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Zu Gast bei Künstlern in Villa de Leyva (Kolumbien) – Hostal Casa del Arte

Unterkunft in Villa de Leyva

Villa de Leyva ist ein kleines und beschauliches Städtchen, indem es ein bisschen so scheint, als sei die Zeit stehen geblieben. Und gerade das macht es für mich auch so liebenswert. Nach den Tagen in der Großstadt Bogotá und allgemein sehr stressigen Wochen zu Hause in Hamburg, habe ich mir auf meiner Rundreise durch Kolumbien, bewusst ein paar gemütliche Unterkünfte ausgesucht, die etwas abseits vom Schuss liegen. Heute stelle ich euch meine Unterkunft in Villa de Leyva vor, die von Künstlern geschaffen wurde.

Unser Ausflug zur Salzkathedrale von Zipaquirá und Ráquira liegt gerade hinter uns, als wir unsere Unterkunft in Villa de Leyva im strömenden Regen erreichen. Auf der anderen Seite von Villa de Leyva schien gerade noch die Sonne und den Wegesrand säumen Kakteen und Sukkulenten. Hier auf der nördlichen Seite des Tals, ist es überall Grün und bunte Blüten springen mir vereinzelt ins Auge. Später erfahren wir, dass Villa de Leyva zahlreiche Ökosysteme auf engstem Raum beherbergt.

Bei unserer Ankunft ist das Tor verschlossen und unser Fahrer muss mehrmals hupen und sogar in den strömenden Regen hinaus (heldenhaft!), um die Klingel zu läuten, bevor uns Nelly, Schutz suchend unter einem Regenschirm die Pforte öffnet. Als wir aussteigen, dauert es keine Minute und wir sind von oben bis unten klatschnass. So ist das eben, wenn man in der Regenzeit in den Anden unterwegs ist. Nelly zeigt uns schnell unser Zimmer und merkt wohl, dass wir uns nach einer heißen Dusche sehnen. Sie muss sowieso noch mal kurz weg und bietet uns an, uns am Nachmittag mit ins Zentrum zu nehmen, denn dort holt sie ihren Mann, einen gebürtigen Italiener, von der Arbeit ab.

Hostal Casa del Arte – Ausstattung

Casa del Arte Eingang

Willkommen im Hostal Casa del Arte

Wir haben also etwas Zeit uns auf dem Grundstück umzuschauen. Das Hostal Casa del Arte liegt in der Wohnsiedlung Vereda Sabana, etwa 15 bis 20 Minuten nördlich des Zentrums. Direkt nebenan liegt noch ein weiteres Hotel, die übrigen Häuser hier oben sind großzügige Anwesen mit wunderschönen Gärten und einem tollen Blick hinab ins Tal. 

Auf dem Grundstück von Nelly und Martin stehen ihr eigenes Haus und das Gästehaus. Dort verteilen sich auf zwei Etagen die Gästezimmer, die über eine wunderschöne Holztreppe und eine umlaufende Veranda erreicht werden.

Eine offene Küche und eine kleine Sitzecke stehen uns zur Verfügung. Auch ein Tipi gehört zur Ausstattung. Nelly bietet uns an, dass uns das Tipi jederzeit zur Verfügung stehe, wir sollten ihr nur etwa eine halbe Stunde vor der Nutzung Bescheid geben, dann zündet sie uns das Feuer an. Insgeheim freue ich mich schon und denke, dass es ein schöner Abschluss für den Folgetag wäre. Leider stellt sich dann heraus, dass sie für diesen Service gerne 20.000 COP haben möchte. Ich bin etwas irritiert und nehme dann doch Abstand. Wir hatten auch so einen schönen Abschluss und fallen todmüde ins Bett.

Im oberen Stockwerk liegt unser Zimmer.

Ich kann mich gar nicht an den Pflanzen satt sehen. Würden die doch nur bei mir in Hamburg so schön wachsen.

Tisch und Küche stehen den Gästen zur Verfügung und ermöglichen eine Selbstversorgung.

Zimmer im Hostal Casa del Arte

Das Doppelzimmer ist mit natürlichen Materialien eingerichtet, so sind der Boden wie auch die Wände des Hauses aus Lehm. Für die Möbel haben die beiden Vollholz verwendet und von offenen Giebeln bin ich sowieso Fan. Der Architekt Martin und die Skulpteurin Nelly setzten bei der Einrichtung auf Feng Shui, genau wie Catalina und Camilo in ihrem Bed and Breakfast in Bogotá. Ob es nun an Feng Shui liegt, an den Naturmaterialien generell oder an der ruhigen Lage des Hauses weiß ich nicht, aber ich schlafe so gut wie schon lange nicht mehr und wache jeden Morgen erholt um 6 Uhr auf (zu Hause für mich ein scheinbar unerreichbares Ziel).

Doppelzimmer im oberen Stockwerk.

Die Lehmfliesen geben eine angenehme Wärme ab.

Badezimmer – Möbel und Tonstücke sind „hecho a mano“ (handmade).

Was bedeutet eigentlich Hostal?

 

Einige machen den Fehler und setzen den spanischen Begriff Hostal gleich mit englischen Begriff Hostel. Ein Hostel ist ja meist eine Jugendherberge oder Backpacker Unterkunft mit Schlafräumen und teilweise auch privaten Zimmern. Wer mit schmalem Budget reist und sich nicht an fremden Zimmergenossen stört, kann sich also auch nur ein Bett mieten. Das habe ich viele Jahre auch so gemacht und konnte mir so mehrmonatige Fernreisen ermöglichen.

Aus dem Alter bin ich aber raus, habe ich gemerkt. Ein Hostal ist in Südamerika meist eine Unterkunft, die von einer Familie geführt wird oder/und einen Familienanschluss ermöglicht. Man hat zwar ein Privatzimmer, aber die Mahlzeiten werden dann zum Beispiel gemeinsam mit den Gastgebern eingenommen.

So wird es auch im Hostal Casa del Arte angeboten. Zum Frühstück werden wir in das Wohnhaus der beiden gelassen und eine Haushaltshilfe serviert uns am Esstisch das Frühstück (Eier, Arepa, Brot, Marmelade, Kaffee, Früchte und frischer Saft). Ich muss zugeben, ich war schon sehr neugierig, wie die beiden wohnen. Schließlich ist der übrige Teil des Grundstücks schon so schön eingerichtet. Als wir nun aber am Frühstückstisch sitzen, kann ich mich gar nicht „satt“ sehen. Ehrlich gesagt, habe ich ganz schön viel geglotzt, denn so eine harmonische Unterkunft habe ich lange nicht gesehen. 

Einblick in das Wohnhaus

Ein Kamin, ein hängendes Xylophon, Statuen und Plastiken und wunderschöne Möbel. In Gedanken packe ich schon wie eine diebische Elster, all die wunderschönen Deko-Objekte in meinen Rucksack.

Mein Fazit

Die Lage der Unterkunft ist etwas außerhalb. Wen das aber nicht stört, der findet hier eine sehr schöne und harmonische Unterkunft. Ein Taxi von Villa de Leyva nach Vereda Sabana kostet zwischen 8.000 und 10.000 COP. Nicht ganz günstig und sollte bei der Wahl der Unterkunft berücksichtigt werden. Der Aufenthalt in der Unterkunft hat mir sehr gut gefallen, alles war sehr sauber und hochwertig. Man merkt, dass die Unterkunft noch recht jung ist. 

Auf Spanisch kamen wir sehr gut klar. Nelly spricht zwar auch etwas Englisch, aber nur sehr holprig. Sie ist sehr liebenswert und hilfreich. Außerdem bot sie uns an, die umliegenden Sehenswürdigkeiten wie El Fosil, das Paläontologische Museum und das Terrakotta-Haus zu besuchen. Als Referenz hat sie uns einen Preis genannt, der doppelt so hoch war wie jener im Lonely Planet Kolumbien angegeben und auf die Preise einer Agentur hingewiesen. Dieser kam mir allerdings sehr hoch vor, so dass sie uns vorschlug, am Ende das zu geben, was uns die Tour wert wäre. 

Das Museum hatte leider zu und der Besuch von El Fossil und dem Terracottahaus hat insgesamt ca. 1,5 Stunden mit Fahrtzeiten gedauert. Wir haben uns dann für einen Wert zwischen den beiden angegebenen entschieden, obwohl mir das persönlich noch immer etwas zu hoch vorkam. Diesen Punkt lasse ich mal so stehen und hat den Eindruck des Aufenthalts keineswegs geschmälert. Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist oder bereits vorher eine Tour gebucht hat, der kommt erst gar nicht eine solche Verlegenheit.

Buchen könnt ihr eure Übernachtung entweder direkt über die Homepage oder auf booking.com*.

 Zu booking.com 

 

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