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Ein Tag in BogotĂĄ – Spaziergang zwischen Radfahrern und Graffitis

reiseblog bogota

An Sonntagen und an Feiertagen ist die Welt in Bogota D.C. ein kleines bisschen anders als an den ĂŒbrigen Wochentagen. Denn dann hat die millionenschwere Metropole an den FĂŒĂŸen der Andenberge Monserrate und Guadalupe endlich mal Zeit etwas durchzuschnaufen. In einer der am schnellsten wachsenden Metropolen weltweit, werden von sieben Uhr bis 14 Uhr etwa 200 km Straße fĂŒr FußgĂ€nger, Jogger, Radfahrer und Inliner gesperrt. Meine Erkundungstour durch BogotĂĄ fĂ€llt glĂŒcklicherweise auf einen Sonntag, so dass ich mich nach acht Jahren Abstinenz ganz ohne Verkehrschaos an Altbekanntem erfreuen und viel Neues entdecken kann. 

 

Der Tag nach meiner Ankunft in Kolumbien

Bin ich wirklich zurĂŒck? Ja! Nach acht Jahren wache ich wieder in der kolumbianischen Hauptstadt auf und hĂŒpfe aus dem gemĂŒtlichen Bett meiner Unterkunft im hippen Stadtteil Teusaquillo. Doch ich muss mich gleich etwas bremsen. Bei meinen ersten Schritten, merke ich meine Kurzatmigkeit, die ich den etwa 2.600 Metern Höhenunterschied zuschreibe. Das vergeht schnell wieder und nach einem typischen FrĂŒhstĂŒck mit Arepas (Maisfladen) und RĂŒhrei, breche ich zu meiner Erkundungstour auf.

 

Von Teusaquillo nach La Candelaria

Ein paar Straßenecken weiter befinden wir uns direkt auf einer abgesperrten Straßen der Ciclovia. Kein AutolĂ€rm oder Gestank, nur fleißige Bogotanos in ihrem trendigen Sportoutfit. Der Blick von der FußgĂ€ngerbrĂŒcke in Richtung Wolkenkratzer ist phĂ€nomenal. Ein altbekanntes GefĂŒhl von Vertrautheit macht sich in mir breit. Rechts und links erhasche ich die ersten Graffitis. Bogota ist bekannt fĂŒr seine Streetart-Kultur, die zwar bunt, aber keinesfalls fröhlich ist, sondern kritische Themen wie das ParamilitĂ€r und die soziale Ungleichheit im Land thematisiert.

 

 

 

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Seltenheit – Bogota ganz ohne StraßenlĂ€rm

 

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Spaziergang in Richtung Altstadt

 

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GĂ€ngiges Bild…

 

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Obdachlose in BogotĂĄ.

 

Auf dem Weg in die Alstadt La Candelaria mache ich einen Stopp im Goldmuseum. Dieses liegt an der der Avenida Jimenez und ist dank der Ciclovia ebenfalls fĂŒr den Autoverkehr gesperrt. An Sonntagen ist der Eintritt in das „Museo del Oro“ zwar frei, aber es ist auch voller. Wer sich intensiv mit den Exponaten beschĂ€ftigen möchte, sollte einen anderen Tag auswĂ€hlen oder sehr viel Zeit mitbringen. Dann finden nĂ€mlich auch kostenlose FĂŒhrungen statt. Das Museum ist sehr beeindruckend und eines der best kuratierten in ganz SĂŒdamerika (Spanisch/ Englisch).  Ihr erfahrt mehr ĂŒber das spektakulĂ€re Golderbe der Muisca, El Dorado und andere Fundorte in Kolumbien.

 

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Theater in BogotĂĄ.

 

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Ciclovia in BogotĂĄ.

 

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Installation im Goldmuseum.

 

Mittagessen? Geht so!

Mittlerweile ist es Mittag und der Magen knurrt. Auf meiner To Do-Liste steht ein Besuch des Lokals „Quinua y Amaranto“ in der Altstadt von La Candelaria. Aus meiner Zeit in BogotĂĄ weiß ich, dass das Ajiaco hier vorzĂŒglich schmeckt und meiner Reisebegleitung schwĂ€rme ich davon schon die ganze Zeit vor. Leider ist der Laden zu, der als einer der ersten seit etwa 10 Jahren auf die bewusste Auswahl kleiner, organischer Zulieferer wert legt und ein gesundes und nahrhaftes Mittagessen zu fairen Preisen anbietet. 

 

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Leider Sonntags zu: Quinua y Amaranto.

 

Hungrig tigern wir durch die Gassen von La Candelaria. Die meisten PlĂ€tze sind voller Backpacker oder Touristen. In der De Una Bar gibt es peruanisches Essen. Gar nicht schlecht. Aber wir sind doch in Kolumbien, denke ich und bestehe auf „mein“ Ajiaco. So empfiehlt uns die Bedingung, einfach etwas weiter die Straße herunter zu gehen, die LĂ€den seien voll mit typisch kolumbianischen Essen. So kam es, dass wir neben dem SĂŒĂŸwarenladen „La Puerta Falsa“ landen und ich der Werbebotschaft des besten Ajiacos widersprechen muss. Die Paisa Bandeja war ein Versuch, aber leider auch nicht wirklich prickelnd. DafĂŒr war der Saft aus Guayabana super und satt hat es auch gemacht.

 

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Ajiaco – Typisches Gericht aus Bogota. Okay, aber nicht das beste.

 

Graffiti und Streetart Tour durch BogotĂĄ

Um kurz vor 14 Uhr treffen wir die waschechte Berlinerin Anne von Bogota Graffiti Tour. Eigentlich wollten wir die Tour schon absagen, da wir nach dem schweren Mittagessen etwas in den Seilen hingen und sich die FĂŒĂŸe schwer anfĂŒhlten. Doch was hĂ€tten wir uns entgehen lassen!

 

 

Der Spaziergang durch La Candelaria dauerte etwa 2,5 Stunden und der Kostenbeitrag basiert auf einer Spende (zwischen 25.000-30.000 COP). Streetart und Gaffiti kann einen Einblick gesellschaftliche Konflikte und Probleme geben, wenn sie richtig gemacht und interpretiert wird. Im Bereich Graffiti bin ich noch Einsteigerin. Darum hat mir die Tour auch sehr gut geholfen, Werke von Guache, Crisp, Stinkfish oder lik mi ĂŒberhaupt zu erkennen und zu verstehen. 

 

Atemlos auf dem Berg Monserrate

Der motorisierte Verkehr in BogotĂĄ zwĂ€ngt sich wieder durch die Straßen und nach so vielen EindrĂŒcken, schwirrt mir der Kopf. Ein Programmpunkt muss unbedingt noch sein: Die Fahrt auf den Hausberg Monserrate.

Wir fahren mit dem Funicular hoch und hinunter. Da heute Sonntag ist, ist auch hier der Fahrtpreis gĂŒnstiger als an den ĂŒbrigen Tagen (10.000 COP pro Person). Es ist bereits sehr spĂ€t, so dass wir nur mit einer weiteren Person nach oben fahren. Alle anderen Besucher sind schon wieder auf dem RĂŒckweg.

 

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Skyline von BogotĂĄ.

 

Immer wieder ist der Blick ĂŒber BogotĂĄ atemraubend. Hier lĂ€sst sich alles fĂŒr einen Augenblick vergessen und man kann tief durchatmen. Nun ja, je nachdem wie gut man die Höhe vertrĂ€gt. Denn der Hausberg Monserrate mit der hĂŒbschen Kirche, liegt noch einmal etwa 400 Meter ĂŒber der Stadt. Beim Blick hinunter, kann ich die Stadtgrenzen kaum mehr ausmachen. So sehr ist BogotĂĄ in den letzten Jahren gewachsen. GrĂŒne Berge und TĂ€ler erkenne ich nur hinter mir, dort wo es stetig bergab in Richtung Amazonasgebiet geht. 

 

Gedanken zu BogotĂĄ & zum Thema Sicherheit

FĂŒr heute hat sich die Sonne verabschiedet und die Lichter der Metropole bilden mit dem Wolkenband im Hintergrund eine surreale Kulisse. Hallo BogotĂĄ, schön dich wieder zu sehen. Doch ich hoffe, du kommst nicht vom falschen Weg ab, denn was ich zwischen den ganzen glĂ€nzenden HĂ€userfassaden sehe, sind zahlreiche Obdachlose und DrogenabhĂ€ngige, Bettler und Verwaiste. Hier ist die Luft schlechter geworden und das Gras scheint nicht mehr ganz so grĂŒn. I like you, aber sieh zu, dass du dich in den Griff bekommst. Der Abriss der „Bronx“ ist vielleicht ein erster Schritt, doch Probleme lassen sich nicht mit Gewalt und Planierraupen lösen. Ein Sozialsystem und Platz fĂŒr die Armen und Verzweifelten, solltest du schon parat haben. DafĂŒr stehen dir zahlreiche Geldmittel zur VerfĂŒgung. 

 

 

WĂ€hrend meines Aufenthalts in BogotĂĄ habe ich mich an keiner Stelle unsicher gefĂŒhlt. Es gab mitunter Momente, in denen ich dachte, in diese Straße sollten wir jetzt besser nicht einkehren oder mir sind Gestalten ins Auge gefallen, denen ich nachts nicht unbedingt begegnet wĂ€re. Besonders fĂŒr La Candelaria gilt dies. Hier war ich sehr glĂŒcklich darĂŒber, in der Gruppe der BogotĂĄ Graffiti Tour unterwegs gewesen zu sein. Da der darauffolgende Montag ein Feiertag war, wurde hier schon ordentlich gefeiert und gefĂŒhlt jeder in La Candelaria hatte einiges Zuviel an Aguardiente intus. Es war nett, mal wieder durch die Gassen gestreift zu sein, um so froher, war ich dann aber auch, als wir abends ins beschaulichere und ja auch modernere Teusaquillo zurĂŒck kehrten. 

 

Alternativen zu La Candelaria und Transmilenio

La Candelaria ist zwar die Altstadt und hier liegen auch sehr viele Hotels, doch bei meiner Recherche bin ich immer wieder auf Hinweise gestoßen, hier abends nicht unterwegs zu sein und sich auch fĂŒr kurze Strecken ein Taxi zu nehmen. Zwar hatte ich gehofft, dass sich die Situation im Laufe der Jahre gebessert habe. Leider scheint dem nicht so zu sein und Parties um jeden Preis brauche ich nicht. Im nĂ€chsten Beitrag stelle ich euch darum meine schöne und gut gelegene Unterkunft im Stadtteil Teusaquillo vor. Seid gespannt!

Ebenso wenig habe ich diesmal den Transmilenio benutzt. Zu den Stoßzeiten, ist es reine GlĂŒckssache, ob man mit sĂ€mtlichem Hab und Gut wieder aussteigt. Zudem mag ich keinen engen Körperkontakt mit der Masse. Der Transmilenio ist ohne Frage eine tolle Erfindung. Doch die KapazitĂ€ten sind lĂ€ngst ausgelastet und das Erwerben einer Aufladekarte nervt etwas. Darum ging es diesmal zu Fuß in die Stadt und mit dem Taxi zurĂŒck zur Unterkunft. Insgesamt kamen so 14 Kilometer Fußweg zustande. Wer mit mobilem Internet in Kolumbien unterwegs ist und Erfahrungen hat, kann auch Uber nutzen.

 

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Hoffnung.

 

Bogota auf einen Blick – Tipps und Infos

Flughafen

(El Dorado)

Der Flughafen liegt im Nordwesten, ist nagelneu und befindet sich teilweise noch im Bau. Am Ausgang stehen sowohl weiße, als auch gelbe Taxis mit der Aufschrift Servicio Publico. Die Fahrt mit den gelben Taxis kostet zwischen 25.000 COP bis 35.000 COP je nachdem wohin ihr in BogotĂĄ wollt. Die weißen Taxis sind „Luxustaxis“ und verlangen das Doppelte. 
Zentraler Busbahnhof

(La Terminal)

Der Busbahnhof liegt ebenfalls im Nordosten, allerdings nicht ganz so weit draußen. Je nach Verkehr, kann die Fahrt hierher recht lange dauern. Es gibt verschiedene farbige Module, die sich nach der Himmelsrichtung des Fahrtziels richten. 
Sehenswerte Museen Die Museumslandschaft in BogotĂĄ bietet einiges. Unbedingt anschauen solltet ihr auch das Museo del Oro (Montags geschlossen, Sonntags Eintritt frei, sonst 3.000 COP pro Person) und das Museo Botero (Dienstags geschlossen, Eintritt frei). 
Must Do’s Besuch Plaza Bolivar, La Candelaria, Sonntagsmarkt in Usaquen, Monserrate, ein verrĂŒckter Abend im Andres Carne des Res.
Sprache Spanisch (Bogotanos reden sehr deutlich und langsam. Ideal fĂŒr Spanisch-AnfĂ€nger). Mit Englisch kommt man im Alltag nur sehr schwierig weiter.
WĂ€hrung Kolumbianische Pesos (COP). Wechselkurs schwankt stetig. Wenn ihr eure Tausende oder Millionen in der Hand haltet, könnt ihr einfach drei Nullen streichen und die ĂŒbrige Zahl durch drei teilen, dann habt ihr den ungefĂ€hren Eurobetrag. 300.000 COP sind also etwa 100 Euro. Achtung Falschgeld: Dieses ist hĂ€ufig im Umlauf. Doch das wir falsche 50.000 COP am Automaten erhalten, damit haben wir nicht gerechnet und den erst viel spĂ€ter gemerkt.
Vorwahl +57
Einwohner BogotĂĄ hat ca. 7 Millionen Einwohner
Höhe 2.610 mĂŒNN – Monserrate: 3.125 mĂŒNN
Klima GemĂ€ĂŸigt mit milden Temperaturen. Im Laufe des Tages wechselt das Wetter von sonnig zu regnerisch.

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