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Eine Schatztruhe in Bogotá (Kolumbien) – Serie 1948 Bed and Breakfast

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Meine Suche nach einer Unterkunft in BogotĂĄ war lang und mit zahlreichen Stunden in Suchmaschinen verbunden. Meine AnsprĂŒche waren hoch und ich hatte mehrere Ausschlusskriterien. Camilo fĂŒhrt mich durch sein Haus im angesagten Stadtteil Teusaquillo. Schnell merke ich, dass es sich um keine gewöhnliche HausfĂŒhrung handelt und sich die Suche mehr als gelohnt hat. Schließlich gibt es an jeder Ecke etwas zu entdecken und ich spĂŒre, dass sein Bed and Breakfast im Herzen von BogotĂĄ eine besondere Unterkunft ist.

Unterkunfttipp BogotĂĄ

Eine geschwungene Holztreppe mit breitem Handlauf fĂŒhrt in das Obergeschoss, wo neben sechs weiteren GĂ€stezimmern auch unser Doppelzimmer liegt. Beim hinauf gehen, werde ich kurz von einem Gedanken abgelenkt. Als Kind habe ich mir immer ein Haus mit einer solchen Treppe gewĂŒnscht. Die Neigung des Handlaufs ist geradezu perfekt, um hinunterzurutschen. LĂ€chelnd folge ich unserem Gastgeber. Von Camilo möchte ich mehr ĂŒber die Geschichte des Hauses und von seiner Idee erfahren, das B & B Serie 1948 zu grĂŒnden.

„FĂŒnf Jahre habe ich an der Renovierung des Hauses gearbeitet und eigenhĂ€ndig jede Leitung verlegt und jedes Loch gebohrt. Dabei hatte ich gar keine Ahnung, wie so etwas geht. Den gesamten Holzboden habe ich von Hand entfernt, in Kisten gepackt und schließlich wieder verlegt. Das war ein bisschen wie Tetris spielen.“

Camilo lĂ€chelt wĂ€hrend er mir das erzĂ€hlt und setzt die Begehung durch seine Schatztruhe fort. Ein komplettes Haus, neben dem regulĂ€ren Job, eigenhĂ€ndig zu renovieren und es dann auch noch in ein so wunderschönes und geschmackvolles GĂ€stehaus zu verwandeln? Über seinen Mut und seine Ausdauer kann ich nur staunen. Über Kosten sprechen wir nicht,  denn ich traue mich nicht nachzufragen.

„Es benötigt lediglich ein bisschen Geld. Der Rest hat dann aber mit Ausdauer und Willen zu tun. Ein bisschen verrĂŒckt muss man natĂŒrlich auch sein.“

Lange suchte Camilo nach einer architektonischen Besonderheit, nach Etwas mit Charakter. Er lebte in verschiedenen StĂ€dten, zuletzt in Buenos Aires versuchte dort sein GlĂŒck. ZurĂŒck in Kolumbien fand er im MĂ€rz 2011 dann dieses Haus im Stadtteil Teusaquillo und putzte es nach und nach heraus. 

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Serie 1948 – Austattung und FrĂŒhstĂŒck

Im oberen Stockwerk angekommen, fallen mir die Fenster des Treppenhauses auf. Sie sind Deckenhoch und erinnern mich an ein sakrales GebĂ€ude. Das Licht fĂ€llt auf den wunderschönen Holzboden, der beim Gehen unter meinen FĂŒĂŸen leise knarzt.

Insgesamt sieben Doppelzimmer bieten Camilo und Catalina in ihrer Unterkunft an. Ein verwinkelter Flur fĂŒhrt zum hinteren Teil des Hauses. Dort fĂŒhrt eine Treppe hinunter in den ĂŒberdachten und farbenfrohen Hinterhof. Hier dominieren die Farben Orange und TĂŒrkis. Nach der Feng Shui Farbenlehre, nach der Catalina das Haus einrichtete, fördert die Farbe Orange zum Beispiel die Geselligkeit. Vielleicht ist das auch der Grund, warum wir unser FrĂŒhstĂŒck ganz entspannt angehen und etwas lĂ€nger sitzen bleiben als geplant.

In einer halboffenen KĂŒche bereiten die beiden das FrĂŒhstĂŒck fĂŒr ihre GĂ€ste vor. Sie arbeiten nicht nur Hand in Hand, sondern strahlen auch eine unglaubliche Ruhe aus. Neben frisch gepresstem Orangensaft, super leckerem Kaffee bieten die beiden auch ein typisches kolumbianisches FrĂŒhstĂŒck mit Ei und Arepa an. Wer nach einer lĂ€ngeren Reise durch Kolumbien keine Lust mehr auf Arepa hat, dem bieten die beiden gerne auch ein MĂŒsli oder Vollkornbrot mit Butter und Marmelade an.

Doppelzimmer Bed and Breakfast Bogota

FĂŒr mich liegt das HerzstĂŒck der Unterkunft im vorderen Teil des Hauses. NatĂŒrlich ist ein gemĂŒtliches Zimmer mit einer super bequemen Matratze ein Garant fĂŒr einen erholsamen Schlaf, insbesondere nach einer anstrengenden City Tour durch BogotĂĄ oder wenn man gerade erst nach einem langen Flug in Kolumbien angekommen ist.

Bed and Breakfast Bogota

Doch das großzĂŒgige Wohnzimmer mit seinen antiken Möbeln, gemĂŒtlichen Sitzgelegenheiten und den zahlreichen FundstĂŒcken machen das Haus erst zu so einer gelungenen Unterkunft mit Seele. Man kann sich einfach eines der wunderschönen BildbĂ€nde schnappen und es sich gemĂŒtlich machen, eine Vinylplatte anhören, Zeitung lesen oder auch einen Blogbeitrag schreiben.

Unterkunft BogotĂĄ mit Fahrradverleih

 

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Zur Abfahrt bereit: Rueda Bogota

Catalina und Camilo betreiben neben dem B&B auch den Fahrradverleih Rueda Bogota und bieten verschiedene Touren by Bike an. Es stehen euch Fixies, Mountainbikes oder coole Cruise-RĂ€der zur VerfĂŒgung. Bei einigen Touren ist auch eine kurze Yoga-Session inklusive. Fragt die beiden einfach nach einer Route oder fahrt spontan los. Am besten geht das an einem Sonntag, wenn von sieben Uhr bis 14 Uhr zahlreiche Straßen wĂ€hrend der Ciclovia fĂŒr den Autoverkehr gesperrt sind.

Und wofĂŒr steht Serie 1948 eigentlich?

Eine Serie stellt eine Ansammlung verschiedener GegenstĂ€nde, Zahlen, Personen oder Events dar, die ein Ganzes ergeben. Der Geist des Bed and Breakfast setzt sich aus verschiedenen Materialien wie Holz und hochwertigen Textilien, aus lĂ€ngst vergessenen Dingen und aus SchĂ€tzen sowie aus ErzĂ€hlungen und aus Erinnerungen zusammen. Nicht zuletzt steht das Jahr 1948, aus dem auch das im Tudor Stil gebaute Haus stammt, fĂŒr ein bedeutendes historisches Ereignis. Am 30. April 1948 wurde der amerikanische Vertrag ĂŒber die Streitschlichtung in der kolumbianischen Hauptstadt unterschrieben – besser bekannt als BogotĂĄ-Pakt von 1948

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Das Haus ist auch deshalb ein solches Juwel, da sich Camilo etwas getraut hat, was es nur sehr selten in BogotĂĄ gibt. Und das ist die Erhaltung einer alten Bausubstanz. Wer in Kolumbien reist, wird schnell merken, dass es „chic“ ist, in modernen HochhĂ€usern zu logieren. Zwischen Wolkenkratzern sieht man vereinzelt noch Ein- oder ZweifamilienhĂ€usern, die frĂŒher oder spĂ€ter allerdings weichen werden. Investoren und Immobilienmakler haben wie fast ĂŒberall auf der Welt Gewinn maximierende Absichten. Da gleicht es schon fast einem rebellischen Akt, ein solches Haus erhalten zu wollen. 

Lage im Herzen BogotĂĄs

FĂŒr mich kam eine Übernachtung in La Candelaria auch diesmal nicht in Frage. Im Norden BogotĂĄs, wo ich auch drei Monate wohnte und arbeitete, fĂŒhle ich mich einfach wohler. Dies ist natĂŒrlich Geschmackssache und Typ abhĂ€ngig. Die Zona G und Zona Rosa sind nicht weit entfernt. Man erreicht Usaquen in etwa einer halben Stunde und in zehn Minuten ist man mit dem Transmilenio in der Altstadt und damit bei allen wichtigen SehenswĂŒrdigkeiten. Die Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft ist natĂŒrlich verkehrsabhĂ€ngig und dauert zwischen 15 und 30 Minuten (25.000 COP mit dem gelben Taxi). Wer etwas mehr ĂŒber den Stadtteil erfahren möchte, findet hier und hier weitere Informationen.

Teusaquillo weist noch immer eine sehr schöne Architektur auf. Die meisten HÀuser stammen aus den 1940er und 1950er Jahren. Zu jener Zeit zÀhlte der Stadtteil zu einem der elegantesten der Stadt, in dem auch zahlreiche PrÀsidenten und ehemalige Regierungsmitglieder residierten.

Mein Fazit 

Wir haben uns bei dem Super-Trio Catalina, Camilo und Jacko (der allerliebste und verschmuste Hund ĂŒberhaupt) sehr wohl gefĂŒhlt und jederzeit herzlich willkommen. Den beiden sind die Anstrengungen der letzten Jahre nicht anzumerken. Sie sind mit Herzen Gastgeber und stehen euch mit Rat und Tat zur Seite, wenn ihr das wollt. FĂŒr mich ist das Bed and Breakfast nach diesem Besuch meine erste Wahl. Schließlich wĂŒnsche ich den beiden, dass zahlreiche GĂ€ste den Weg in das tolle Haus finden und etwas mehr Zeit mitbringen als wir. Die beiden haben so viel zu erzĂ€hlen und sind mit Abstand außerordentliche Gastgeber!

Bevor ihr jetzt euren Aufenthalt in Bogotå plant, sichert euch schon mal ein Zimmer in der tollen Unterkunft. Buchen könnt ihr, wie ich zum Beispiel, auf der Webseite von booking.com*.

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