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Kulinarisch unterwegs durch Lissabon – Secret Food Tour [Foodie SPOTS]

Lissabon kulinarisch Secret Food Tour

Lissabon gehört zu meinen absoluten Lieblingsstädten. Dort fühle ich mich einfach rundum wohl. Bekannt ist die wunderschöne Hauptstadt Portugals für seine Architektur, Kunst, Design-Szene, spannende Geschichte sowie schmackhafte Food-Szene. Bei meinen Besuchen am Rio Tejo hüpft mein Herz vor Freude beim Schlendern über kleine Märkte, Kaffeepausen in süßen Cafés, beim Fado hören in den fantastischen Bars und beim Probieren der zahlreichen leckeren Gerichte. Während meines Lissabon Trips ließ ich es mir nicht entgehen, an einer geführten Tour teilzunehmen, um so mehr über das kulinarische Angebot in Lissabon zu erfahren und mich durch die vielfältige portugiesische Küche zu schlemmen. Die Eindrücke meiner Secret Food Tour durch Lissabon stelle ich Dir in diesem Artikel vor.

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Immer dem Gaumen nach – Foodie SPOTS in Lissabon

Lissabon Praca do Comercio

Treffpunkt und Start der kulinarischen Tour: Praça do Comércio

 

10:29 Uhr in Lissabon: Der Start der Secret Food Tour durch Lissabon ist am Praça do Comércio, einem der Hauptplätze der Stadt. Die gebürtige Lissabonnerin Claudia führt uns, eine bunte Gruppe aus Australierin, Engländern und Deutschen, an diesem Tag durch die Hauptstadt. Wir sollen die authentische Küche des Landes kennenlernen und ganz nebenbei versteckte Ecken in den Stadtteilen Baixa und Mouraria kennenlernen.

 

Lissabon Sightseeing

Kacheln sind in Lissabon allgegenwärtig.

 

Im Vorfeld meiner Buchung hatte ich bereits angegeben, dass ich zwar Fleisch esse, aber nicht so gerne Schwein. In der Kennenlern-Runde werde ich darauf angesprochen, warum ich denn kein Schweinefleisch esse. Ich werde das Gefühl einfach nicht los, dass es mittlerweile total normal ist, sich Vegan, Glutenfrei oder Paleo zu ernähren (was ich toll finde) – beim Thema Schweinefleisch aber grundsätzlich ein (radikal-) religiöser Verdacht mitschwingt.

Mit unserer Führerin verstehe ich mich blendend. Doch anstatt mich zum Thema vor der gesammelten Runde auszufragen, hätte ich es taktvoller gefunden, das Thema nicht weiter zu beleuchten und mir auch nicht vehement zu empfehlen „Ich müsse unbedingt das Schweinefleisch probieren – unbedingt.“ Nee, muss ich nicht – aber glücklicherweise waren das nur Startschwierigkeiten und im Laufe des Tages sind diese für mich unangenehmen Momente längst vergessen. Unsere Australier in der Gruppe tranken übrigens keinen Alkohol. Warum und wieso, wurde nicht weiter hinterfragt.

 

Erster SPOT: Ausflug in die Geschichte des portugiesischen Weins

 

Lissabon Weinladen

Erster Stopp: Weinverkostung in einem Weinladen

 

Ich hatte ein spätes Frühstück und bin noch wohlig satt. Doch ich „opfere“ mich gerne und bin gespannt auf das Programm. Wie gut, dass der erste Stopp eine flüssige Komponente enthält. Normalerweise trinke ich keinen Alkohol vor 16 Uhr, doch ich mal meine Ausnahme und zippe am ausgeschenkten Portwein in einem wohl sortierten Weinladen.

Ich kenne die Weinanbaugebiete in Portugal sehr gut und besuchte bereits Porto auf den Spuren der Geschichte des Portweins. Doch so richtig warm werde ich mit dem Süßwein nicht. Den einzigen Dessertwein, den ich sehr gerne mal trinke ist der weiße Dessertwein Monbazillac aus Südwest-Frankreich.

Allerdings besteht die Weinproduktion in Portugal nicht mehr nur aus Portwein. Glücklicherweise gibt es für jeden Geschmack einen ausgezeichneten Wein. Und wenn ich mal ehrlich bin: Portwein zählt sicherlich zu jenen Weinen, die man getrost im Regal stehen lassen kann (Portweinliebhaber verzeihen mir bitte an dieser Stelle).

 

Zweiter SPOT: Bifana und andere schnelle Happen

Bifana essen in Lissabon

Typisch: Snack-Bars

 

Beim nächsten Stopp handelt es sich um einen unscheinbaren Eck-Imbiss. Darin finden gerade einmal eine handvoll Hungrige Platz. Hinter dem Tresen steht ein Mann mit Kochschürze und rührt in Töpfen, die halb so groß sind wie er selbst.

 

Lissabon Bifana

Schnell, günstig und beliebt: Bifana und andere schnelle Happen.

 

Hier wird Bifana serviert – Schweinefleisch im Brot. Das Fleisch wird in Gewürzen und Knoblauch in einer Sauce geschmort und dann ähnlich einem Sandwich serviert. Schnell, einfach und wohl das beliebteste portugiesische Fast Food.

Für mich gibt es frittierten Tintenfisch mit Mayonnaise. Der Fisch ist frisch und schmeckt, den Teigmantel kann man essen, muss man aber nicht. Ein paar Gewürze hätten dem Panade gutgetan. Es werden auch diverse andere Happen und Tagessuppen angeboten. Die Preise sind sehr human und ein idealer Treffpunkt für eine schnelle Mittagspause.

 

Dritter SPOT: Street Art in Alfama und Nationalgericht Bacalhau

 

Lissabon Street Art Alfama

Ein Stadtteil im Umbruch – in der Alfama geht es bunt zu.

 

Zeit für ein bisschen alternatives Sightseeing. Wir erkunden den Stadtteil Alfama, bekannt ist für seine maurische Vergangenheit, über viele Jahrhunderte der ärmste Stadtteil der Stadt und aktuell beliebter Anziehungspunkt für Designer, Künstler, Fotografen und die hippe Kreativszene Lissabons.

 

Lissabon Alfama

Urbane Kunst in Lissabon.

 

Enge Gassen, ein labyrinthartiges Wegenetz, bröckelnde und liebevoll restaurierte Häuserfassaden, Brunnen und Kacheln sind nur einige Merkmale des Viertels. Doch es ist vor allem die Mischung aus (noch) alteingesessenen Bewohnern und jungen Künstlern, die diesem Teil der Stadt einen besonderen Charme verleihen.

 

Der nächste kulinarische Spot ist ein klassisches Restaurant zum Mittagessen. Funktional und fast schon etwas kühl wirkt die Inneneinrichtung dieses Speiselokals. Das familiengeführte Restaurant serviert uns das portugiesische Nationalgericht: Stockfisch.

 

Lissabon Restaurant

Familiengeführtes Restaurant in Lissabon – hier wird Bacalhau serviert.

 

Anschließend schlendern wir zwischen Baixa und Bairro Alto und besuchen auf dem Weg zum nächsten kulinarischen Spot einen Fischhändler. Dort werden wir an fast jeder Ecke Bacalhau und Sardinen verkauft – auf immer gleiche Weise. Der Stockfisch gesalzen am Stück und Sardinen in der Büchse.

Bacalhau ist schon ein Phänomen. In Supermärkten, Fischläden und Delikatessengeschäften wartet, der eher tröge wirkende Fisch auf den nächsten Kochtopf. Die Portugiesen lieben ihren Stockfisch und Claudia verrät uns, dass niemand auf die Idee käme, Kabeljau frisch zuzubereiten.

 

Lissabon Secret Food Tour

Bacalhau und Sardinen sind bei den Portugiesen beliebt. Ich entdecke meine geliebten Okra.

 

Phänomen Bacalhau

Über 6 Kilogramm verzehrt jeder Portugiese im Schnitt pro Jahr an Bacalhau. Die Art der Konservierung durch Trocknen und Salzen stammt noch aus den Zeiten portugiesischer Seefahrer. Bis heute wird der Fisch so verkauft, man kann ihn im Geschäft portionsweise zersägen lassen und dann einfach nach Hause transportieren.

Dort beginnt dann die langwierige Zubereitung: zwischen einem halben Tag und zwei Tagen wird der Fisch gewässert, damit er wieder an Volumen gewinnt. Anschließend knapp unter dem Siedepunkt gekocht, damit sich Haut und Gräten leichter lösen und anschließend weiterverarbeitet. Es heißt, es gibt für jeden Tag ein Bacalhau-Rezept. Kreativität liegt den Portugiesen in jedem Fall.

Die einfache, nackte Bacalhau-Variante reißt mich nicht vom Hocke, da würde ich frischem Fisch dem Vorzug geben. Doch bestimmte Varianten wie etwa die Bolinhos de Bacalhau, eine Art Kroketten aus Kartoffeln, Ei und Gewürzen schmecken mir sehr gut.

Vierter SPOT: Ginjinha – Kirschlikör aus Lissabon

 

Ginja Kirschlikör

Feigen, Walnüsse und Ginja.

 

Wir legen einen weiteren Stop bei einer Obst- und Gemüseverkäuferin ein. Hier probieren wir den Kirschlikör Ginja (auch Ginjinha). Eingelegte Sauerkirschen und ordentlich Wumms steckt hinter diesem Schnaps. Dazu werden getrocknete Feigen mit Walnüssen gereicht. Die Kombination zergeht auf meiner Zunge und verlangt nach mehr. Der Likör stammt übrigens aus Lissabon und für Jung und Alt gehört der Likör zum Auftakt eines gelungenen Abends.

 

Lissabon Stadtrundgang

Bekannte und exotische Früchte und Wildspargel

 

Fünfter SPOT: Käse, Wein und Fisch – Ausflug in die regionalen Landstriche Portugals

 

Portugiesische Spezialitäten

Auf dem Tisch: Regionale Spezialitäten wie Schinken und Käse

 

Wir haben mittlerweile die São Domingo-Kirche zwischen Rossio und der Praça da Figueira erreicht. Die Kirche aus dem 13. Jahrhundert gilt als eine der schönsten Kirchen der Stadt. Nationale und königliche Feste wurden in der Kirche gefeiert, doch es schwingt auch eine düstere Vergangenheit mit. Auf dem Platz vor der Kirche, Largo  São Domingo, wurden wegen Ketzerei Verurteilte öffentlich hingerichtet.

Im April 2008 wurde an der Nordseite des Platzes das Denkmal Lisboa, Cidade da Tolerância enthüllt. In 34 Sprachen wird Lissabon als Stadt der Toleranz beschrieben. Mit dem Denkmal bittet die Stadt Lissabon um Vergebung, das Massaker von 1506 an den jüdischen Bewohnern nicht verhindert haben zu können.

Zum Grande Finale und vorletzten Foodie Spot kehren wir im nahe gelegenen dunkelroten Palácio da Independência ein.

Kulinarischer Stadtrundgang Lissabon

Auf dem Tisch: regionale Produkte aus Portugal

 

Nun haben wir etwas Zeit, die Eindrücke unseres Stadtrundgangs sacken zu lassen. Wir nehmen an einer langen Tafel Platz und Kellner sorgen ab sofort für unser leibliches Wohl.

Auf dem Weg zum Palast der Unabhängigkeit besorgte Claudia für uns verschiedene Käsesorten aus der Milch von Kühen, Schafen und Ziegen sowie Schinken vom „schwarzen“ (iberischen) Schwein. Diese Leckereien werden uns nun als Vorspeisen zusammen mit frisch gebackenem Brot (Portugiesen lieben Brot) und begleitenden Weinen serviert.

 

Essen und Trinken Lissabon

Oktopussalat, Pastéis de Bacalhau und frittierte Edamamebohnen

 

Der Schinken wird gelobt und ist schnell weg. Ich halte mich an die vorzügliche Käseplatte und Marmelade. Die Marmelada besteht aus Quitten und soll ursprünglich aus Portugal stammen, bevor sie nach Frankreich kam und vor dort aus die Welt eroberte. Besonders eine Art Ziegenfrischkäse, Queijo Fresco und der halbfeste Käse aus Azeitão überzeugen mich.

 

Sechster SPOT: Pastéis de Nata – kann ein Törtchen Sünde sein?

 

Pastéis de Nata Lissabon

Ganz nach meinem Geschmack: Bica und etwas Süßes

 

Etwas Süßes zum Nachtisch muss einfach sein. Ich versuche immer etwas Platz für den runden Abschluss zu reservieren – das klappt mal mehr mal weniger gut. Doch am Dessert erkenne ich sofort, ob eine Küche es versteht, einer kulinarischen Reise das Tüpfelchen auf dem I zu verleihen.

Nun ist unser nächster Stopp zwar keine typische Nachspeise, allerdings wäre eine Food Tour durch Lissabon ohne dieses sündhafte Törtchen einfach nicht perfekt. Wir treffen in einem Café ein, indem ausschließlich Pasteís de Nata, Puddingtörtchen mit Zimt serviert werden.

Wir können Zuschauen, wie die noch blassen Blätterteigförmchen mit einer gelblichen Flüssigkeit befüllt werden, im Backofen verschwinden und goldgelb gebräunt und himmlisch duftend aus selbigem wieder erscheinen.

Die Herkunft der Törtchen geht auf ein Mönchskloster im Stadtteil Bélem zurück. Dort wurden die Blätterteigtörtchen bestehend aus Eigelb, Zucker, Milch und Mehl bereits vor dem 18. Jahrhundert hergestellt. Ich finde, etwas das seit mehreren Jahrhunderten in aller Munde ist, kann doch nur gut sein.

13:29 Uhr: Kugelrund und wohlgenährt heißt es nun Abschied nehmen. Ich habe vieles über die portugiesische Küche erfahren und dabei tolle Ecken Lissabons entdeckt.

 

Deine Secret Food Tour durch Lissabon kannst Du auf www.secretfoodtours.com buchen.

 

Für alle, die eine alternative Stadtführung suchen, Lust auf Kulinarisches haben und nicht dazu kommen, die Regionen Portugals zu entdecken, ist die Food Tour ein tolles Add-on fürs Reiseprogramm.

 

Weitere Reisetipps zu Portugal stelle ich Dir in diesen Artikeln vor:

 

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2 Kommentare

  • Antworten
    Diane
    17. Juni 2018 zu 13:51

    Hi Sonja
    Toller Bericht (sabbere beinahe bei den Fotos) und ein prima Tipp @Secretfoodtour.
    Werde beim nächsten Lissabon-Besuch auf jeden Fall versuchen eine Tour mitzumachen.
    Liebe Grüße & happy Travels – Diane

    • Antworten
      Sonja
      20. Juni 2018 zu 10:42

      Olá liebe Diane,
      das freut mich zu hören, denn ich finde es immer sehr schwierig, Geschmack und Geruch auf den Bildschirm zu bringen. Bin gespannt auf Deine Eindrücke!
      Liebe Grüße & happy Travels zurück
      Sonja

    Antworten