Wind im Gesicht, Sand unter den Füßen und ganz viel Nordsee. Für ein paar Tage geht es nach Klitmøller an die dänische Westküste. Der kleine Küstenort liegt mitten in der wilden Landschaft des Nationalparks Thy und ist vor allem als Surfspot bekannt. Doch auch wer nicht auf dem Surfbrett steht, findet hier genau das, was ich mir von einem kleinen Getaway wünsche: Natur, Ruhe, gute Luft und jede Menge Raum zum Abschalten.
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Klitmøller – wo der Urlaub sofort beginnt



Klitmøller ist ein kleiner Ort an der dänischen Nordseeküste und vor allem unter Surfern bekannt. Der Spitzname „Cold Hawaii“ kommt nicht von ungefähr: Die Kombination aus Wind, Wellen und der besonderen Küstenlage macht den Ort zu einem bekannten Surfspot. Kalkriffe vor der Küste sorgen für die charakteristischen Wellen.
Ich selbst stehe allerdings lieber am Strand und schaue zu. Und das kann ich hier stundenlang. Surfer paddeln hinaus, warten auf die nächste Welle und verschwinden immer wieder kurz hinter den Wellenkämmen. Ich fotografiere, beobachte das Treiben und genieße einfach das Gefühl, am Meer zu sein.
Klitmøller hat dabei eine wunderbare Mischung: ein kleines, ehemaliges Fischerdorf trifft auf internationale Surfkultur und die wilde Landschaft des Nationalparks. Genau mein Tempo.
Mein Unterkunftstipp: Æ‘ Quinta





Für meinen Aufenthalt geht es ins Æ Quinta. Das ehemalige Bauernhaus wurde zu einem kleinen Boutique-Bed & Breakfast umgebaut und liegt nur wenige Gehminuten vom Meer entfernt. Gerade einmal vier Zimmer gibt es – entsprechend persönlich und überschaubar fühlt sich die Unterkunft an.
Der Name ist übrigens eine kleine Liebeserklärung an die Geschichte des Hauses: „Æ“ stammt aus dem lokalen Dialekt von Thy, „Quinta“ bedeutet auf Portugiesisch Farm. Die Betreiber haben einige Zeit in Portugal verbracht und diese beiden Welten miteinander verbunden. Und dann ist da diese Lage. Morgens brauche ich nicht viel mehr als Kaffee und einen kurzen Spaziergang Richtung Nordsee. Das Meer ist tatsächlich nur wenige Minuten zu Fuß entfernt.
Mein Tipp für Deinen Thy-Urlaub: Wenn Du keine großen Hotelanlagen oder ein eigenes Ferienhaus brauchst, sondern lieber klein, persönlich und ruhig wohnst, solltest Du Dir Æ Quinta mal anschauen.
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Nationalpark Thy – Natur statt Sightseeing-Marathon




Der Nationalpark Thy ist Dänemarks erster Nationalpark und erstreckt sich entlang der rauen Westküste. Meer, Wind, Sand und Salz haben die Landschaft über Jahrhunderte geformt. Hinter den Dünen liegen Heideflächen, Feuchtgebiete und zahlreiche Dünenseen.
Hier gibt es keine spektakuläre Sehenswürdigkeit, die man innerhalb von 20 Minuten abhaken kann. Die Landschaft selbst ist das Erlebnis. Besonders rund um Klitmøller wird das deutlich. Nördlich liegt das Hanstholm Vildtreservat, südlich die Vangså Heide. Dazwischen: Dünen, Heide und jede Menge Platz.
Und weil ich neugierig bin, welche tierischen Bewohner im Nationalpark beheimatet sind, fahre ich nach dem Frühstück zum Nationalparkcenter Thy in Nørre Vorupør. An den ausgestopften Otter und die ausgestopfte Kegelrobbe muss ich zwar erst einmal gewöhnen, aber irgendwie bin ich auch fasziniert davon, diesen Tieren einmal ganz nah zu kommen. Ich lerne etwas über Magnetismus von Sandkörnern. Und erfahre, dass wer mag, sich einen praktischen Rucksack ausleihen kann, der bestückt ist mit allerhand Gadgets, um den Nationalpark zu erkunden.
Ich lasse meine Spende da, das geht wie fast alles in Dänemark bequem mit Kreditkarte, spaziere zum Vorupør Strand. Bisschen Boote schauen, bisschen flanieren. Noch in ein zwei Flamottenläden vorbeischauen. Doch zum Mittagessen bleibe ich nicht. Ich habe einen Tipp meiner Gastgeberin erhalten und folge diesem.
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Hanstholm Vildtreservat – ganz viel Landschaft
Einer meiner Lieblingsspots rund um Klitmøller ist das Hanstholm Vildtreservat. Die Landschaft ist beeindruckend weit. Dünen, Heide und Seen gehen ineinander über und am Horizont scheint erst einmal nichts zu kommen. Das Reservat ist rund 40 Quadratkilometer groß und beherbergt unter anderem seltene Vogelarten und große Rothirschbestände. Hier lohnt es sich, nicht nur aus dem Auto zu schauen, sondern ein Stück zu laufen. Die Weite, der Wind und die Ruhe machen diesen Teil von Thy zu einem meiner liebsten Orte für eine kleine Auszeit. Wer ein Fernglas dabei hat, sollte es einpacken. Mit etwas Glück lassen sich Vögel oder Rothirsche beobachten.
Einkehrtipp: Lyspunktet Hanstholm




Nach so viel Natur darf natürlich eine kleine Pause nicht fehlen. Und dafür habe ich einen schönen Tipp erhalten: Lyspunktet in Hanstholm. Das Café liegt auf einer Anhöhe direkt beim Leuchtturm und ist der perfekte Ort für eine gemütliche Pause nach einem Ausflug ins Vildtreservat. Statt direkt wieder weiterzufahren, würde ich hier einen Kaffee trinken, etwas essen und einfach das nette Ambiente genießen.
Ich lasse mich von den beiden Damen beraten, da ich das Menü auf Dänisch leider nicht verstehe. Total herzlich erklären sie mir die drei Optionen, die zum Mittagstisch serviert werden. Ich entscheide mich für das Hühnerfrikassee und eine Holunderblütenlimonade, nehme im Garten Platz und genieße blauen Himmel und Sonnenschein.
Hanstholm selbst vernachlässige ich etwas, denn weder der größte Fischereihafen des Landes noch das Bunkermuseum interessieren mich. Darum kehre ich wieder zurück nach Klitmøller. Auf dem Weg dorthin halte ich in einigen Supermärkten, bisschen stöbern und ein paar Snacks als Souvenirs einpacken. Mit einem Buch geht’s zurück an den Strand, dort bleibe ich, bis die Sonne untergeht. Etwas wehmütig blicke dem orangefarbenen Feuerball nach. Denn die Tage werden wieder kürzer und die Sommerpause rückt spürbar näher.
Praktische Tipps für Deinen Kurzurlaub

Wie viele Tage?
Für einen ersten Eindruck reichen zwei bis drei Nächte. Wenn Du gerne wanderst oder surfst, würde ich länger bleiben.
Was einpacken?
Regen- und windfeste Kleidung! Auch wenn der Wetterbericht Sonnenschein verspricht. An der dänischen Westküste kann das Wetter schnell wechseln. Außerdem feste Schuhe für die Dünen, Badesachen, Sonnencreme und ein gutes Buch.
Fahrrad oder Auto?
Mit dem Auto bist Du flexibel und kannst verschiedene Bereiche des Nationalparks gut miteinander verbinden. Wer gerne Fahrrad fährt, findet ebenfalls viele Möglichkeiten.
Surfen:
Klitmøller gehört zu „Cold Hawaii“ und ist nicht nur für Profis interessant. In der Region gibt es Surfschulen und Möglichkeiten, selbst einmal ins Wasser zu gehen.
Fazit: Klitmøller, bis zum nächsten Mal!
Eigentlich wollte ich nur ein paar Tage raus. Ein bisschen Nordsee, ein bisschen Natur, viel Ruhe. Bekommen habe ich genau das – und gleichzeitig noch viel mehr. Klitmøller ist kein Ort für einen durchgetakteten Urlaub. Es ist ein Ort für lange Strandspaziergänge, salzige Luft, Kaffee nach dem Surfen, Wind im Gesicht und Abende, an denen man einfach noch einmal ans Meer läuft. Der Nationalpark Thy tut sein Übriges. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum ich nach ein paar Tagen denke: Hier könnte ich es noch ein bisschen länger aushalten.





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