; 250 Kuna April, Mai, Juni, September und Oktober; 400 Kuna Juli und August)

Fahrzeuge können kostenpflichtig an den Eingängen 1 und 2 geparkt werden. Preise pro Stunde.

Öffnungszeiten Nationalpark Plitvicer Seen:

Der Park ist 365 Tage im Jahr geöffnet. Im Winter sind die Gastronomiebetriebe eingeschränkt. Öffnungszeiten des Parks 8-18 Uhr.

Besonderheiten und Verhaltensregeln:

Sei Dir bewusst, dass die Hauptattraktionen des Parks (Sastavici Wasserfälle, Kaluderovac jezero, Ganovac jezero und Kozjak jezero) nur 1% des gesamten Nationalparks ausmachen. Alles an einem Tag? Nicht machbar – es sei denn, Du hast Lust gehetzt Sehenswürdigkeit für Sehenswürdigkeit abzuhaken. Und wo bleibt dann Zeit für Entspannung und Genuss am Wegesrand? Also.

Du kannst Dich auf der offiziellen Internetseite vom Nationalpark Plitvicer Seen im Vorfeld informieren. Dort werden Dir Routenvorschläge gezeigt, die Du nach Lust, Laune und Kondition abwandern kannst: https://np-plitvicka-jezera.hr/de/.

Bestimmte Verhaltensregeln verstehen sich hoffentlich von selbst:

  • Auf den markierten Wegen bleiben. Daran hielten sich bei meinem Besuch nicht alle – die Jagd nach dem perfekten Selfie, Instagramfoto hat das Gehirn ausgeschaltet. Also bitte: Auf den Wegen bleiben.dDe Natur dankt es euch und ihr euch selbst bestimmt auch, wenn ihr irgendwo am Abgrund steht.
  • Das Pflücken von Pflanzen ist nicht gestattet, ebenso wenig das Baden in den Seen. Also luckilucki ist okay, aber don’t touch!
  • Einige Wege führen auf Holzbohlen übers Wasser. Obwohl ich trittsicher bin, bin ich einige Male gestolpert – Phänomen: „Hans guck in die Luft“. Geländer gibt es nur an einigen Stellen und es passen gerade so bequem zwei Personen aneinander vorbei. Ich war genervt, dass rücksichtlos Überholmanöver von Reisegruppen gestartet wurden oder man nicht mal kurz innehielt, um entgegenkommende Personen an engen Stellen vorbei zu lassen. Eltern mit Kinderwagen konnte ich nicht verstehen, dafür sind die Wege einfach nicht gemacht. Wer mit Kleinkindern kommt, trägt diese am besten bequem in einer Tragetasche.
  • Hunde gehören an die Leine und Müll in die Mülleimer.

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Kroatien – 7 Reisetipps

Zwei Tage im Nationalpark Plitvicer Seen – meine Empfehlungen

Ehrlicherweise habe ich mich wenig auf meinen Besuch vorbereitet. Ich wollte genießen und mich treiben lassen.

Fest stand, dass ich am Eingang 2 starte. Kamera und Handy sind geladen und Proviant eingepackt. Den Wetterbericht habe ich vorher gecheckt und zur Sicherheit meine Regen-Fleece-Jacke eingepackt.

Als ich dann vor der ersten Wegweiserkarte stand, war ich etwas platt. Wählen kann ich zwischen 22 Kilometern Seewegen und 35 Kilometern Hiking-Trails.

Mein Bauchgefühl leitet mich auf meinen Wandertouren durch den Nationalpark Plitvicer Seen.

1. Wandern

Wandern ist die beste Art den Nationalpark kennen zu lernen. Je weiter abseits Du unterwegs bist, desto höher sind die Chancen anderen Parkbesuchern aus dem Weg zu gehen. Auf der Webseite des Nationalparks findest Du Routen-Vorschläge – für jeden Anspruch ist etwas dabei. Sind die Wege im Park zu lang für Dich oder möchtest Du Dich schonen, dann nutze Elektroboote oder den Shuttlebus.

An meinem ersten Tag bin ich 16 Kilometer gewandert und an meinem zweiten Tag 21 Kilometer (!). Der zweite Tag war in diesem Ausmaß nicht geplant. Als Geografin würde ich nie zugeben, dass ich mich verlaufen habe, sondern die Gegend erkundet habe. In diesem Fall habe ich schlichtweg meine Abzweigung verpasst und bin eine „große“ Runde durch den Nationalpark gewandert. Am Ende war ich richtig stolz auf mich, dass ich die steilen Auf- und Abstiege durch düste Waldabschnitte meisterte und nicht in Panik verfiel als plötzlich drei junge Männer aus dem Nichts vor mir standen.

2. Besuch außerhalb der Saison

Wenn Du nicht an Schulferien gebunden bist, reise am besten in der Nebensaison in den Nationalpark. Die Plitvicer Seen sind ein Highlight in Kroatien und dementsprechend beliebt.

Der Park ist zu jedoch zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert und an 365 Tagen im Jahr geöffnet. Bei Schnee und Eis wirst Du nicht so ausgiebige Wanderungen unternehmen können, wie im Frühjahr, Sommer und Herbst. Dafür zeigt sich der Park mit zum Teil zugefrorenen Seen und Eiszapfen an den Bäumen von seiner märchenhaften Seite.

Im Sommer musst Du auf jeden Fall mit zahlreichen Reisegruppen und Tagesbesuchern rechnen, die aus Zagreb oder von der kroatischen Küste anreisen.

3. Tipps für die Region und weitere Aktivitäten

Rafting Tour auf dem Fluss Una. Der Fluss liegt zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina.

Reittouren: Sich einmal wie Winnetou fühlen.

Radtouren im Nationalpark selbst sind nicht erlaubt. Dafür gibt es tolle Trails rund um den Nationalpark. Routenvorschläge findest Du hier.

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