Blüten Hafen Hamburg

Wandern in Hamburg – 100 Kilometer auf dem Grünen Ring

31. Mai 2020

Wandern und Hamburg? Passt nicht so recht zusammen. Oder doch? Platt ist es an der Elbe definitiv. Wolken können ohne jedes Hindernis munter über Michel, Reeperbahn und Hamburger Hafen tanzen. Die höchste natürliche Erhebung liegt in Hamburgs Süden an der Grenze zu Niedersachsen. Ganze 116,2 Meter über dem Meeresspiegel liegt der Hasselbrack. Inmitten der Hamburger „Berge“. Südtiroler dürfen gerne Schmunzeln. Von alpinem Wanderspaß sind wir in Hamburg weit entfernt. Doch Wanderschuhe schnüren geht auch hier. Etwa  um den Grünen Ring zu erkunden. 100 Kilometer in 8 Etappen. Einmal rund um Deutschlands „schönste Stadt“.

[Die ersten sieben Etappen bin ich bereits im Spätsommer vor zwei Jahren abgelaufen. Nun in Corona-Zeiten habe ich die letzte Etappe nachgeholt und meine 100 Kilometer zu Fuß rund um Hamburg absolviert.]

Wandern in Hamburg – in 8 Etappen rund um die Hansestadt

Route 1: Teufelsbrück bis Stellingen

Los geht’s an der Elbe, am Fähranleger Teufelsbrück, einmal über die Elbchaussee und ab ins Grüne. Ziel ist die Haltestelle Stellingen. Dazwischen liegen rund 10 Kilometer Fußmarsch. Durch tolle Parkanlagen, den weitläufigen Altonaer Volkspark. Wenn Du magst, unterwegs lohnen sich Abstecher zum Jenischpark oder Loki-Schmidt-Garten. Immer der Grünen 11 folgen – Proviant und Getränke nicht vergessen.

Route 2: Stellingen bis Ohlsdorf

Mit diesem rund 13 Kilometer langen Streckenabschnitt habe ich mich etwas schwer getan. Nicht so sehr mit der Länge, viel mehr mit dem Streckenverlauf. Auf Route 2 wird eben deutlich, dass wir in einer Millionenstadt „wandern“. Von der S-Bahn Haltestelle Stellingen unter der A7 hindurch und einige viel befahrene Straßen überqueren. Dann geht’s endlich hinein ins Niendorfer Gehege mit Wildtieren, Ponyhof und Waldcafé.

Für Flugzeugliebhaber sicherlich ein Erlebnis: Die Route führt südlich an der Stadt- und Landebahn des Hamburger Airport vorbei. Zum Schluss ein Stück auf dem Alsterwanderweg entlang bis zum Ziel der Route: der U-/S-Bahn Haltestelle Ohlsdorf.

Route 3: Ohlsdorf bis Jenfeld

Eine abwechslungsreiche 14 Kilometer lange Route durch den Nordosten Hamburgs und, wie ich finde, einer der schönsten Streckenabschnitte. Durch den einzigartigen Friedhof Ohlsdorf, den größten Parkfriedhof der Welt. Vorbei am Naherholungsgebiet Bramfelder See, dem Bachlauf Osterbek folgen, an der Trabrennbahn Farmsen vorbei zum Wandsegrünzug. Mit knapp 20 Kilometern ist die Wandse der längste Nebenfluss der Alster. Noch einmal rund ums Jenfelder Moor und die Route an der Bushaltestelle Jenfeld Zentrum beenden.

Route 4: Jenfeld bis Mittlerer Landweg

In 12 Kilometer von Jenfeld bis Mittlerer Landweg. An der Ostseite des Öjendorfer Sees vorbei durch Billstedt zu einem absoluten Hamburg Highlight: dem Naturschutzgebiet Boberger Niederung. In Hamburgs Osten zeigen sich typisch norddeutsche Lebensräume. Zwischen Binnendünen und Heide – da kommt schnell Urlaubsstimmung auf. Und im Sommer die Badesachen nicht vergessen. Für Abkühlung sorgt der Boberger See, ein Segelfluggelände liegt nebenan. Zum Ende der Route die Bille überqueren und durchs Marschland zur S-Bahn-Station Mittlerer Landweg.

Route 5: Mittlerer Landweg bis Veddel

Vom Osten nach Allermöhe. Der Dove-Elbe westwärts folgen, durch den Wasserpark, am Eichbaumsee vorbei zum Naturschutzgebiet Holzhafen an der Norderelbe. Rund um die Billwerder Bucht liegt ein wichtiges Rastgebiet für Zugvögel. Kurz vor der Billwerder Brücke liegen zwei weitere Highlights dieser Route. Die Elbinsel Kaltehofe ist ein Industriedenkmal mit Museum und ökologischem Naturlehrpfad. Der Elbpark Entenwerder liegt auf einer Halbinsel. Hier lohnt sich eine längere Pause. Besonders schön ist das schwimmende Café Entenwerder 1 – von denen könnte es in Hamburg ruhig mehr geben.

Nach rund 14 Kilometern endet die Route auf der Veddel. Unbedingt einen Abstecher ins Auswanderermuseum „BallinStadt“ unternehmen, das liegt auf deiner Route. Dort erfährst Du, warum Hamburg den Namen „Tor zur Welt“ trägt. Und, dass mehr als fünf Millionen Europäer zwischen 1850 und 1939 vor Armut und Hunger flüchteten, in die „Neue Welt“ aufbrachen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben.

Route 6: Veddel bis Stillhorner Hauptdeich

Los geht’s an der S-Bahn-Haltestelle Veddel. Mit rund 9 Kilometern ist diese Route eine der kürzeren. Du könntest also noch ins Museum „Ballinstadt“ hüpfen, wenn Du das am Ende der Route 5 nicht mehr geschafft hast.

Dann geht’s der Wilhelmsburger Dove Elbe folgend vorbei an der Windmühle Johanna in Richtung Osten zur Deichbude Kreetsand. Mein Highlight ist definitiv der Spaziergang durch das Naturschutzgebiet Heuckenlock, Brut- und Rastplatz für Vögel und Schutzraum besonderer Pflanzen. Ziel ist die Bushaltestelle Stillhorner Weg.

Route 7: Stillhorner Hauptdeich bis Heimfeld

Auf in den Süden! Route 7 führt über die Süderelbe am Neuländer See vorbei und zu meinem Lieblingsort: den Außenmühlenteich in Harburg. Auf dem Grünen Ring geht es weiter durch das Göhlbachtal und dem wunderschönen und hügeligen Stadtwald des Meyers Park in Heimfeld. Nach rund 13 Kilometern kann die Route am Krankenhaus Mariahilf (mit Busanschluss) oder an der S-Bahn-Haltestelle Heimfeld beendet werden.

Route 8: Heimfeld bis Rüschpark Finkenwerder

Die letzte Etappe führt von Hamburgs Süden in den Westen zurück zur Norderelbe. Vom Heimfeld durch das Obstanbaugebiet Altes Land und dem Süderelbmarsch. Besonders schön, wenn im Frühsommer die Apfelbäume blühen. Die Tour endet im Stadtteil Finkenwerder. Vom Rüschpark lassen sich prima die „Pötte“ auf der Elbe beobachten. Freie Sicht auf das Betriebsgelände von Airbus und den noblen Stadtteil Blankenese. Von hier aus fahren die Fähren zu den Landungsbrücken. Ein grandioser Abschluss der letzten Etappe auf dem rund 100 Kilometer langen Grünen Ring.

Hier findest Du weitere Infos zum Grünen Ring.

 

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