Panamá City, Reisebericht mit Tipps

Panamá – Zwischen Karibik, Regenwald und Kanal

11. Oktober 2026

Meine Reise durch Mittelamerika endet nach zwei Wochen Costa Rica noch lange nicht. Statt von San José nach Hause zu fliegen, geht es für mich weiter nach Panama. Was mich dort erwartet? Karibische Inseln, eine Auszeit mitten im Dschungel, ein Regenwald-Ausflug, der anders läuft als geplant, und eine Hauptstadt, in der koloniale Gassen auf moderne Wolkenkratzer treffen. Panama zeigt mir innerhalb weniger Tage ganz unterschiedliche Seiten des Landes. Manche Erlebnisse sind genau so, wie ich sie mir erhofft habe. Andere verlaufen weniger perfekt. Und gerade das macht diese Reise für mich so besonders.

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Bocas del Toro: Ankommen im Inselparadies

Schon meine Abreise aus Costa Rica beginnt turbulenter als gedacht. Ich muss meinen Reisepass abgeben, mein gesamtes Gepäck wird von der Grenzpolizei kontrolliert und schließlich stellt sich heraus, dass mein Mückenspray im Aufgabegepäck nicht erlaubt ist. Oh Mann! Ohne Reisepass passiere ich die Sicherheitskontrolle und warte am Gate. So etwas habe ich bisher noch nicht erlebt. Also gehe ich lieber noch einmal zurück zum Check-in-Schalter und frage nach, ob das tatsächlich seine Richtigkeit hat. Offenbar bin ich nicht die erste Touristin, die diese Prozedur durchläuft.

Am Ende geht alles gut: In strömendem Regen erreiche ich die kleine Propellermaschine, meinen Reisepass wieder in der Hand. Zusammen mit gerade einmal sechs weiteren Passagieren fliege ich nach Bocas del Toro.

Nach den Vulkanen, Regenwäldern und vielen Ortswechseln in Costa Rica fühlt sich die Ankunft auf den karibischen Inseln Panamas wie ein kleiner Neustart an. Ich lande in Bocas Town auf Isla Colón, der Hauptinsel des Archipels. Viel Zeit bleibt mir hier allerdings nicht, denn schon am nächsten Tag geht es weiter nach Bastimentos.

Trotzdem möchte ich mir die Inselhauptstadt nicht entgehen lassen. Bocas Town ist klein, bunt und lebendig. Hier spielt sich vieles auf und rund ums Wasser ab: Boote verbinden die Inseln, und das karibische Lebensgefühl ist überall spürbar. Abends wird allerdings auch ordentlich gefeiert. Zum Glück habe ich Ohrstöpsel dabei.

Meine Unterkunft in Bocas Town: Bocas Paradise Hotel*

Red Frog Beach: Meine Auszeit auf Isla Bastimentos

Am nächsten Tag geht’s mit dem Wassertaxi vom Bootsanleger des Divers Paradise Boutique* Hotel in Richtung Bastimentos National Park. Nach etwa 15 Minuten erreiche ich einen Holzsteg und laufe mitten durch den Regenwald zu meiner Unterkunft, der Palmar Beach Lodge.

Und hier darf meine Reise endlich einmal langsamer werden.

El Palmar Beach Lodge, Baumhaus

Ich wohne in einem Maisonette-Zimmer in einem Baumhaus, mit eigenem Bad und Terrasse mitten in den Baumkronen des Dschungels. Schon die Unterkunft fühlt sich nach einer ganz anderen Art des Reisens an. Ich bin umgeben von tropischem Grün und muss mich um nichts kümmern, außer darum, wie ich meinen Tag verbringen möchte.

Dieser Aufenthalt ist für mich aber noch aus einem anderen Grund besonders. Ich habe neue Einschränkungen, muss mein Reisetempo anpassen und bin stärker auf Hilfe und Unterstützung angewiesen als früher. Trotzdem kann ich mir diesen Traum erfüllen, der schon so lange auf meiner Wunschliste steht. Vielleicht nicht mehr ganz so wie früher, aber auf meine Weise. Und das bedeutet mir viel.

In den nächsten Tagen genieße ich das gute Essen in der Lodge, beobachte den Wellengang und das Treiben am Strand. Dabei wundere ich mich über die Menschen, die stundenlang in der prallen Sonne liegen und erst dann merken, wie rot ihre Haut geworden ist. Die Sonne ist hier so intensiv, dass ich es kaum ohne Sonnenschirm aushalte. Ich ziehe mich lieber unter die Palmen zurück.

Dabei komme ich mit dem Bademeister ins Gespräch. Während meines Aufenthalts wird daraus ein kleines Ritual, das mir einen ganz persönlichen Einblick in das Inselleben gibt.

Natürlich könnte ich (ohne Einschränkungen) auf Bastimentos auch jede Menge unternehmen: schnorcheln, tauchen, andere Inseln erkunden, durch den Dschungel wandern oder eine Canopy-Tour machen. Auch ein Besuch auf einer Kakaofarm wäre möglich. Doch ich vermisse tatsächlich nichts davon.

Manchmal ist es genau das, was ich auf Reisen brauche: an einem Ort bleiben, den Tag nicht durchplanen und nicht ständig das Gefühl haben, noch etwas sehen oder erleben zu müssen. Nach den vielen Eindrücken in Costa Rica genieße ich diese entspannte Zeit am Red Frog Beach umso mehr. Und die Zeit, die ich habe, um in meinem Buch zu lesen.

Meine Unterkunft am Red Frog Beach: Palmar Beach Lodge*

Von der Karibik an den Pazifik

Nach mehreren Tagen auf Bastimentos geht es zurück nach Bocas Town. Von dort fliege ich weiter nach Panama City. Der Wechsel könnte kaum größer sein: Eben noch bin ich mit dem Wassertaxi zwischen tropischen Inseln unterwegs, kurz darauf lande ich in einer modernen Großstadt am Pazifik.

Genau diese Abwechslung macht Panama für mich interessant. Das Land lässt sich nicht auf Karibikstrände und Dschungel reduzieren. Und bevor ich mich näher mit der Hauptstadt beschäftige, wartet zunächst noch ein Ausflug in den Regenwald auf mich.

Soberanía-Nationalpark: Regenwald vor den Toren der Stadt

Mein nächster Stopp ist der Soberanía-Nationalpark. Gemeinsam mit meiner Reiseleiterin und unserem Fahrer geht es zum Rainforest Discovery Center, also erst einmal hinaus aus der Stadt. Ehrlich gesagt hätte ich bei dem sonnigen Wetter lieber die Altstadt erkundet. Aber ich habe die Tour gebucht, also steht sie auf dem Programm.

Bei unserer Ankunft fängt es an zu regnen. Und zwar richtig. Der tropische Regen kommt gefühlt von allen Seiten.

Richtig enttäuscht bin ich allerdings erst, als ich erfahre, dass bei dieser Tour normalerweise ein gutes Stück mit dem Auto zurückgelegt wird, bevor die Wanderung beginnt. Das wäre für mich mit meinen Einschränkungen eine enorme Erleichterung gewesen. Mit unserem Fahrzeug können wir die Strecke jedoch nicht passieren. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als die Pipeline Road zu Fuß zu bewältigen. Der unebene Weg mit seinen groben Steinen macht mir das Gehen schwer.

Von Tieren und Vögeln ist zunächst nichts zu sehen. Auch den rund 34 Meter hohen Aussichtsturm schaffe ich nicht. Dazu kommen Zeit- und Kilometerangaben, die für mich nicht zusammenpassen. Schließlich sitze ich völlig durchnässt an der Kolibri-Futterstelle und wünsche mich einfach nur ins Trockene.

Einen Rundweg gibt es leider nicht. Wir müssen also auf demselben Weg zurück durch den Regenwald. Die Pipeline Road zieht sich, und ich finde sie zunehmend monoton. Trotzdem versuche ich, das Beste daraus zu machen. Vielleicht entdecke ich ja noch Kapuziner-, Brüll- oder Totenkopfaffen. Auch Faultiere, Agutis, Ameisenbären und zahlreiche Vogelarten leben hier.

Doch das erhoffte Naturerlebnis bleibt an diesem Tag aus. Am Ende nehme ich vor allem die Moskitostiche mit.

So hatte ich mir den Regenwald-Ausflug in Panama nicht vorgestellt. Gleichzeitig gehört auch das zum Reisen: Nicht jede Tour passt zu den eigenen Erwartungen oder Bedürfnissen. Rückblickend hätte ich mir vor allem eine bessere Abstimmung auf meine körperlichen Möglichkeiten gewünscht.

Panamá City: Bunte Gassen und moderne Skyline

Nach dem verregneten Ausflug freue ich mich darauf, Panama City zu erleben. Ich übernachte im San Felipe Hotel* im historischen Stadtteil San Felipe – ein guter Ausgangspunkt, um das alte und das moderne Panama kennenzulernen.

Da das Frühstück im Hotel nicht inkludiert ist, gucke ich mir ein Frühstücks-Café raus und lande in diesem fancy Restaurant. Im Alura Restaurant hätte ich gerne mehr Zeit verbracht, da ich das Ambiente so cool finde, doch um acht Uhr startet meine City Tour. Wenn du Zeit hast, dann schaue hier unbedingt mal zum Brunch oder zum Abendessen vorbei.

Im Casco Antiguo, auch Casco Viejo genannt, schlendere ich durch koloniale Gassen und vorbei an historischen Gebäuden. Nach der Zerstörung von Panamá Viejo im Jahr 1671 wurde die Hauptstadt an dieser Stelle neu aufgebaut. Heute prägen Kirchen, Plätze und restaurierte Kolonialbauten das Viertel. Dazwischen liegen Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte, die dem historischen Zentrum eine lebendige Atmosphäre verleihen.

Besonders gut gefällt mir das kleine Mola Museum. Es widmet sich der farbenfrohen Textilkunst der indigenen Guna-Gemeinschaft Panamas. Die kunstvollen Stoffarbeiten erzählen viel über Tradition, kulturelle Identität und die Bedeutung dieser besonderen Handwerkskunst. Ein schöner Zwischenstopp, wenn du mehr über die Kultur des Landes erfahren möchtest.

Mola Museum | Planta baja y nivel 200, C. José D. de la Obaldía, Panamá | Plus Code: XF27+QJ Panama City, Panama

Und dann ist da noch die andere Seite der Stadt: moderne Hochhäuser, das Bankenviertel und eine Skyline, die deutlich macht, dass Panama City längst eine internationale Metropole ist. Gerade dieser Kontrast gefällt mir. Hier liegt das Alte direkt neben dem Neuen, ohne dass eine der beiden Seiten ihre Wirkung verliert.

Auf dem Weg zum Amador Causeway kommen wir außerdem am Biomuseo vorbei. Als Frank-Gehry-Fan ist ein Stopp für mich Pflicht. Schon das farbenfrohe Gebäude ist ein Hingucker. Im Museum geht es um die geologische Geschichte Panamas und darum, wie die Entstehung der Landbrücke zwischen Nord- und Südamerika die Natur und Artenvielfalt des Kontinents verändert hat. Für mich ist das ein spannender Einblick in die Geschichte eines Landes, dessen geografische Lage bis heute eine besondere Rolle spielt.

Biomuseo | WFH4+XG, Amador Causeway 136, Panama City

Der Panamakanal: Einmal dieses Weltwunder mit eigenen Augen sehen

Auf den Besuch des Panamakanals habe ich mich schon lange gefreut. Schließlich ist er eines der bekanntesten Bauwerke der Welt und für den internationalen Handel von enormer Bedeutung.

An den Miraflores-Schleusen bekomme ich einen Einblick in die Geschichte und Funktionsweise des Kanals, der 1914 eröffnet wurde. Das Besucherzentrum von Miraflores vermittelt, welche technische Leistung hinter dieser Wasserstraße steckt und warum sie für die Schifffahrt so wichtig ist.

Doch natürlich möchte ich nicht nur etwas darüber lesen, sondern den Kanal in Aktion erleben. Und auch wenn ich schon unzählige Bilder gesehen habe, ist es etwas anderes, tatsächlich vor den Schleusen zu stehen und zu beobachten, wie die großen Schiffe mithilfe der Lokomotiven durch die Anlage geführt werden.

Was für ein Glück, dass ich meine Reiseleiterin dabeihabe. Sie hat unseren Besuch so abgestimmt, dass wir tatsächlich einen Schleusenvorgang miterleben. Denn wie blöd wäre es gewesen, hier zu stehen und kein Schiff zu sehen?

Für mich ist das einer der Höhepunkte meines Aufenthalts in Panama City. Hier wird greifbar, welche Bedeutung die geografische Lage Panamas für die Verbindung der Weltmeere und den globalen Handel hat.

Zurück in Panama City lerne ich auch endlich meine Kollegin persönlich kennen. Gemeinsam planen und organisieren wir Reisen nach Panamá. Umso schöner ist es, dass wir uns mal analog sehen.

Neugierig, wo mein Wissen zum Einsatz kommt? Ich gehöre zum Team von Natürlich Reisen Tourdesign – dem Spezial-Reiseveranstalter für persönlich geplante Rundreisen, Naturreisen und hochwertige Fernreisen.

Panamá – ein Land voller Gegensätze

Wenn ich meine Woche in Panama Revue passieren lasse, sind es genau diese Gegensätze, die mir besonders im Gedächtnis bleiben.

Da ist das karibische Flair von Bocas del Toro, gefolgt von den entspannten Tagen am Red Frog Beach, an denen ich einfach einmal abschalten kann. Dann der Ausflug in den Regenwald, der ganz anders verläuft als geplant. Und schließlich Panama City mit seinen historischen Gassen, der modernen Skyline, dem farbenfrohen Biomuseo und dem beeindruckenden Panamakanal.

Karibik, Regenwald und Großstadt liegen in Panama erstaunlich nah beieinander.

Meine Reise hat mir unterschiedliche Facetten des Landes gezeigt, aber längst nicht alle. Gerade deshalb wächst meine Neugier, noch mehr von Panama zu entdecken.

Meine Reise durch Mittelamerika ist damit vorerst zu Ende. Doch Panama? Das würde ich gerne noch einmal besuchen. Dann mit mehr Zeit – und mit neuen Zielen auf meiner Liste.

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