USA Nationalpark Yosemite Tunnel View Reisetipps

20 Postkarten aus dem Yosemite Nationalpark [Fotoessay]

11. November 2019

Yosemite… Naturliebhabern bescheren diese acht Buchstaben strahlende Augen. Der berühmte Yosemite Nationalpark liegt in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA). 300 Kilometer östlich von San Francisco gelegen, entlang der Gebirgskette Sierra Nevada. Für mich stand ein Besuch in einem der ältesten Nationalpark der Welt, offiziell 1890 gegründet, lange auf der Wunschliste. Rauschende Wasserfälle, jahrhundertealte Mammutbäume, hellgraue Granitfelsen, die jeden Kletterer locken und sich perfekt als Fotomotive machen. Lohnt sich ein Besuch? Vor allem in den Sommermonaten? Alle Tipps weiter hierunter.

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Yosemite Nationalpark – Sehenswürdigkeiten und Fotos

Gleich vorweg: In 2 vollen Tagen im Nationalpark sind wirklich nur ein paar Highlights drin. Meine Erkundungen beschränkten sich auf das Yosemite Valley und Mariposa Grove. Wenn Du es Dir zeitlich und finanziell leisten kann, verbringe mindestens vier Tage, besser eine Woche im Yosemite. Vor in der High Sierra und ein Stück auf dem Pacific Crest Trail wandern sowie eine Fahrt über den Tioga Pass reizen mich. Doch selbst Ende Juni war der Pass aufgrund von Schnee und Eis noch gesperrt. Und die Entfernungen im gesamten Nationalpark sind immens. Hier also nur ein kleiner Ausschnitt aus dem imposanten Yosemite Nationalpark.

Die Wasserfälle von Yosemite

Mutter Natur hat ein dramatisches Schauspiel komponiert. Mit Beginn der Schneeschmelze (April bis Ende Juni) fallen Wassermassen massive Granitfelsen hinab und stürzen in die Tiefe. Drei der höchsten Wasserfälle der Welt liegen im Yosemite Valley: Yosemite Falls, Sentinel Fall und Ribbon Fall. 

Hier der Blick auf die Yosemite Falls. Die höchsten Wasserfälle Nordamerikas bestehen aus einem oberen Wasserfall (739 Meter Höhe), einem Plateau und einem unteren Wasserfall. Der Lower Yosemite Fall Trail ist einfach (ca. 1,5 km), ist als Rundweg angelegt und liegt in der Nähe des Yosemite Village. 

Um zum Upper Yosemite Fall zu kommen, benötigst Du Zeit (etwa 6-10 Std.) und Kondition. Zum Vergleich: Das Empire State Building ist 381 Meter hoch, mach die mental und physisch also auf die Erklimmung der doppelten Höhe des berühmten New Yorker Wolkenkratzers gefasst.  Beim Blick auf die Karte und die eingezeichneten Serpentinen, fege ich den Gedanken einer „kleinen“ Exkursion schnell zur Seite. Der Blick vom Glacier Point auf das Yosemite Valley, den Merced River und den oberen Teil des Wasserfalls (auf dem Foto hierunter in der linken Bildhälfte hinter dem Fels) reicht mir vollkommen.

USA höchster Wasserfall Yosemite Falls

Zoom vom Glacier Point auf den Nevada Fall (1.801 m). Etwas weiter unterhalb liegt der Vernall Fall (1.538 m). 

USA Wasserfälle Nevada und Vernal Fall

Der John Muir Trail verbindet beide Wasserfälle. Start ist das Nature Center at Happy Isles auf 1.230 Meter Höhe. Nach etwa 1 km (stetig bergauf, asphaltiert) erreichst Du eine Brücke. Hier tost und braust das Wasser des Vernall Fall – das ist schon ein Spektakel. Bring am besten Wechselkleidung mit und rutschfeste Schuhe plus Regenschutz für Kamera und co. Uns kamen klastschnasse Wanderer entgegen.

Auf dem Titelbild dieses Reiseartikels siehst Du übrigens den Bridalveil Fall (188 m), vom Aussichtspunkt Tunnel View aus.

Tipp:

Im Februar findet ein ganz besonderes Naturspektakel statt. Wenn Sonne und Luft ideal zusammenspielen,  zeigt sich der Firefall. Rot glühend und nur im Zeitraum von etwa drei Wochen findet eine optische Täuschung von etwa zehn Minuten statt. Dann „fließt“ rotes Lava El Capitan hinab. Das einmal mit eigenen Augen sehen, das wäre schon etwas.

Granitfelsen – überall!

Du möchtest Dich winzig und irrelevant fühlen? Dann auf zum Yosemite! Die mächtigen Granitfelsen sind atem-be-raubend.

Runde Kuppel. Felsspalten. Eigenwillige Formen. Aus der Senke gehoben vor über zehn Millionen Jahren. Im Laufe der Erdgeschichte geschliffen und geformt von Gletschereis, Bächen und Flüssen.  Ein Paradies für Geologen, Fotografen und Kletterer.

Mein persönliches Highlight? Der Rundblick vom 2.199 Meter hohen Glacier Point auf das Tal und die Wahrzeichen Half Dome und El Capitan.

Blick auf den 2.693 Meter hohen Half Dome. Mit zusammengekniffenen Augen ist eine Ameisenstraße aus Kletterern auf dem Gipfel zu erkennen. Verrückt!

    

Tunnel View-Fotostopp auf Wawona Road hinter/vor dem Tunnel, der Glacier Point und das Yosemite-Tal miteinander verbindet. Etwa mittig Half Dome, links angeschnitten El Capitan – beide Teil der Sierra Nevada.

Felsen, die jedes Kletterherz begeistern. Ganz nah dran an den Granitfelsen, wie hier am Mirror Lake:

Inmitten von Mammuts

Am Südeingang des Yosemite Nationalpark liegt Mariposa Grove. Mein zweites persönliches Highlight. 

Ehrfürchtig spaziere ich unter den schützenden Armen und Baumkronen der Riesenmammutbäume. Sequoias gehören zur Familie der Zypressen. Höhen um die 80 Meter und acht Meter Breite sind nicht ungewöhnlich. Die ältesten Exemplare sind über 3.000 Jahre alt und heute stark bedroht.

Wie werden die Riesen geschützt? Mit Feuer! Das kontrollierte Abbrennen (Fire Management) fördert den Wachstum und unterstützt die Regeneration der Sequoia. Außerdem entstehen so Schneisen, die Feuer kontrollieren und somit auch weite Teile des Parks vor einer rasanten Ausbreitung schützen.

Mariposa Grove steht wie auch das Yosemite Valley seit 1864 unter Schutz. Seit Sommer 2018 ist Mariposa Grove im renovierten Zustand zugänglich. Inklusive barrierefreiem Rundweg, Infotafeln, Wanderwegen, Shuttlebus und Besucherzentrum. 

Wilde Tiere?

Mit etwas Glück – vielleicht. Bären würde ich nicht herausfordern. Nehme die Warnungen und Hinweise also ernst. Je abgelegener Du unterwegs bist, desto wahrscheinlicher ist die Begegnung mit heimischen Tieren. Allerdings werden diese sicherlich bei dem Lärm und Radow von Familien, Schulklassen und Ausflüglern eher das Weite suchen. Maultierhirsche habe ich im Mariposa Grove gesehen. Ein Diademhäher habe ich auf dem Weg zum Mirror Lake entdeckt.

Yosemite Nationalpark – Infos

 

Hinkommen:

  • Wer im Park übernachtet kann auch mit dem Bus anreisen, allerdings solltest Du mindestens einen Tag für die Anreise einplanen. Ab Merced fährt ein Bus mehrmals täglich ins Yosemite Valley. Bequemer und flexibler ist die Anreise mit dem eigenen Mietwagen, zum Beispiel ab San Francisco (ca. 3 Std.). Wenn Du im Sommer den Park besuchst, mache Dich auf zahlreiche Besucher gefasst (jährlich etwa 4 Millionen). Anstatt lange nach einem Parkplatz zu suchen, fahre direkt und (!) früh morgens zum Parkplatz bei Camp 4. Ab hier geht’s bequem mit dem Shuttlebus durch den Park. 

Öffnungszeiten & Preise:

  • Der Nationalpark ist ganzjährig geöffnet, 24 Stunden am Tag. Vom Spätherbst bis Frühsommer können allerdings Pässe und Straßen gesperrt sein. Informiere Dich am besten auf der Webseite National Park Service.
  • Ein tolles Angebot ist der Jahrespass „America the Beautiful“ für 80 USD (2019). Wenn Du nur den Yosemite Nationalpark besuchst, reicht der 7-Tage-Pass für 35 USD pro Auto. Wenn Du aber noch mindestens einen weiteren Nationalpark in den USA planst zu besuchen, dann schnappe Dir den Jahrespass. Und vergiss Deinen Ausweis und Kreditkarte nicht! Die Ranger an den Einfahrten sind super freundlich (typisch amerikanisch eben) und manche sprechen auch Deutsch.

Übernachten:

  • Wenn Du in der Hauptreisezeit Juni-September im Park übernachten möchtest, musst Du sehr früh buchen oder brauchst einen dicken Geldbeutel. Die Campingplätze im Park sind sehr beliebt. Nur mit Zelt unterwegs, bekommst Du vielleicht noch einen Platz irgendwo, mit dem Wohnmobil wird es schwerer und mit einem Zimmer ziemlich schwer. Hier haben Kosten und Angebot mich nicht überzeugt, so dass ich mich für ein wunderschönes Bed and Breakfast auf einer Farm entschied. Peter, ist nicht nur ein exzellenter Gastgeber, sondern ein grandioser Frühstücksmagier (bestes Banana Bread!). Wir sind zwar pro Strecke etwa 1,5 Stunden von unserer Unterkunft in den Park gefahren, aber das hat sich für uns definitiv gelohnt. Auf booking.com findest Du die  Foxtail Farm Bed and Breakfast*, meinen persönlichen Unterkunftstipp für eine Erkundungstour in den Yosemite Nationalpark.
  • Folgende Unterkünfte im Yosemite Valley wären bei Platz und Budget meine Alternativen: Glamping im AutoCamp Yosemite (Übernachtung im Airstream), Evergreen Lodge*, im Winter ins historische Hotel The Ahwahnee. Cottage Zimmer, knisternder Kamin und Kronleuchter überm Dinner – why not?!

Lektüre:

Filmtipp:

  • FREE SOLO! Dieser Film hat mir auf dem Flug mit United Airlines Schweißperlen auf die Stirn getrieben. Und beschert mir immer noch Gänsehaut. Hier der Trailer von National Geographic:

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