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Peru: Zu Gast im Tambopata Research Center

Tambopata Research Center

Nachdem wir die erste Etappe bis zum Refugio Amazonas geschafft haben, geht es mit dem Boot weiter zum Tambopata Research Center. Die Nacht im Refugio Amazonas war kurz, aber erholsam. Der Jungle Sound hat mich direkt einschlafen lassen. Doch wir kamen ja nicht nur zum Entspannen hierher, sondern um den facettenreichen Regenwald zu erkunden! Also geht es auf dem Rio Tambopata immer tiefer in den Regenwald. Wir erreichen am 2. Tag das TRC (Tambopata Research Center). Wir sind jetzt 7 Stunden Boot- und Busfahrt von Puerto Maldonado entfernt. Weiter geht es erstmal nicht! Es ist die letzte Lodge auf dem Rio Tambopata. Einige wenige Lodges liegen weiter in Richtung Bolivien (Heath River). 

Am 3. Tag geht es bereits vor dem Morgengrauen los. Taschenlampe schnappen und noch einmal ins Bad zur Katzenwäsche. Vereinzelt rasselt es unter dem Holzgerüst der Lodge, ob das wohl Schlangen sind? Schnell weiter.

Unsere Gruppe (5 Personen + Guide) trifft sich etwas verschlafen am Eingang. Hier suchen wir uns passende Gummistiefel zusammen und stapfen los in den finsteren Wald. Wie auch
schon im Refugio Amazonas erschrecke ich mich etwas vor dem tosenden Grollen der Brüllaffen (Red Howler Monkeys). Bis zu 5 km weit soll man sie hören. Imposant.

Tambopata Research Center

Eindrücke von meinem Regenwald-Aufenthalt in Peru

Wir erreichen den Anlegeplatz des motorisierten Kanus und fahren in der Morgendämmerung zu einer Halbinsel. Wir steigen aus und laufen einige Meter bis zu einem lichten Platz. Von hier aus können wir die Lehmlecke (Collpa oder Clay Lick genannt) sehen.

Hier sollen am frühen Morgen hunderte Papageien die Mineralien aus dem Sodium-reichen Lehm picken. Doch damit wir sie sehen, müssen wir uns in Geduld üben. Gemeinsam mit anderen Gästen aus der Eco Lodge sitzen wir auf kleinen Feldstühlen, meine Kamera halte ich bereit und wir flüstern uns nur ab und an etwas zu. Es regnet, der Himmel ist grau und die Aras ziehen im Duo hoch über den Bäumen davon.

Gegen sieben Uhr geben unsere Guides erst einmal auf und wir fahren zurück zur Lodge.

Frühstück mit Scarlet Macaws

Hungrig kommen wir im TRC an. Das Frühstücksbuffet ist bereits fertig. Ich bin zwar etwas enttäuscht keine Aras aus der Nähe gesehen zu haben – dennoch: das Warten und Beobachten war eine Freude. Es zeigt einmal mehr, dass die Natur einfach andere Gesetze hat.

Beim Frühstück erleben wir dafür eine Überraschung. Während der Hotelmanager uns schon einmal vorwarnt kein Brot unbeaufsichtigt zu lassen, merken wir jetzt erst den Gast über unseren Köpfen. Zunächst zeigt sich ein Ara in den Holzbalken. Er beobachtet und wittert seine Chance. Es dauert nicht lange, bis er sich das erste Brot geschnappt hat.

An ein ruhiges Frühstück ist gar nicht mehr zu denken. Ist auch nicht schlimm, denn nach und nach entdecken wir, dass eine ganze Ara Familie in den Bäumen sitzt und die Lodge wohl ihr großes Restaurant ist.

Die Aras bieten uns eine tolle Flugshow und ich bin ganz fasziniert von den brillanten Farben und dem eleganten Flug.

Aras im Regenwald

Flugshow im Tambopata Research Center

Nach dem Frühstück brechen wir noch einmal auf und fahren zurück zur Lehmlecke. Wir machen zunächst einen Spaziergang auf der Halbinsel. Ein Sumpf in der Mitte der Halbinsel ist ein guter Beobachtungspunkt, um zahlreiche Vögel, Insekten und Schildkröten zu sehen. Wer Glück hat, kann Tapiren beim planschen zuschauen.

Wie kehren zur Lehmlecke zurück und haben endlich Glück. Die Vögel lassen sich zwar nicht an der Lehmlecke nieder. Dafür schwingen sie von Baum zu Baum und lassen sich
wunderbar beobachten und fotografieren. Das Warten hat sich gelohnt!

Tambopata Research Center – ein spannender Tag geht zu Ende

Nach diesem spannenden Vormittag kehren wir zurück zur Lodge. Ich bin total glücklich und weiß zu schätzen, welches Glück wir hatten. Nach dem Mittagessen können wir etwas entspannen, bevor wir eine erneute Wanderung in der Nähe der Lodge machen. Es geht durch tiefen Matsch. Die hohe Luftfeuchtigkeit und das Wandern in Gummistiefeln sind anstregend.

Dafür schmeckt das Abendessen nach all der Anstrengung umso besser. Wissenschaftler stellen uns ihre Projekte vor und geben einen Einblick in ihre Forschung. Jeder Besucher unterstützt mit seinem Besuch die Forschung vor etwa, dazu zählt auch das Tambopata Macaw
Projekt. Ein Absacker an der Bar mit Ayahuasca Sour ist der krönende Abschluss des Tages.

Am 4. Tag haben wir mit dem Wetter nicht so viel Glück. Das Boot kann morgens nicht ablegen, da es zu stark regnet. Doch dies kommt uns ganz gelegen. Wir schlafen aus, frühstücken in Ruhe und sind einfach mal „faul“ und liegen in der Hängematte.

Nachmittags brechen wir noch einmal auf und machen eine Bootstour. Entlang der Flussbänke hoffen wir einen Jaguar oder Riesenotter zu sehen – jedoch ohne Erfolg.

Es ist der letzte Abend im Regenwald und die wir genießen noch einmal die einmalige und gelassene Atmosphäre. Morgen geht es sehr früh los und zurück in die Zivilisation. Eine sieben stündige Fahrt zurück nach Puerto Maldonado steht uns bevor.

Ich komme auf jeden Fall wieder- das Regenwald Fieber hat mich gepackt und es gibt noch so viel zu entdecken!

Vielen Dank an Rainforest Expeditions für die Unterstützung bei dieser privaten Reise!

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