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Trier Reisetipps – Ein Tag in der Moselmetropole

Porta Nigra Skulptur

Am vergangenen Wochenende besuchte ich die schöne „Moselmetropole“ Trier mal wieder. In Trier studierte ich und die Stadt kenne ich seit Kindertagen. Nachdem ich sieben Jahre in Trier lebte, wollte ich unbedingt mal woanders hin. Gelandet bin ich in Hamburg. Unterschiedlicher können die beiden Städte kaum sein. Und obwohl ich mir wünschte wegzuziehen, wurde ich in bisschen wehmütig bei meinem Spaziergang durch die geschichtsträchtige Stadt. Viele bekannte Ecken und Erinnerungen kamen dabei natürlich hoch und ein bisschen auch der Wunsch, mal wieder längere Zeit hier zu verbringen. Meine Trier Reisetipps machen hoffentlich neugierig und Lust, die Stadt zu erkunden.

Sehenswürdigkeiten in Trier

Interessante Orte und Sehenswürdigkeiten gibt es in Trier eine Menge, denn schließlich ist sie die älteste Stadt Deutschlands und hat einiges zu erzählen.

Die „Pochta“

trier reisetipps

Trier Reisetipp – Porta Nigra

Beginnen wir an der Porta Nigra. Sie  ist wohl das Wahrzeichen schlechthin und stammt aus der römischen Kaiserzeit (200 n.Chr.). An der „Porta“ oder wie man lokal zu sagen pflegt „Pochta“ starten auch die meisten Stadtführungen.  Auf dem Porta-Nigra-Platz kann es zu den Stoßzeiten schon mal sehr voll werden. Leider hat es die Stadt Trier immer noch nicht geschafft oder ist gewillt, um die Porta Nigra eine verkehrsberuhigte Zone einzurichten. Das ist schade für alle Besucher, die gerne den Blick auf die Porta genießen oder einfach ein schönes Foto mit Abstand machen wollen. Autos oder Busse sind garantiert immer im Bild. Aber ich wage mal die These, dass auch die Bewohner sich über eine zeitgemäßere Verkehrsplanung freuen würden. An der Porta Nigra liegt auch die Tourist-Information Trier und das Stadtmuseum Simeonstift.

Einen kleinen Geheimtipp habe ich an dieser Stelle schon für euch. Wenn ihr euch für Karl Marx interessiert, dann findet ihr schon hier an der Porta Nigra das Wohnhaus der Familie Marx. Das Geburtshaus in der Brückenstraße (heute Karl-Marx-Haus) bezog die Familie etwa einen Monat vor der Geburt Karl Marx und wohnte dort zur Miete. Bereits 1819 kaufte die Familie das kleine Wohnhaus in der Simeonstraße und lebte direkt an der Porta Nigra. Heute erinnert nur noch eine kleine Gedenktafel daran.

Simeonstraße und Judengasse

Von der Porta im Norden der Stadt geht es auf der Simeonstraße zum Hauptmarkt. An der Kreuzung zur Glockengasse gibt es das beste Eis in Trier (Calchera).

Trier Fachwerkhäuser

Fachwerkhäuser in Trier

Wenn ihr fast am Hauptmarkt angekommen seid, schaut noch mal nach rechts. Euch fällen vielleicht ein paar Fachwerkhäuser auf. Darunter liegt der Durchgang zur Judengasse. Eines der letzten Zeugnisse jüdischen Lebens in Trier. Außer ein paar Imbissen gibt es in der Gasse nichts sehenswertes.

Hauptmarkt und Trierer Dom

Der Hauptmarkt ist der zentrale Platz in Trier. Hier laufen alle wichtigen Straßen zusammen. Der Marktbrunnen mit dem Heiligen Petrus wurde wunderschön restauriert und erstrahlt nun wieder in satten Farben. Bevor ihr zum Dom geht, schaut euch noch einmal genauer um. An einer der Seiten befindet sich der Eingang zur Kirche St. Gangolf. Sie liegt fast ganz versteckt hinter Häuserfassaden und ist ebenfalls einen Besuch wert.

trier hauptmarkt

Blick auf den Hauptmarkt mit Marktbrunnen

Trierer Dom

Blick auf den Trierer Dom vom Hauptmarkt aus.

Die Hauptattraktion ist sicherlich der gewaltige Trierer Dom. Schließlich ist hier geschichtlich so einiges passiert (Stichworte: Kaiser Konstantin, Heiliger Rock) und die Jahrhunderte sind architektonisch sehr gut zu erkennen.

Meine Empfehlung: Rein gehen und staunen, dann in die Liebfrauenkirche nebenan und den Punkt am Boden suchen, an dem man die 12 Apostel sehen kann. Anschließend könnt ihr auf dem Kreuzgang wandeln und mal tief durchatmen.

Basilika und Kurfürstlicher Palais

Zur Konstantin-Basilika ist es jetzt nicht mehr weit. Die heutige evangelische Kirche war damals die Audienz-Halle des Kaisers. Sollte man auch mal gesehen haben, denn es ist der größte Einzelraum der aus der Antike überlebt hat.

Konstantin Basilika Trier

Konstantin Basilika

Direkt an der Basilika liegt das Kurfürstliche Palais. Der Kontrast zwischen den Bauwerken kann kaum größer sein. Karge römische Architektur trifft schwülstigen Rokoko. Doch viel schöner noch ist der Spaziergang durch den Palastgarten, ein typisches Beispiel barocker Gartenkunst.

Kaiserthermen und Amphitheater

Fans der Antike kommen bei diesen römischen Bauwerken voll auf ihre Kosten. Die Kaiserthermen sind römische Badeanlagen und das Amphitheater, bot bei Kämpfen bis zu 20.000 Zuschauern Platz.

Wer Wissenswertes über die Bauwerke erfahren möchte, dem empfehle ich die Teilnahme an einer der Trierer Erlebnisführungen. Sie sind spannend und es bleibt sehr viel mehr Wissen hängen, als bei klassischen Stadtführungen.

Von 1997 bis 2012 fanden in Trier regelmäßig „Brot & Spiele“ statt. Im Sommer verwandelten sich die Bauwerke in ein einziges Spektakel und erwachten zum Leben. Seit dem Ende der Römerspiele konnte kein kulturelles Ereignis  mehr mit solcher Strahlkraft  auf die Beine gestellt werden. Schade eigentlich!

Hungrig? Essen gehen in Trier

Hier einige meiner Lieblingsbistros und Cafés in Trier:

Bagel Sisters Café // Moselstraße in der Nähe des Pferdemarkts // Top!

Was habe ich hier Stunden verbracht. Ausgefallene und super leckere Suppen sowie tolle Bagels. Der Kaffee kann auch immer was und im kleinen Häuschen fühlt man sich herzlich Willkommen. Es gibt nur wenige Plätze, aber man rückt gerne zusammen.  Bei gutem Wetter, kann man sich in den kleinen Garten mit Teich setzen. Wie ich nun gesehen habe, kann man jetzt auch über dem Café übernachten. Nadabei und mittendrin heißt die Unterkunft und bis zur Porta Nigra sind es in der Tat nur 2 Fußminuten.

BioGate // Palaststraße

BioGate Trier

Tipp: Mittagstisch im BioGate

Hier schaue ich gerne mal zum Mittagstisch vorbei und bestelle mir wenn möglich etwas mit einem Salat. Super lecker! Gegessen wird am Tresen. Beste Adresse für vegetarische Gerichte!

Oechsle Wein- & Fischhaus // ebenfalls in der Palaststraße

Oechsle Wein-und Fischhaus

Trier Reisetipp: Weinprobe im Oechsle

Wer es nicht zu einem der Weingüter schafft, kann hier einkehren. Meine Empfehlung: Die Große Mosel-Weinprobe und Moules Frites (Miesmuscheln mit Pommes)

Genussgesellschaft – Gesellschaft für Genuss und Buchkultur // Nagelstraße

Trier Genussgesellschaft

Trier Genussgesellschaft

Das Haus wurde aufwändig restauriert und gegen Ende meiner Studienzeit fertiggestellt. Heute ist es eines der schönsten Häuser in der Nagelstraße. Darin befindet sich ein Café sowie ein Feinkost- und Buchladen. Bei meinem letzten Besuch waren die beiden Damen hinter dem Tresen wohl etwas überfordert. Leider durften wir nicht nach oben, da es den Damen zu stressig war oben zu bedienen. Unten war es uns zu voll und am Katzentisch wollten wir nicht sitzen. Schade! Denn die Kuchen und der Kaffee sind wirklich gut und die Bücherauswahl ist auch toll. Solch ein Konzept unterstütze ich gerne, aber zu Genuss gehört eben auch der passende Service. Das nächste Mal einfach die Treppe absperren, wenn keine weiteren Kunden gewünscht sind. Vielleicht hatten wir auch einfach nur Pech.

Weinhexe // Saarstraße

Urig, gemütlich, authentisch, tolle Weine und leckerer Flammkuchen. Ein Geheimtipp, da Besucher eher selten die Kaiserstraße und Südallee überqueren. Die Saarstraße ist in „heimischen“ Händen und eine beliebte Wohngegend.

Suite au Chocolat // Glockenstraße

Als dieses Café öffnete, erfüllte sich mein persönlicher Schokotraum. Erstklassige Torten und Kuchen, Heiße Schokoladen, tolle Kaffeespezialitäten und eine umfangreiche Frühstückskarte. Die Plätze vorne am Fenster oder vor der Türe sind besonders gemütlich (wetterabhängig). Allerdings hängt das Ambiente auch hier stark vom Personal ab. Wenn der Besitzer bedient, ist der Service erstklassig. Bei Aushilfen kann es schon mal recht lange dauern oder trubelig zugehen. Wen es interessiert: Angela Merkel war hier übrigens auch schon zu Gast.

Einkaufsbummel in Trier

Das Einkaufsangebot in Trier ist stetig gewachsen. Heute gibt es einen attraktiven Einzelhandel, der auch von Luxemburgern gerne in Anspruch genommen wird.

Die folgenden Straßen liegen alle in der Fußgängerzone:

  • Neustraße
  • Nagelstraße
  • Brotstraße
  • Fleischstraße

Lieblingsläden in Trier

  • Dania – Scandinavian Design
  • Kaufhaus Popp – Allerlei Krimskrams
  • Fräulein Prusselise – Zwei begabte Modedesignerinnen, die nach ihrem Studium in Trier geblieben sind und ihre Schneiderei und Showroom in einem wunderschönen Haus in der Neustraße haben.
  • Terra Viva – Hochwertiger Krimskrams und tolle Textilien sowie Möbel aus der ganzen Welt.
  • Tante Guerilla – Meine erste Anlaufstelle, um mich mit Vinyl zu versorgen. Straßen, Skater- und Punkrock-Mode wird ebenfalls verkauft.
  • Mayersche Buchhandlung. Riesige Auswahl und ein toller Blick auf den Kornmarkt.

Kunst, Kultur & Unterhaltung

Nero Trier

Kunstausstellung Nero in Trier

Noch mehr Trier Reisetipps

Besonders schön ist ein Blick auf Trier von einem der Aussichtspunkte aus.

Die Mariensäule thront auf dem Markusberg 150 Meter über der Altstadt auf der anderen Moselseite. Der Aufstieg dauert etwas länger und ihr solltet nur hinauf, wenn ihr auch eine klare Sicht habt. Denn dann habt ihr einen erhabenen Blick auf ganz Trier, die Mosel und den Petrisberg. Es soll wohl auch einen Bus dorthin geben (Buslinie Nr. 10). Am besten erkundigt ihr euch vor Ort oder nehmt die Beine in die Hand.

Petrisberg Trier

Spaziergang auf dem Petrisberg in Trier

Leichter zu erreichen ist der Aussichtspunkt Petrisberg oberhalb des Amphitheaters. Wer nichts gegen Anstiege hat und seine Waden trainieren möchte, geht hierhin zu Fuß und kann ein Stück durch die Weinberge wandern. Autofahrer haben es besonders einfach, aber auch die Buslinie Nr. 4 hält hier. Der Verkehrsverbund Region Trier (VRT) bietet eine interessante Audioguide-Tour/App an, mit der man eine Zeitreise durch Trier unternimmt. Die App habe ich selbst noch nicht ausprobiert, werde sie bei meinem nächsten Besuch aber mal unter die Lupe nehmen. Den Aussichtspunkt auf dem Petrisberg mag ich besonders gern – mein Lieblings-Trier Reisetipp!

In Trier wird Trierisch gesprochen. Lest euch schon mal etwas ein, damit ihr auch die richtige Antwort auf die Frage habt: „Sollemer ebbes butten giehn?

  • Christina von Trip to the Planet stellt euch 5 Orte in Trier vor, die ihr gesehen haben müsst.
  • Elena von creative.elena zeigt euch ihre Eindrücke aus der ältesten Stadt Deutschlands.

5 Kommentare

  1. Pingback: Römisches Trier - 5 Orte, die du gesehen haben musst

  2. Andreas sagt

    Hallo Sonja,

    kann Deine Gedanken vom Anfang gut nachvollziehen.

    Bin in der Nähe von Trier geboren, habe einige Jahre in Hamburg gewohnt und bin doch wieder nach Trier zurückgekehrt. Aber ich freue mich auch über jeden Besuch in der Stadt an der Elbe.

    Schöner Reisebericht von Dir !

    Liebe Grüße

    Andreas

    • Lieber Andreas,

      vielen Dank für deine Worte!
      Es scheint wohl schon so, dass es viele irgendwann wieder in die „Heimat“ zurück zieht 🙂 Ich mache mir mal noch Gedanken, wo ich hin gehöre. Lösen mag ich mich momentan noch nicht von Hamburg.

      Dann sage ich mal bis bald an der Elbe!
      Liebe Grüße an die Mosel
      Sonja

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