4

Chile – Ausflug in den Lauca Nationalpark

Chile Lauca Nationalpark

Chile ist ein Land voller Kontraste und bekannt für seine vielfältigen Regionen. Im Norden Chiles liegt der Lauca Nationalpark und die Atacama-Wüste. Eine unwirtliche Region, in der es nur alle paar Jahre einmal regnet. Im Süden Chiles liegt das von Gletschern und Seen gespikte Patagonien – von hier ist es zur Antarktis nicht mehr weit. Zwischen diesen beiden Extremen, liegen 4300 Kilometer Abenteuer, Entdeckungen und spannende Reiseerlebnisse. Ein Wochenend-Ausflug führte mich in den Lauca Nationalpark im äußersten Norden Chiles an der Grenze zu Peru und Bolivien. Ob es eine so gute Idee war vom Pazifik, also von Meereshöhe in die Anden auf 3650 m Höhe zu fahren? Hier ist mein Reisebericht für euch. 

Arica – Putre: Vom Pazifik in die Anden 

Etwas zerknirscht und mit schläfrigem Blick steigen wir aus dem Bus aus. Die letzte Nacht verbrachten wir im Nachtbus, der uns von Arequipa in Peru zunächst über die Grenze bis nach Tacna in Chile fuhr. In Tacna wechselten wir den Bus und erreichen schließlich Arica am frühen Morgen. Die Wüstenstadt direkt am Pazifik bietet nicht sonderlich viel. Ein paar Strände und jede Menge Wüste, Geröll und Steine. Der Brunnen mit Wasserfontäne in der Innenstadt wirkt geradezu grotesk.

Fahrt nach Putre

Arica – Putre: Vom Pazifik in die Anden

 

Ein Fahrer erwartet uns und fährt uns nach Putre. Unser Tagesziel und Ausgangspunkt für die nächsten Tage liegt auf 3650 m Höhe und am Rande des Lauca Nationalparks. Es dauert nicht lange bis wir das Azapa-Tal durchfahren. Eine grüne Oase inmitten der Wüste, wo Weinreben, Guavenbäume, Olivenplantagen sowie exotische Früchte angebaut werden. Die Fahrt führt uns weiter auf der Ruta 11 durch das Lluta-Tal entlang des gleichnamigen Flusses und immer weiter hinauf in die Anden.

 

Socoroma Chile

Socoroma in Chile

 

Einen Stopp legen wir im kleinen Dorf Socoroma ein. Das Aymara Dorf besteht aus einigen Adobe-Häusern und einer winzigen Kirche aus dem 16. Jahrhundert. Die Welt scheint hier stehen geblieben zu sein und zeugt davon, wie schwierig die Lebensumstände hier für junge Menschen sein müssen, die sich der Traditionen der Landwirtschaft widmen möchten.

 

Höhenrausch in Putre & Lauca Nationalpark 

Nach unserer Ankunft in Putre beziehen wir erst einmal unser einfaches Hostal und schlendern etwas durch das übersichtliche Dörfchen. Wir machen noch einige Besorgungen und merken dann langsam die Strapazen des Höhenunterschieds und der langen Anreise. Sobald die Sonne untergeht, weht ein eisiger Wind durch die Gassen und es wird schnell bitterkalt. Ich ziehe meine Fleecejacke über meinen Alpaka-Pullover, stülpe mehrere Socken über meine Füße und halte mich mit Coca-Tee warm. Der Tag ist gelaufen.

 

Putre

Eindruck von Putre

 

Am nächsten Tag unternehmen wir einen ersten Ausflug mit unserem Fahrer. Er fährt uns in den Nationalpark und zeigt uns Sehenswürdigkeiten und wunderschöne Aussichtspunkte. Wir sind sehr froh nicht selbst fahren zu müssen. Die Luft ist dünn, der Kopf hämmert und sobald ich im Schatten stehe, friere ich. Die beeindruckenden Aussichten und die zahlreichen Vicuñas, Alpakas, Lamas und Guanakos entschädigen jegliche Strapazen.

 

Lauca Nationalpark

Steine und Pflanzen im Lauca Nationalpark

 

Nach einem erlebnisreichen ersten Tag im Lauca Nationalpark und einer erholsameren Nacht, heißt es am zweiten Tag sehr früh aufstehen. Zum Sonnenaufgang sind wir schon wieder im Nationalpark. Doch wir bleiben im Auto sitzen. Der Wind tost und das Thermometer zeigt Minus-Grade an. Wir zittern und bibbern und warten nur darauf, dass die Sonne endlich aufgeht und uns etwas Wärme schenkt.

 

Sonnenaufgang im Lauca Nationalpark

Sonnenaufgang im Lauca Nationalpark

 

Wir werden an diesem Tag mit wunderschönen Momenten belohnt: Einmalige Ausblicke auf den Vulkan Parinacota, eine Wanderung entlang des Sees Chungará und Flamingos soweit das Auge reicht.

 

Ausflug Lauca Nationalpark

Vulkane und Vicuñas im Lauca Nationalpark

 

unterwegs in Chile

Unterwegs in Chile

 

Wie kommt man in den Lauca Nationalpark in Chile?

  • Von Peru aus fuhr ich mit dem Nachtbus nach Tacna und dann weiter nach Arica. Arica ist ein guter Ausgangspunkt um Putre und den Lauca Nationalpark zu besuchen. Arica erreicht ihr von Santiago de Chile entweder mit dem Flugzeug oder wenn ihr eine Rundreise durch den Norden plant, bequem von Calama oder Iquique. Es gibt auch Verbindungen aus Bolivien, etwa über den Sajama Nationalpark. Wie die Infrastruktur und Frequenz aussieht, kann ich euch derzeit nicht sagen.
  • Von Arica könnt ihr entweder im Bus nach Putre fahren, dann allerdings ohne Stopps unterwegs. Oder ihr bucht im Voraus eine mehrtägige Tour, die dann Transport, Unterkunft und Übernachtung beinhaltet.
  • Wenn ihr mit dem Mietwagen unterwegs seid, solltet ihr unbedingt die Höhe nicht unterschätzen. Nehmt euch Zeit, macht Pausen und plant eher etwas mehr Zeit ein. Gerade der Anstieg von Arica hinauf bis nach Putre kann für euren Körper recht anstrengend sein.

 

Was solltet ihr im Lauca Nationalpark unternehmen?

  • Putre bietet sich als Ausgangspunkt an, da hier auch die meisten Übernachtungsmöglichkeiten liegen. Der Nationalpark ist ideal um Wanderungen und Trekkingtouren zu unternehmen. Aber auch einfache Touren mit Autofahrten und Fotostopps sind möglich.
  • Der Lauca Nationalpark liegt auf etwa 4000 m Höhe. Achtet daher auf eine gute Akklimatisierung und lasst es eher mal langsamer angehen. In dieser Höhe könnt ihr leicht an der „Puna“ erkranken. Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel können Ausdruck hierfür sein. In der Regel legen sich die Symptome nach 1-2 Tage. Jeder reagiert allerdings individuell und sollte die Symptome beobachten und Ernst nehmen.
  • Obwohl es morgens bitterkalt ist und sich Eiskristalle bilden, lohnt sich eine frühe Fahrt zum See Chungará. Hier könnt ihr das morgendliche Geschehen beobachten und werdet eine Vielzahl verschiedener Vogelarten beobachten können. Die Hochmoore und die schneebedeckten Gipfel bilden eine spannende Komposition.
  • Ihr seid auch kulturell interessiert? Dann besucht doch die umliegenden Aymara Dörfer. Eine machbare Wanderung könnt ihr von Putre nach Socoroma unternehmen. Ihr wandert auf einem alten Handelsweg, den auch schon die Inka nutzten.

Wo finde ich Chile Informationen, Reisetipps und Reiseberichte?

Chile.Travel

Travelicia

Reisedepeschen

Instagram

Lunch for One

outdooractive

Nat worldwilde

Könnte Dir auch gefallen

4 Kommentare

  • Antworten
    Wolfgang
    9. September 2016 zu 14:03

    Toll! Mal schau´n, ob es mich auch irgendwann mal nach Chile verschlägt.
    Hätte ich eine „Bucketlist“, stünde Chile sicher drauf … 😉

    LG, Wolfgang

    • Antworten
      Sonja
      9. September 2016 zu 14:33

      Lieber Wolfgang,
      Chile ist definitv eine Reise wert – aber da gibt es ja zahlreiche Länder, die es ebenso sind.
      Mal sehen, wann es bei dir soweit ist! Sag mit auf jeden Fall bitte Bescheid 😉
      LG Sonja

  • Antworten
    Nathalie
    11. Juli 2016 zu 22:13

    Hallo Sonja,
    ein gut geschriebener und informativer Bericht mit tollen Fotos! Den Lauca Nationalpark hätte ich bei meiner Chile-Reise auch so gerne noch besucht und ich sehe, es hätte sich gelohnt. Leider war die Zeit aber zu knapp. Das Problem mit der Höhenkrankheit hatte ich leider auch. Unangenehm, aber die einzigartige Landschaft war es echt wert, die Strapazen auf sich zu nehmen, oder?
    Vielen Dank für deine Verlinkung zu meinem Blog!

    Einen lieben Gruß
    Nathalie

    • Antworten
      Sonja
      11. Juli 2016 zu 22:42

      Liebe Nathalie,
      die Strapazen waren es definitiv wert. Den Park möchte ich auf jeden Fall noch einmal besuchen, aber dann mit mehr Zeit für die Höhenanpassung. Deinen Blog habe ich sehr gerne verlinkt und schaue sicherlich noch mal öfter vorbei 🙂
      LG Sonja

    Antworten