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Sardinien – 10 Tipps für einen unvergesslichen Inselurlaub

2. September 2022

Trotz seiner geringen Größe gibt es auf Sardinien jede Menge zu erleben. Die Insel beherbergt spektakuläre Strände, UNESCO-Welterbestätten und eine atemberaubende Naturschönheit. Außerdem ist sie einer der besten Orte der Welt, um Wale und Delfine zu beobachten. Vielleicht hast Du aus Boulevard-Blättchen schon einmal von der Costa Smeralda (der Smaragdküste) gehört, einem Küstenabschnitt an der Nordwestküste, der genauso atemberaubend ist, wie er klingt und beim Jetset total angesagt ist. Oder von Cala Goloritzé gelesen, einer smaragdgrünen Grotte unterhalb der Klippen, die nur über einen Trekkingpfad und mit dem Boot zu erreichen ist. Hier sind 10 Tipps, die Deine nächste Reise nach Sardinien noch unvergesslicher machen werden.

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Alghero an der Nordwestküste

Küste und Festung Alghero

Mit dem Flieger geht es in die Stadt Alghero im nordwestlichen Teil von Sardinien, Italien. Die Stadt ist eines der wichtigsten touristischen Ziele auf der Insel. Sie ist berühmt für ihre Strände und die schöne Landschaft.

In Alghero gibt es viele Dinge zu sehen und zu tun.

Als besonders reizvoll empfand ich die mittelalterliche Promenade mit den breiten Festungsmauern sowie das historische Zentrum mit seinen engen Gassen. In der Nebensaison kann man hier ganz entspannt schlendern. Alghero hatte einst einen bedeutenden Handelshafen.

Auf jeden Fall lohnt es sich, in die spannenden Geschichte Algheros einzutauchen. Das Hin und Her zwischen Italien und Spanien hat kulturell einige Spuren hinterlassen. Deshalb wird noch heute ein Mix aus Italienisch und Katalanisch, Algheresisch, auf der Insel gesprochen. Damit ist dies, neben Italienisch und Sardisch, die dritte gesprochene Sprache in Alghero.

Ebenfalls sehr gut gefielen mir die kleinen Boutiquen mit Lederwaren in der Altstadt von Alghero. Je nachdem werden auch Schmuckliebhaber sicherlich fündig. Auch wenn ich mir selbst keine Korallen oder Perlen kaufen würde, scheint der Markt und das Interesse für diese Produkte sehr hoch zu sein. Zwar habe ich mir die wunderschönen roten Korallen gerne angeschaut, doch für mich sind sie unter dem Meer besser aufgehoben.

Darüber hinaus bietet Alghero einen wunderschönen Stadtstrand. Da ich erst einige Tage später einen kleinen Mietwagen hatte, um die Insel zu erkunden, war der Stadtstrand ideal um mich schon einmal auf die schönen Strände der Insel einzustimmen. Wenn euch das zu langweilig ist, könnt ihr am Dünenstrand von Alghero, Maria Pia, in Richtung Norden wandern bis nach Fertilia.

Grotta di Nettuno

Schmerzhafte Erinnerungen habe ich an die Grotta di Nettuno, die Neptungrotte. Diese liegt im Naturpark Parco Naturale Regionale di Porto Conte etwa 20 Kilometer von Alghero entfernt. Ich fahre mit dem Bus (Giardini/Via Catalogna) von Alghero zum Capo Caccia.

Azurblaues Meer, weiße Kreidefelsen und eine satte grüne Hügel. Der Blick auf das Meer wird mich in der nächsten Stunde stetig begleiten. Ein Abstieg auf einer steilen Steintreppe von etwa 110 Metern Höhe in Richtung Meeresspiegel steht an. Der Besuch beim „Gott der Meere“ verlangt einige Anstrengungen.

Die Sonne knallt schon am Vormittag beständig und die Reflexion der weißen Kreidefelsen kneift in meinen Augen. 650 Stufen später stehe ich am Eingang zur Grotte. Nur noch das tosende Meer überqueren und ich stehe in einer Kathedrale aus Stalagmiten und Stalaktiten. Ein einzigartiger Ort, der mich nachhaltig beeindruckt hat.

Die Rückfahrt ist eine wahre Wellnesstour. Denn ich fahre mit einem motorisierten Segelboot zurück nach Alghero.

Für mich die perfekte Kombination denn so kann ich die beeindruckende Szenerie noch einmal auf mich wirken lassen. Und ja, um auch meine müden Muskeln etwas auszuruhen. An den folgenden Tagen spüre ich meine Wadenmuskeln bei jedem Schritt.

Antike Ruinen entdecken

Auf Sardinien gibt es etwa 7000 Nuraghirunde Steintürme, die aus der Bronzezeit (um 1600 v. Chr.) stammen und deren Zweck bis heute nicht wirklich bekannt ist. Es kann sich um Wachtürme, heilige Stätten oder Versammlungsräume handeln. Geheimnisvoll, oder? Deshalb musste ich mir auch unbedingt eine dieser Nuraghen anschauen. Entschieden habe ich mich für den Besuch einer der berühmtesten Nuraghen Sardiniens, der Nuraghe Santu Antine in der Stadt Bari Sardo, etwa eine Autostunde von Alghero entfernt.

Sie ist die einzige Nuraghe, die für die Öffentlichkeit zugänglich ist und das ganze Jahr über besichtigt werden kann.

Der Nuraghen-Komplex ist sehenswert. Allzu viel Zeit kann man hier nicht verbringen, denn es gibt kaum bzw. eigentlich gar keine Informationen auf Deutsch oder Englisch und ich verstehe nur rudimentär Italienisch. Aber gut, man weiß ja auch so wenig über die Kultur, dann braucht man auch nichts hinzudichten und kann die Gebäude und die Landschaft einfach mal wirken lassen.

Eine weitere berühmte Nuraghe ist Su Gologone, die als eines der interessantesten Beispiele für prähistorische Architektur gilt. Diese Nuraghe liegt zwar etwas abseits der Haupttouristenattraktionen Sardiniens, aber sie ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Wenn Du mehr an Geschichte als an Vorgeschichte interessiert bist, kannst Du auch Santu Lussurgiu besuchen, das zweitgrößte Dorf Sardiniens, das ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Das Dorf kann sowohl zu Fuß als auch mit dem Auto erkundet werden.

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Sinis-Halbinsel & Tharros

Antike Hafenstadt Tharros, Sardinien

Für mich sehr viel spektakulärer war der Besuch der Halbinsel Sinis in der Provinz Oristano an der Westküste Sardiniens.

Die antike Hafenstadt Tharros war einst eine florierende Hafenstadt. Beeindruckend ist die breite Straße, der wunderschöne Blick durch die antiken Säulen auf das Meer mit seinen weißen Segelschiffen und die roten Tupfer von blühenden Mohnblumen.

Ebenfalls ein sehr schöner Ort auf der Sinis-Halbinsel, ist die schmale Landzunge am Capo San Marco. Es scheint so, als dauere es nicht mehr lange, bis das Meer das Land bezwungen hat und das Kap an der Südspitze von der restlichen Sinis-Halbinsel abtrennt.

Eine schöne Wanderung geht von den Ruinen von Tharros zum Leuchtturm Faro di Capo San MarcoEntspannen Die Strände Caletta del Faro oder Spaggia di Capo San Marco laden zum Entspannen ein.

Bosa

Stadtansicht Bosa, Sardinien

Als ich von einer Anhöhe auf Bosa zufahre, musste ich einfach anhalten und ein Foto schießen: Rundherum Berge, grün-weiß gesprenkelte Wiesen und dann diese wunderhübschen bunten Häuser am Flusslauf Temo. So schön habe ich mir die kleine Stadt gar nicht vorgestellt.

Die Stadt ist nur etwa 2 Kilometer vom Meer entfernt und liegt in einem weiten Tal, in dem Olivenhaine und Weinreben wachsen. Palmen säumen die kleine Promenade und kleine Fischerboote schaukeln im Temo. Über der Stadt thront die Burgruine Castello Malaspina. 

Ich ärgere mich, dass ich mir nicht mehr Zeit mitbrachte, denn in den zahlreichen Gassen von Bosa, lässt es sich herrlich flanieren und verweilen. So gerne wäre ich bei Sonnenuntergang durch die Gassen geschlendert und hätte den Abend in einem Restaurant bei einem Glas Malavisa di Bosa ausklingen lassen.

Hier erfährst Du mehr Bosa: sardegnaturismo.it

Orgosolo – ein ehemaliges Banditendorf

Graffiti in Orgosolo, Sardinien

Ein Abstecher ins Bergland von Sardinien ist absolut lohnenswert und von der Westküste aus einfach zu meistern.

Mein Ausflug führt in das ehemalige „Banditendorf“ Orgosolo. 

Dem Bergdorf eilt ein krimineller Ruf voraus. Hier die Fakten, die in meinem Kopf kreisen (nachzulesen hier):

  • 6 Morde pro Jahr (bis etwa 1950) – wurde danach nicht wirklich weniger
  • Todesliste mit 36 Namen wurde an die Kathedrale genagelt
  • Innerhalb von 2 Jahren sterben 20 Bürger auf geheimnisvolle Weise
  • Entführungen
  • An Heiligabend 1998 wird der Priester kurz vor der Christmette ermordet
  • Schüsse auf zwei skandinavische Reisebusse.

Mmh, ja, also … endlich traue ich mich dann doch auszusteigen und mich von meinem Auto zu entfernen, aber in meinem Kopf spielt sich ein knallharter Krimi ab.

Die andere Seite von Orgosolo ist gewaltfrei und wirkt nachhaltiger als jeder Krimi. Auf meiner Entdeckungstour durch das Dorf entdecke ich zahlreiche Graffiti.

Die Häuserwände in Orgosolo zeigen den Widerstand gegen Italien und die Eigenwilligkeit der Dorfbewohner. Sie weisen durch die Malereien auf ihren Häuserfassaden auf die „Revolte von Pratobello“ hin, äußern Protest und regen zum Nachdenken an. Dafür ist das Bergdorf ebenfalls bekannt. Und genau dafür liebe ich es! Die anfängliche Vorsicht ist der Neugier gewichen. Ein längerer Aufenthalt im Sapramonte-Gebirge ist für meinen nächsten Sardinien-Urlaub reserviert.

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Wandern in der Region Ogliastra

Im nördlichen Teil der Insel gibt es einige der schönsten Wanderwege. Das wunderschöne Badia-Tal in der Provinz Ogliastra ist einer der ruhigsten Orte der Insel. Hier kannst Du atemberaubende Ausblicke auf alte Dörfer genießen und zwischen jahrhundertealten Olivenhainen wandern.

Probiere mal den Wanderweg Sos Alinos: Er ist der höchste Gipfel der Gegend und bietet einen atemberaubenden Blick auf das Mittelmeer.

Costa Smeralda – Wale, Delfine und Mondfische beobachten

Meeresbewohner kann man auf Sardinien das ganze Jahr über sehen, aber die beste Zeit für Walbeobachtungen ist von Juni bis September. Am besten kann man Delfine im Golf von Asinara im Norden der Insel beobachten. Die schmale Meerenge zwischen Sardinien und Korsika ist ebenfalls ein guter Ort, um Wale und Delfine zu beobachten.

Im Norden der Insel gibt es sogar ein eigens eingerichtetes Walschutzgebiet: Santuario dei Cetacei.

Sardische Küche

Sardinien ist die Heimat einiger der besten italienischen Gerichte und ein großartiger Ort, um diese facettenreiche Küche zu probieren.

Als erstes solltest Du Pane Carasau probieren, ein typisch sardisches Fladenbrot. Unbedingt auch Pecorino, eine Käsesorte, und sardischen Couscous, Fregola genannt, ein traditionelles Gericht mit Nudeln und Gemüse.

Unter den Likören sind Rosolio und Limoncello, ein Zitronenlikör, ein Gläschen wert.

Mein Fazit

Sardinien ist eine einzigartige Insel. Sie bietet atemberaubende Strände, wunderschöne Landschaften und eine faszinierende Geschichte. Die Insel beherbergt mehr als 6.000 steinzeitliche Strukturen, die als Nuraghen bekannt sind.

Sardinien ist auch ein großartiger Ort, um Meeresbewohner wie Delfine und Wale zu beobachten. Dieser ultimative Reiseführer für Sardinien hilft Dir dabei, einige der schönsten Ziele auf der wunderschönen Insel zu finden und Deine ganz indidivuelle Reiseroute zu planen.

Gefallen Dir meine Tipps? Dann freue ich mich, wenn Du mir einen Kommentar hierunter schreibst, meinen Newsletter abonnierst oder den Artikel teilst. Gerne darfst Du mir auf FacebookPinterestInstagramTikTok und Flipboard folgen.

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