5

Trier Reisetipps – ein Tag in der Moselmetropole

Porta Nigra Skulptur

Am vergangenen Wochenende besuchte ich die schöne „Moselmetropole“ Trier mal wieder. In Trier studierte ich und die Stadt kenne ich seit Kindertagen. Nachdem ich sieben Jahre in Trier gelebt hatte, wollte ich unbedingt mal woanders hin. Gelandet bin ich in Hamburg. Unterschiedlicher können die beiden StĂ€dte kaum sein. Und obwohl ich mir wĂŒnschte wegzuziehen, wurde ich in bisschen wehmĂŒtig bei meinem Spaziergang durch die geschichtstrĂ€chtige Stadt. Viele bekannte Ecken und Erinnerungen kamen dabei natĂŒrlich hoch und ein bisschen auch der Wunsch, mal wieder lĂ€ngere Zeit hier zu verbringen. Meine Trier Reisetipps machen hoffentlich neugierig und Lust, die Stadt zu erkunden.

SehenswĂŒrdigkeiten in Trier

Interessante Orte und SehenswĂŒrdigkeiten gibt es in Trier eine Menge, denn schließlich ist sie die Ă€lteste Stadt Deutschlands und hat einiges zu erzĂ€hlen.

 

Die „Pochta“

trier reisetipps

Trier Reisetipp – Porta Nigra

 

Beginnen wir an der Porta Nigra. Sie  ist wohl das Wahrzeichen schlechthin und stammt aus der römischen Kaiserzeit (200 n. Chr.). An der „Porta“ oder wie man lokal zu sagen pflegt „Pochta“ starten auch die meisten StadtfĂŒhrungen.  

Auf dem Porta-Nigra-Platz kann es zu den Stoßzeiten schon mal sehr voll werden. Leider hat es die Stadt Trier immer noch nicht geschafft oder ist gewillt, um die Porta Nigra eine verkehrsberuhigte Zone einzurichten. Das ist schade fĂŒr alle Besucher, die gerne den Blick auf die Porta genießen oder einfach ein schönes Foto mit Abstand machen wollen. Autos oder Busse sind garantiert immer im Bild. Aber ich wage mal die These, dass auch die Bewohner sich ĂŒber eine zeitgemĂ€ĂŸere Verkehrsplanung freuen wĂŒrden. An der Porta Nigra liegt auch die Tourist-Information Trier und das Stadtmuseum Simeonstift.

Einen kleinen Geheimtipp habe ich an dieser Stelle schon fĂŒr euch. Wenn ihr euch fĂŒr Karl Marx interessiert, dann findet ihr schon hier an der Porta Nigra das Wohnhaus der Familie Marx. Das Geburtshaus in der BrĂŒckenstraße (heute Karl-Marx-Haus) bezog die Familie etwa einen Monat vor der Geburt Karl Marx und wohnte dort zur Miete. Bereits 1819 kaufte die Familie das kleine Wohnhaus in der Simeonstraße und lebte direkt an der Porta Nigra. Heute erinnert nur noch eine kleine Gedenktafel daran.

 

Simeonstraße & Judengasse

Trier FachwerkhÀuser

FachwerkhÀuser in Trier

 

Von der Porta Nigra im Norden der Stadt geht es auf der Simeonstraße zum Hauptmarkt. An der Kreuzung zur Glockengasse gibt es das beste Eis in Trier (Calchera).

Wenn ihr fast am Hauptmarkt angekommen seid, schaut noch mal nach rechts. Euch fĂ€llen vielleicht ein paar FachwerkhĂ€user auf. Darunter liegt der Durchgang zur Judengasse. Eines der letzten Zeugnisse jĂŒdischen Lebens in Trier. Außer ein paar Imbissen gibt es in der Gasse nichts Sehenswertes.

 

Hauptmarkt & Trierer Dom

trier hauptmarkt

Blick auf den Hauptmarkt mit Marktbrunnen

 

Der Hauptmarkt ist der zentrale Platz in Trier. Hier laufen alle wichtigen Straßen zusammen. Der Marktbrunnen mit dem Heiligen Petrus wurde wunderschön restauriert und erstrahlt nun wieder in satten Farben. Bevor ihr zum Dom geht, schaut euch noch einmal genauer um. An einer der Seiten befindet sich der Eingang zur Kirche St. Gangolf. Sie liegt fast ganz versteckt hinter HĂ€userfassaden und ist ebenfalls einen Besuch wert.

 

Trierer Dom

Blick auf den Trierer Dom vom Hauptmarkt aus.

 

Die Hauptattraktion ist sicherlich der gewaltige Trierer Dom. Schließlich ist hier geschichtlich so einiges passiert (Stichworte: Kaiser Konstantin, Heiliger Rock) und die Jahrhunderte sind architektonisch sehr gut zu erkennen.

Meine Empfehlung: Rein gehen und staunen, dann in die Liebfrauenkirche nebenan und den Punkt am Boden suchen, an dem man die 12 Apostel sehen kann. Anschließend könnt ihr auf dem Kreuzgang wandeln und mal tief durchatmen.

 

Basilika & KurfĂŒrstliches Palais

Konstantin Basilika Trier

Konstantin Basilika

 

Zur Konstantin-Basilika ist es jetzt nicht mehr weit. Die heutige evangelische Kirche war damals die Audienz-Halle des Kaisers. Sollte man auch mal gesehen haben, denn es ist der grĂ¶ĂŸte Einzelraum, der aus der Antike ĂŒberlebt hat.

Direkt an der Basilika liegt das KurfĂŒrstliche Palais. Der Kontrast zwischen den Bauwerken kann kaum grĂ¶ĂŸer sein. Karge römische Architektur trifft schwĂŒlstiges Rokoko. Doch viel schöner noch ist der Spaziergang durch den Palastgarten, ein typisches Beispiel barocker Gartenkunst.

 

Kaiserthermen & Amphitheater

Fans der Antike kommen bei diesen römischen Bauwerken voll auf ihre Kosten. Die Kaiserthermen sind römische Badeanlagen und das Amphitheater, bot bei KĂ€mpfen bis zu 20.000 Zuschauern Platz.

Wer Wissenswertes ĂŒber die Bauwerke erfahren möchte, dem empfehle ich die Teilnahme an einer der Trierer ErlebnisfĂŒhrungen. Sie sind spannend und es bleibt sehr viel mehr Wissen hĂ€ngen, als bei klassischen StadtfĂŒhrungen.

Von 1997 bis 2012 fanden in Trier regelmĂ€ĂŸig „Brot & Spiele“ statt. Im Sommer verwandelten sich die Bauwerke in ein einziges Spektakel und erwachten zum Leben. Seit dem Ende der Römerspiele konnte kein kulturelles Ereignis  mehr mit solcher Strahlkraft  auf die Beine gestellt werden. Schade eigentlich!

 

Hungrig? Essen gehen in Trier

 

Hier einige meiner Lieblingsbistros und Cafés in Trier:

Bagel Sisters CafĂ© // Moselstraße in der NĂ€he des Pferdemarkts // Top!

Was habe ich hier Stunden verbracht! Ausgefallene und super leckere Suppen sowie tolle Bagels. Der Kaffee kann auch was und im HĂ€uschen fĂŒhlt man sich herzlich willkommen. Es gibt nur wenige PlĂ€tze, aber man rĂŒckt gerne zusammen.  Bei gutem Wetter kann man sich in den kleinen Garten mit Teich setzen. Wie ich nun gesehen habe, kann man jetzt auch ĂŒber dem CafĂ© ĂŒbernachten. Na dabei und mittendrin heißt die Unterkunft und bis zur Porta Nigra sind es in der Tat nur 2 Fußminuten.

 

BioGate // Palaststraße

Hier schaue ich gerne mal zum Mittagstisch vorbei und bestelle mir, wenn möglich etwas mit einem Salat. Super lecker! Gegessen wird am Tresen.

Beste Adresse fĂŒr vegetarische Gerichte!

 

BioGate Trier

Tipp: Mittagstisch im BioGate

 

 

Oechsle Wein- & Fischhaus // ebenfalls in der Palaststraße

Wer es nicht zu einem der WeingĂŒter schafft, kann hier einkehren. 

Meine Empfehlung: Die große Mosel-Weinprobe und Moules Frites (Miesmuscheln mit Pommes).

 

Oechsle Wein-und Fischhaus

Trier Reisetipp: Weinprobe im Oechsle

 

Genussgesellschaft â€“ Gesellschaft fĂŒr Genuss und Buchkultur // Nagelstraße

Das Haus wurde aufwĂ€ndig restauriert und gegen Ende meiner Studienzeit fertiggestellt. Heute ist es eines der schönsten HĂ€user in der Nagelstraße.

Darin befindet sich ein Café sowie ein Feinkost- und Buchladen.

Trier Genussgesellschaft

Trier Genussgesellschaft

 

Bei meinem letzten Besuch waren die beiden Damen hinter dem Tresen wohl etwas ĂŒberfordert. Leider durften wir nicht nach oben, da es den Damen zu stressig war oben zu bedienen. Unten war es uns zu voll und am Katzentisch wollten wir nicht sitzen. Schade! Denn die Kuchen und der Kaffee sind wirklich gut und die BĂŒcherauswahl ist auch toll. Solch ein Konzept unterstĂŒtze ich gerne, aber zu Genuss gehört eben auch der passende Service. Das nĂ€chste Mal einfach die Treppe absperren, wenn keine weiteren Kunden gewĂŒnscht sind. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Pech.

Weinhexe // Saarstraße

Urig, gemĂŒtlich, authentisch, tolle Weine und leckerer Flammkuchen. Ein Geheimtipp, da Besucher eher selten die Kaiserstraße und SĂŒdallee ĂŒberqueren. Die Saarstraße ist in „heimischen“ HĂ€nden und eine beliebte Wohngegend.

 

Suite au Chocolat // Glockenstraße

Als dieses CafĂ© öffnete, erfĂŒllte sich mein persönlicher Schokotraum. Erstklassige Torten und Kuchen, heiße Schokoladen, tolle KaffeespezialitĂ€ten und eine umfangreiche FrĂŒhstĂŒckskarte. Die PlĂ€tze vorne am Fenster oder vor der TĂŒre sind besonders gemĂŒtlich (wetterabhĂ€ngig). Allerdings hĂ€ngt das Ambiente auch hier stark vom Personal ab. Wenn der Besitzer bedient, ist der Service erstklassig. Bei Aushilfen kann es schon mal recht lange dauern oder trublig zugehen. Wen es interessiert: Angela Merkel war hier ĂŒbrigens auch schon zu Gast.

 

Einkaufsbummel in Trier

Das Einkaufsangebot in Trier ist stetig gewachsen. Heute gibt es einen attraktiven Einzelhandel, der auch von Luxemburgern gerne in Anspruch genommen wird.

Trier

Neustraße Trier

 

Die folgenden Straßen liegen alle in der FußgĂ€ngerzone:

Neustraße

Nagelstraße

Brotstraße

Fleischstraße

 

LieblingslÀden in Trier

Dania – Scandinavian Design

Kaufhaus Popp – Allerlei Krimskrams

FrĂ€ulein Prusselise – zwei begabte Modedesignerinnen, die nach ihrem Studium in Trier geblieben sind und ihre Schneiderei und Showroom in einem wunderschönen Haus in der Neustraße haben.

Terra Viva – hochwertiger Krimskrams und tolle Textilien sowie Möbel aus der ganzen Welt.

Tante Guerilla – meine erste Anlaufstelle, um mich mit Vinyl zu versorgen. Straßen, Skater- und Punkrock-Mode wird ebenfalls verkauft.

Mayersche Buchhandlung â€“ riesige Auswahl und ein toller Blick auf den Kornmarkt.

 

Trier Prusselise

Prusselise in Trier

 

Kunst, Kultur & Unterhaltung

Broadway Kino â€“ unabhĂ€ngiges Kino bietet Filmreihen, Kino-FrĂŒhstĂŒck, Schlemmerkino und mehr

Tufa Trier

Kulturraum Trier

Theater Trier

Exhaus Trier

Ab Mai 2018 finden Ausstellungen zum Karl-Marx-JubilĂ€um statt. 

 

Shopping Trier

Shoppen in Trier

 

Noch mehr Trier Reisetipps

Petrisberg Trier

Spaziergang auf dem Petrisberg in Trier

 

Besonders schön ist ein Blick auf Trier von einem der Aussichtspunkte aus.

Die MariensĂ€ule thront auf dem Markusberg 150 Meter ĂŒber der Altstadt auf der anderen Moselseite. Der Aufstieg dauert etwas lĂ€nger und ihr solltet nur hinauf, wenn ihr auch eine klare Sicht habt. Denn dann habt ihr einen erhabenen Blick auf ganz Trier, die Mosel und den Petrisberg. Es soll wohl auch einen Bus dorthin geben (Buslinie Nr. 10). Am besten erkundigt ihr euch vor Ort oder nehmt die Beine in die Hand.

Leichter zu erreichen ist der Aussichtspunkt Petrisberg oberhalb des Amphitheaters. Wer nichts gegen Anstiege hat und seine Waden trainieren möchte, geht hierhin zu Fuß und kann ein StĂŒck durch die Weinberge wandern. Autofahrer haben es besonders einfach, aber auch die Buslinie Nr. 4 hĂ€lt hier. Der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) bietet eine interessante Audioguide-Tour/App an, mit der man eine Zeitreise durch Trier unternimmt. Die App habe ich selbst noch nicht ausprobiert, werde sie bei meinem nĂ€chsten Besuch aber mal unter die Lupe nehmen. Den Aussichtspunkt auf dem Petrisberg mag ich besonders gern – mein Lieblings-Trier Reisetipp!

In Trier wird Trierisch gesprochen. Lest euch schon mal etwas ein, damit ihr auch die richtige Antwort auf die Frage habt: „Sollemer ebbes butten giehn?“

  • Christina von Trip to the Planet stellt euch 5 Orte in Trier vor, die ihr gesehen haben mĂŒsst.
  • Elena von creative.elena zeigt euch ihre EindrĂŒcke aus der Ă€ltesten Stadt Deutschlands.
  • Philipp und Melina von so viel zu erleben sind 12 Stunden in Trier.

 

Lust auf mehr Lesestoff ĂŒber City Trips in Deutschland? Dann immer hier entlang:

Documenta 14 & Kassel 

Ruhrgebiet: Tipps fĂŒr ein Wochenende in Essen

Berlin Reisetipps fĂŒr ein Wochenende

Könnte Dir auch gefallen

5 Kommentare

  • Antworten
    Römisches Trier - 5 Orte, die du gesehen haben musst
    9. Oktober 2016 zu 10:04

    […] Trier Reisetipps – Ein Tag in der Moselmetropole […]

  • Antworten
    Christina
    9. Oktober 2016 zu 10:01

    Ach Trier, da hats mir auch richtig gut gefallen. Schöner Artikel und danke fĂŒrs Verlinken 🙂
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Christina

    • Antworten
      Sonja
      9. Oktober 2016 zu 13:34

      Gern geschehen, Christina 🙂

  • Antworten
    Andreas
    9. Oktober 2016 zu 9:48

    Hallo Sonja,

    kann Deine Gedanken vom Anfang gut nachvollziehen.

    Bin in der NĂ€he von Trier geboren, habe einige Jahre in Hamburg gewohnt und bin doch wieder nach Trier zurĂŒckgekehrt. Aber ich freue mich auch ĂŒber jeden Besuch in der Stadt an der Elbe.

    Schöner Reisebericht von Dir !

    Liebe GrĂŒĂŸe

    Andreas

    • Antworten
      Sonja
      9. Oktober 2016 zu 13:34

      Lieber Andreas,

      vielen Dank fĂŒr deine Worte!
      Es scheint wohl schon so, dass es viele irgendwann wieder in die „Heimat“ zurĂŒck zieht 🙂 Ich mache mir mal noch Gedanken, wo ich hin gehöre. Lösen mag ich mich momentan noch nicht von Hamburg.

      Dann sage ich mal bis bald an der Elbe!
      Liebe GrĂŒĂŸe an die Mosel
      Sonja

    Antworten